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Das wohlstrukturierte Mittelalter - das Buch
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Auf den Schwingen von Heribert Illigs "Erfundenem Mittelalter" kommt dieses Büchlein daher. Ein Konzept, das einmal zum Bestseller taugte, lässt sich sicher einmal mehr erfolgreich an den Mann bringen.
Inhaltlich versucht der Verfasser, vor allem am Beispiel mittelalterlicher Herrschernamen, die "Gemachtheit" der mittelalterlichen Geschichte nachzuweisen. In der Tat lässt sich mathematisch eine Gruppe artifiziell vom Menschen erzeugter Sequenzen von einer Zufallsfolge abgrenzen. Dieser Logik gemäß könnten bestimmte Regelhaftigkeiten im Namensbestand der Dynastien auf ihre nachträgliche Konstruktion hinweisen.
Logisch ist das Ergebnis allemal, wenn auch die angebliche Symbolik in Zeiten, in denen Könige und Kaiser zumeist "Hinz und Kunz" (Heinrich und Konrad) hießen, bisweilen stark strapaziert erscheint. Doch logisch ist nicht gleich wahrscheinlich. Nüchtern betrachtet erinnert die Argumentation an eine Szene aus Umberto Ecos großes Panorama der Verschwörungstheorien, das Foucaultsche Pendel. Dort macht sich einer der Protagonisten daran, den Symbolgehalt eines Zeitungsstandes einer mathematischen Analyse zu unterwerfen. Das Ergebnis ist verblüffend:
"Gleichwohl gibt es unter all diesen Dummheiten auch unbestreitbare Wahrheiten. (...) Sehen Sie jenen Kiosk dort, sagte er. Ich lade Sie ein, nachher hinzugehen und ihn zu vermessen. Sie werden sehen, dass die Breite des Bodens 149 Zentimeter beträgt, also ein Hundertmilliardstel der Entfernung von der Erde zur Sonne. Die Höhe der Rückwand geteilt durch die Breite des Fensters ergibt 176 : 56 = 3,14, die Zahl pi. (...) Die Dicke des Bodens beträgt 3,10 Zentimeter und die Breite des Fensterrahmens 8,8 Zentimeter. Ersetzt man die Zahlen vor dem Komma durch die entsprechenden Buchstaben des Alphabets, so erhält man C10H8, die Formel des Naphthalins."
Mathematik ist eben geduldig!
Quelle: www.amazon.de/product-reviews/3842348770...TF8&showViewpoints=1
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Nehmen wir diese Besprechung auseinander:
Der Rezensent behauptet, Logik habe nichts mit Plausibilität zu tun. - Wir spinnen das Argument weiter: Wenn die alte Geschichte sich als numerologisch konstruiert, also künstlich und erfunden erweist, so ist sie dennoch glaubwürdig!
Credo quia absurdum!
Wenn dann noch die romanhaften Verschwörungstheorien (Umberto Eco) bemüht werden, dann ist klar: Um missliebige Ansichten zu diskreditieren, ist jedes Mittel recht.
Man lasse sich von solchen Einwänden nicht abschrecken!
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Wenn ihnen die Argumente ausgehen, bleiben nur Totschlagargumente wie Nazi, Radosoph etc.
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