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Das wohlstrukturierte Mittelalter - das Buch
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Nochmals will ich auf die von M. Arndt ausgelassene Gestalt von Konradin von Hohenstaufen zurückkommen.
Mit der Niederlage und dem Tod des jungen Konradin endet die hochmittelalterliche Dominanz der Deutschen in Italien.
Gut 700 Jahre vorher endet mit der Niederlage und dem Tod des jungen Ostgotenkönigs Teja(s) die germanische Dominanz Italiens.
Die Hohenstaufen galten ebenfalls als Goten: Friedrich II. trug den Beinamen GATTIN.
www.dillum.ch/html/mario_arndt_das_wohls...lalter_rezension.htm
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So ganz ausgelassen habe ich den Konradin ja auch nicht. Nur in die strukturierte Abfolge der Königsnamen paßt er meiner Ansicht nach nicht hinein.
Die Parallelen im Abstand von ca. 700 Jahren habe ich auf S. 89 beshrieben, das parallele Ende der Spätantike und des Hochmittelalters Italiens in/bei Neapel. Sowohl die Goten enden dort (Tejas verlorene Schlacht am Mons Lactarius) als auch die Staufer.
1266 verlor der letzte Staufer-König Manfred in der Nähe von Neapel (Schlacht bei Benevent) die Schlacht, das Leben und das Königreich. Felix Dahn und Teja lassen grüßen ! Der war allerdings noch etwas näher am Vesuv dran.
Teja ist ja auch einer von diesen Königen, die jung sterben und mit denen die Dynastie ohne Nachfahren endet.
Die nachträgliche Verdopplung ursprünglich gleicher Ereignisse ist wirklich ein Problem, daß die offizielle Geschichte noch gar nicht angegangen ist. Im Lateinischen und Griechischen heißen nunmal Deutschland und Frankreich "Germania" und "Gallia", auch heute noch. Da liegt die Verdopplung nahe, wenn man kategorisch Germanien und Gallien der Antike zuordnet.
Die ganzen Kaiserkrönungen durch den Papst in Rom sind auf jeden Fall vollkommen absurd. Friedrich I. Barbaros(sas) Einzug in Rom ist ebenso antik (der Senat war der Meinung, er wäre für Erhebungen zum Augustus zuständig und nicht der Papst) wie der Einzug von Friedrich II. (jubelnder Empfang durch das römische Volk wie bei Theoderich dem Großen).
Das scheint wohl früher noch bekannt gewesen zu sein, denn wie soll man sich sonst eine Bronzestatue des Goten Theoderich am Grab des Habsburger-Kaisers Maximilian I. in Innsbruck erklären ?
de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei...stamp=20090312194635
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Danke für den Hinweis!Das scheint wohl früher noch bekannt gewesen zu sein, denn wie soll man sich
sonst eine Bronzestatue des Goten Theoderich am Grab des Habsburger-Kaisers Maximilian I. in Innsbruck erklären ?
Selbst dann traue ich diesen "Tatsachen" nur mit Abstand.
Dies hat einen ganz simplen Hintergrund:
Wer einmal versucht hat, eine solche Rüstung anzulegen und sich mehrere Schritte
bewegt hat, weiss dass dies fast unmöglich ist.
Bei kühlen oder heissen Temperaturen möchte ich mir das Ganze erst gar nicht
vorstellen!
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@Allrych:
Zum einen machen es sich die Geschichtenerfinder auf diese Art einfach, um eine Dynastie ohne Nachfahren einfach abbrechen zu lassen.
Andererseits muß man sich fragen, ob dieselbe Person nicht als Erwachsener (mit rätselhaft fehlenden Angaben zu Geburt und Jugend) als andere Figur fortlebt, vielleicht viele Jahrhunderte später..
Von Karl IV. gibt es z.B. eine Biographie (für die man früher Karl selbst als Autor annahm), die aber nur bis zu seiner Thronbesteigung reicht - bei der Biographie Karls des Großen von Einhard fängt da das Leben an, ohne daß der Autor etwas über die Vorzeit weiß.
Hierzu Peter Müller auf Seite 337 in "Meine Ansicht der Geschichte":
"Nach näherer Vergleichung scheint auch Karl 4. in die deutsche Kaiserreihe eingeschoben, und derselbe zu seyn, welcher als Karl 4. und 5. in Frankreich auftritt".
