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"Die Alpenüberquerung Suworows" - Das Gemälde von Wassili Iwanowitsch Surikow
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Kunsthaus Zürich zeigt monumentales Suworow-Porträt von Wassili Surikow
Von Jürg Vollmer | 7. Sep 2009
Das monumentale Gemälde des russischen Historienmalers Wassili Surikow mit dem Titel “Suworows Übergang über die Alpen im Jahre 1799″ wird für einen Monat im Kunsthaus Zürich gezeigt. Es gehört zu den bekanntesten Werken der russischen bildenden Kunst. Anlass für die ausserordentliche Leihgabe aus dem Russischen Museum in St. Petersburg ist der Staatsbesuch des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew am 21./22. September 2009 in der Schweiz.
Der russische Präsident Dmitri Medwedew wird bei seinem Staatsbesuch in der Schweiz am 21./22. September 2009 mit grosser Wahrscheinlichkeit das Suworow-Denkmal am Gotthard besuchen. Dies zeigt die Bedeutung, welche der Generalissimus Alexander Suworow bis heute in Russland hat.
Aus diesem Grund hat das Russische Museum in St. Petersburg dem Kunsthaus Zürich für einen Monat eines bekanntesten Werke der russischen bildenden Kunst als Leihgabe überlassen: Das monumentale Gemälde “Suworows Übergang über die Alpen im Jahre 1799″ des russischen Historienmalers Wassili Surikow (1848–1916) wird vom 8. September bis 4. Oktober 2009 im Kunsthaus Zürich ausgestellt.
Surikow reiste für einen Augenschein extra in die Schweiz
Das Surikow-Gemälde ist einer Begebenheit des russisch-französischen Krieges im Jahre 1799 gewidmet, die den Namen “Schweizerischer Feldzug” trägt. Wassilij Surikow hat es in seiner Heimatstadt Krasnojarsk mit zahlreichen Skizzen* geplant und ausgearbeitet, nachdem er im Sommer 1897 die Schweiz bereist und die Pässe in Augenschein genommen* hatte.
Erst 1899, dem Jahr des 100. Jubiläums des Suworow-Feldzuges, wurde es vollendet und in der 27. Ausstellung der Gesellschaft der Wanderausstellungen mit grossem Erfolg gezeigt, wo es vom letzten russischen Zaren aus der Familie Romanow, Nikolaus II., für die stolze Summe von 25’000 Rubel* gekauft wurde.
Surikow steht im Kunsthaus Zürich neben Hodler
Das monumentale Bild, heute im Besitz des Russischen Museums in St. Petersburg, besticht nicht nur wegen seiner eindrucksvollen Grösse von 495 x 373 Zentimeter, der Dramatik der Komposition und der Virtuosität der Malerei – es entspricht in vollkommener Weise den Anforderungen des im 19. Jahrhundert entwickelten und zur Blüte gebrachten Genres der Historienmalerei.*
Auf Initiative von russischer Seite* zeigt das Kunsthaus Zürich dieses für beide Nationen bedeutende Historienbild für kurze Zeit. Es ist unweit des heldenhaften Schweizer Werks “Die Einmütigkeit” von Ferdinand Hodler* platziert.
Quelle: www.maiak.info/kunsthaus-zuerich-surikow-suworow
(*)Hervorhebungen von mir
Also nimmt (= verkauft) die Kunstszene das Gemälde gewissermassen als authentische Historienmalerei des ausgehenden 19. Jahrhunderts ernst.
Wieviele Gemälde dieser Gattung gibt es, wo die dargestellten Leute sich derart stark gleichen, dass es einfach auffallen muss?!
Man kennt das 1881 entstandene Bourbaki-Panorama von Edouard Castres.
Darin wird die Internierung der französischen Bourbaki-Truppe während des deutsch-französischen Kriegs gezeigt.
Der Maler bemüht sich, so mein Eindruck, weit stärker um 'unverstellten' Realismus.
Wobei ich hier anmerken möchte, dieses Monumental-Bild noch nie ganauer studiert zu haben.
Eine erhellende Grafik zu Suworows Leistungen ("!Keine Niederlage!") in der Schweiz:
www.maiak.info/files/2010/06/Suworow-Marsch-Höhenmeter.jpeg
Aus: Jürg Vollmer: Der Suworow-Feldzug über die Alpenpässe im historischen Kontext (2009):
www.maiak.info/alexander-suworow-feldzug-geschichte-kontext
Links:
Die Einmütigkeit von Hodler: www.kunstkopie.de/kunst/ferdinand_hodler...keithannover1533.jpg
www.bourbakipanorama.ch/
de.wikipedia.org/wiki/Bourbaki-Panorama
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Das militärische und politische Ergebnis dieses Feldzugs war aber katastrophal: Die Koalitionspartner verloren mit Ausnahme des Tessins und einiger Bündner Bergtäler die ganze Schweiz. Die französischen Revolutionstruppen plünderten und verwüsteten Felder und Dörfer. Die Schweiz blieb bis zum Sturz Napoleons eine Republik von Frankreichs Gnaden.
