De septem secundeis ...

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14 Jahre 7 Monate her - 14 Jahre 7 Monate her #5009 von Tuisto
Der auf längere Sicht unbekannte Präzessionszyklus ist eines der besten Indizien dafür, dass die gesamte chronologische Angelogolie, wie wir sie seit Ibn Ezra kennen, wohl auch erst in dieser Zeit entwickelt wurde, quasi gleichsam mit der Konstruktion der erstmals linear auf der Zeitachse erfassten Geschichte.

72 Jahre für die Präzession stammen nämlich höchstwahrscheinlich von babylonischen Juden des Mittelalters. Andere Kulturen hatten abweichende Werte, von etwa 66 bis 100 Jahren.

Wir dürfen nicht vergessen, dass auch die ganze Kabbala empirisch und evidenzorientiert erst seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar wird. Davor war diese Art der Geheimwissenschaft griechisch-persisch-ägyptisch ausgerichtet, im Grunde kann man sagen pythagoreisch.

Ist Pales denn Antroposoph oder überzeugter Katholik?
Letzte Änderung: 14 Jahre 7 Monate her von Tuisto.
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14 Jahre 7 Monate her - 14 Jahre 7 Monate her #5011 von UlrichM
UlrichM antwortete auf Aw: De septem secundeis ...
Tuisto schrieb:

Ist Pales denn Antroposoph oder überzeugter Katholik?


Ich brauche für Emil Pales keine Schubladenkategorien, um seine Thesen verwerfen zu können. Denn seine Vorgehensweise zum 72-jährigen Zyklus spricht Bände. Er ging nach Schema F vor:

1.
Man nehme ein Platonisches Jahr von 25920 Jahren und teile die Anzahl der Jahre durch die 360 Bogengrade des Tropischen Tierkreises.

2.
Aus dem Divisionsergebnis 72 mache 72 Kalenderjahre.

3.
Erkläre diese zu Zeitzyklen, die jeweils von einem Planetenengel dominiert werden.

4.
Und schon hat man einen geeigneten Mechanismus geschaffen, der eine neue Interpretation
der Geschichte zulässt.

Was die wenigsten wohl sofort registrieren ist aber, dass hier Begriffe willkürlich zusammengeschustert werden. Darüber hinaus ist das Platonische Jahr genauso ein zu verwerfender Mythos wie die Behauptung, die Präzession benötige 72 Jahre, um einen Bogengrad zu durchlaufen.

Aber eben dieser zusammengeschusterte Unfug stellt nun mal Emil Pales' Tafelgold dar! Ob er schon mal darauf hingewiesen wurde, dass er nur Katzengold hinterher jagt?
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14 Jahre 7 Monate her #5012 von UlrichM
UlrichM antwortete auf Aw: De septem secundeis ...
Tuisto schrieb:

Der auf längere Sicht unbekannte Präzessionszyklus ist eines der besten Indizien dafür, dass die gesamte chronologische Angelogolie, wie wir sie seit Ibn Ezra kennen, wohl auch erst in dieser Zeit entwickelt wurde, quasi gleichsam mit der Konstruktion der erstmals linear auf der Zeitachse erfassten Geschichte.


Biite schlüsseln Sie diesen Satz mal klein, klein mit definitiven Aussagen auf!
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14 Jahre 7 Monate her - 14 Jahre 7 Monate her #5013 von Tuisto
1. Der Präzessionszyklus von 72 Jahren x 360 Grad wurde nach unserem heutigen Kenntnisstand erst im späten Mittelalter von Juden nach Europa gebracht. Der Ursprung ist sehr wahrscheinlich Babylonien. Die Juden nannten diese Zeit die Zeit der Geonim. Einer der berühmtesten war Sherira Gaon. Diese Juden beschäftigten sich praktisch ausnahmlos alle auch mit Astronomie. Sie erhielten von den in Asien und Europa verteilten astronomischen Observatorien die Daten zur weiteren Asuwertung.
Während der zweimonatigen Kallah kamen Studenten aus der ganzen Welt in die Talmudakademien.
de.wikipedia.org/wiki/Gaon

2. Lineare Geschichtsschreibung kennt man ebenfalls erst seit dem späten Mittelalter.
Sie wurde notwendig, weil man bemüht war, die Heilgeschichte zu konstruieren. Daher ist unsere heutige chronologisch fortlaufende Geschichtsschreibung eindeutig jüdischen Ursprungs, die dann natürlich mit dem christlichen/islamischen/buddhistischen Heilsplan übermalt wurde.
Unsere psuedolineare, weil kabbalistisch konstruierte Geschichtsschreibung ist nichts anderes als ein Palimpsest.