Beide sind Sohn des Königs Johann von Böhmen und einer Tochter von Lüzelburg (Luxemburg) usw...!
Es folgt §50 mit Manfred, Conrad, Conradin
Beispiel nach einem Zitat aus der Gesta Fried.: "Hier werden Manfried und Conrad, dort Conrad und Conradin verwechselt, oder alle für einen gehalten."
"Ich habe schon bemerkt, dass es nicht ungewöhlich ist, Einen unter diesem Namen sterben, und unter jenem Namen fortleben..."
"...wenn schon die Hinrichtung Conrads oder Conradins zu Neapel sehr zweifelhaft bleibt..."
books.google.de/books?id=dN8GAAAAcAAJ&pr...page&q=monat&f=false
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@Basileus,
Danke für den Hinweis!Das scheint wohl früher noch bekannt gewesen zu sein, denn wie soll man sich
sonst eine Bronzestatue des Goten Theoderich am Grab des Habsburger-Kaisers Maximilian I. in Innsbruck erklären ?
Selbst dann traue ich diesen "Tatsachen" nur mit Abstand.
Dies hat einen ganz simplen Hintergrund:
Wer einmal versucht hat, eine solche Rüstung anzulegen und sich mehrere Schritte
bewegt hat, weiss dass dies fast unmöglich ist.
Bei kühlen oder heissen Temperaturen möchte ich mir das Ganze erst gar nicht
vorstellen!
Muss ich Dir leider widersprechen. Mit Plattenrüstung konnte man sich sehr gut bewegen und kämpfen. Nur Hitze konnte in der Tat zu einem größeren Problem werden. Länger als 1/2 bis maximal 1 Stunde kämpfte eh kein Ritter in Rüstung:
"Eigenschaften der Plattenrüstung [Bearbeiten]
Entgegen weit verbreiteter Vorstellungen war es möglich, in einem für die Schlacht geeigneten Vollharnisch (Feldharnisch) zu laufen, sich hinzulegen, wieder aufzustehen und sogar ohne Hilfe auf ein Pferd zu steigen. Ein spätmittelalterlicher/frühneuzeitlicher Vollharnisch wog durchschnittlich 20 bis 30 Kilogramm. Das Gewicht der maßangefertigten Rüstung war dabei sehr gleichmäßig über den Körper verteilt. Ein heutiger Soldat mit voller Ausrüstung trägt oftmals ein größeres Gewicht am Körper. Zudem wurden die Adligen seit ihrer Kindheit an das Tragen von Rüstungen gewöhnt. Dem späteren römisch-deutschen Kaiser Karl V. wurde bereits im Alter von zwölf Jahren eine Plattenrüstung geschmiedet, wobei ein Wams und eine Hose von ihm als Vorlage für den Plattner dienten.
Das Bizarre daran war, dass er seine Kinderrüstungen nur selten trug, denn die Herstellung seiner allerersten Platte, die ihm im Alter von bereits fünf Jahren angemessen wurde, dauerte derart lange, dass er bereits aus ihr hinausgewachsen war. Die somit nie komplett fertiggestellte Platte ist in der Hof-, Jagd- und Rüstkammer in der Neuen Burg in Wien zu besichtigen.
Das größte Problem an einer Plattenrüstung stellte keineswegs das Gewicht, sondern die Hitzeentwicklung dar. So soll der Herzog von York 1415 in der Schlacht von Azincourt an einem Herzinfarkt gestorben sein, der aus der großen Hitze in seiner Rüstung resultierte. Ein weiteres Problem war Rost, der insbesondere bei hoher Luftfeuchtigkeit entstand. Um eine Plattenrüstung vor dem Verrosten zu schützen, war es üblich, sie zu schwärzen oder anderweitig zu färben.
Die Plattner mussten gute Kenntnisse über den menschlichen Bewegungsapparat besitzen, um möglichst flexible Rüstungen anfertigen zu können. Ein bis heute erhaltener Harnisch von König Heinrich VIII. umhüllt seinen Träger vollständig, ist dabei jedoch äußerst beweglich, weshalb er in den 60er Jahren von der NASA ausführlich studiert wurde, um Impulse für die Konstruktion eines effektiven Weltraumanzugs zu liefern."
de.wikipedia.org/wiki/Plattenpanzer
Ich kannte vor einigen Jahren selbst einige Stuntmen, die mittelalterliche Turniere in Plattenrüstungen auf Pferden realistisch vor Publikum spielen.
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