Besonders schlimm hatte es die stolze Armee von Alexander Suworow erwischt: Von seinen 21‘000 Mann blieben nur 15‘000 hungrige und heruntergekommene Soldaten übrig, von denen wiederum 5‘000 mehr tot als lebendig waren. Sie hatten auf den Alpenpässen die Hälfte ihrer Pferde und Maultiere verloren, ebenso die ganze Artillerie. Heute noch finden Wanderer Kanonenteile und Munition auf dem Panixerpass.
Ich glaube, ich mache nächstes Jahr eine Wanderung über den Panixer-Pass. - Vielleicht finde ich auch noch Kanonen-Teile von Suworows Armee!
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Das militärische und politische Ergebnis dieses Feldzugs war aber katastrophal: Die Koalitionspartner verloren mit Ausnahme des Tessins und einiger Bündner Bergtäler die ganze Schweiz. Die französischen Revolutionstruppen plünderten und verwüsteten Felder und Dörfer. Die Schweiz blieb bis zum Sturz Napoleons eine Republik von Frankreichs Gnaden.
Besonders schlimm hatte es die stolze Armee von Alexander Suworow erwischt: Von seinen 21‘000 Mann blieben nur 15‘000 hungrige und heruntergekommene Soldaten übrig, von denen wiederum 5‘000 mehr tot als lebendig waren. Sie hatten auf den Alpenpässen die Hälfte ihrer Pferde und Maultiere verloren, ebenso die ganze Artillerie. Heute noch finden Wanderer Kanonenteile und Munition auf dem Panixerpass.
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In der letzten Zeit haben einige Kantone ihre Gesetze dahin gehend geändert, dass die Suche mit Metalldetektoren bewilligunspflichtig ist. Dies nicht etwa, weil die Suworow Relikte archäologisch wertvoll sind, sondern weil bei einer solchen Suche auch andere Objekte aus früheren Zeiten aufgefunden werden können. Die Archäologie betrachtet heute praktisch jeden Sondengänger als Grabräuber.
Quelle: www.1799.ch/13460/13901.html
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- stoertebecker
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Der Zug Suworows ist auch deshalb so interessant, weil er die Staatenbildung des 19.Jhd. bzw. die europäische Einigung der Neuzeit begründete (unabhängig davon ob der Zug über die Alpen stattfand oder nicht).
Dieser Punkt wird heutzutage wieder stark hervorgehoben, wie dieser Bericht zeigt.
www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/m...lucht_1.3632060.html
Hannibal kam einst über die Alpen und scheiterte. Napleon kam, sah und siegte in Ägypten und in der Schweiz. Die große Armee Napoleon scheiterte in Moskau wie auch die große Armee Suworows. Napoleon setzte den Code Noire in Kraft und begann die Rheinbegradigung. Der Wiener Kongress legte u.a. die Grenzen der Schweiz fest. Alles ist miteinander verknüpft und verwoben.
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MOSKAU und PETERSBURG liegen in der Schweiz.
Genauer in der Schaffhauser Gemeinde Ramsen.
Orts- und Flurnamen gelten als relativ beständig und sind daher einigermassen zuverlässige Indikatoren für ältere Überlieferungen unserer Vorfahren.Der Ortsname [Moskau] geht auf den Zweiten Koalitionskrieg zwischen Frankreich und den verbündeten Österreichern und Russen zurück.[...] Russische Heeresteile campierten damals in der Gegend, als Erzherzog Karl über den Rhein setzen liess und die Franzosen im Sommer 1799 für kurze Zeit aus der Ostschweiz verdrängen konnte.
[...]
Anfangs des 19. Jahrhunderts erhielt ein etwas abseits von Ramsen stehender Hof nach dem Namen seines Besitzers (eines Peter) den Übernamen Petersburg. Ein anderer Bauer fand am Platz, wo er seinen neuen Hof errichtete, viele alte Hufeisen, die angeblich von den Pferden der Russen stammten. Und so liess er sich «russisch» inspirieren und taufte sein Gehöft Moskau. Um diese beiden Hofsiedlungen entstand später ein ganzer Weiler. Bis heute gibt es ein Haus zur Krim. Bis 1934 war da sogar noch ein Gasthof namens Restaurant zur Moskau zu finden.
Interessant an MOSKAU und PETERSBURG ist, dass diese Namen relativ spät (Anfang des 19. Jh.) vergeben wurden.
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