3. Kennen Sie 354-jährige Erzengel vor Ibn Ezra? Nein?
Dann gilt bis zum gegeteiligen Beweis, dass erst damals diese Vorstellung von der 354-jährigen Herrschaft aufkam.

All dies fügt sich nahtlos in die Argumente der Geschichtskritiker ein, die davon ausgehen, dass erstmals in dieser Zeit damit begonnen wurde, Geschichte der Völker zu verzahnen und linear darzustellen. Bis dato ging man von einer zyklischen Weltentwicklung aus und rechnete allenfalls die Regierungszeiten von Herrschern linear, ggf. gekoppelt an Dynastien.

Keine der Schriften, die uns als antik vorgekaugelt werden, ist direkt aus der Antike auf uns gekommen. Daher war der Geschichts- Chronologiemanipulation im Interesser der renaissancezeitlichen Herrscherhäuser einschließlich der Kirchen Tür- und Tor geöffnet.
Niemals diente Geschichtsschreibung der Wahrheitsfindung, auch nicht bezüglich der Chronologie. Das sind nicht weg zu diskutierende Fakten.
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14 Jahre 7 Monate her - 14 Jahre 7 Monate her #5014 von UlrichM
UlrichM antwortete auf Aw: De septem secundeis ...
Tuisto schrieb:

1. Der Präzessionszyklus von 72 Jahren x 360 Grad wurde nach unserem heutigen Kenntnisstand erst im späten Mittelalter von Juden nach Europa gebracht. Der Ursprung ist sehr wahrscheinlich Babylonien.


Ihre Vermutung eindeutig zu bestätigen, entzieht sich meinen Möglichkeiten. Jedoch weist Ihre These keinen Bezug zu meiner Kritik an Emil Pales auf. Und dieser verfügt im Gegensatz zu den babylonischen Juden des Mittelalters über sehr viel mehr Möglichkeiten, seine "Forschungsergebnisse" zu überprüfen. Wenn er diese jedoch offensichtlich nicht nutzt oder nutzen will, so hat er automatisch kein Anrecht mehr auf wissenschaftliche Exaktheit.
Ausserdem verwundert es mich auch sehr, dass ihm scheinbar entgangen ist, dass auch der Vatikan über kompetente Astronomen verfügt, die seine Thesen schon wegen der "Methodik" seiner Herangehensweisen niemals unterstützen würden.

3. Kennen Sie 354-jährige Erzengel vor Ibn Ezra? Nein?
Dann gilt bis zum gegeteiligen Beweis, dass erst damals diese Vorstellung von der 354-jährigen Herrschaft aufkam.


In diesem Punkt sind wir uns im Prinzip einig. Die Auffindung einer früheren Schriftquelle scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein.

Keine der Schriften, die uns als antik vorgekaugelt werden, ist direkt aus der Antike auf uns gekommen.


Ich finde es schon sehr gewagt, die Dinge derart absolut zu werten. Wenn das unumschränkt richtig wäre, dann träfe dies z. B. auch auf die "Anabasis" des Xenophon zu. Ein antiker Kriegsbericht, derart detailliert beschrieben, dass der Weg, den die griechischen Söldner in Mesopotamien und im östlichen Kleinasien nach der Schlacht von Kunaxa zurücklegten, noch heute nachzuzeichnen ist.
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14 Jahre 7 Monate her #5016 von Ingwer
@Tuisto,

Keine der Schriften, die uns als antik vorgekaugelt werden, ist direkt aus der Antike auf uns gekommen. Daher war der Geschichts- Chronologiemanipulation im Interesser der renaissancezeitlichen Herrscherhäuser einschließlich der Kirchen Tür- und Tor geöffnet.
Niemals diente Geschichtsschreibung der Wahrheitsfindung, auch nicht bezüglich der Chronologie. Das sind nicht weg zu diskutierende Fakten.

Davon kann man schon ausgehen!
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