- Dank erhalten: 0
kurze kritische Zitate
- Berlichinger
- Autor
- Neues Mitglied
-
Weniger
Mehr
14 Jahre 4 Monate her #5921
von Berlichinger
Berlichinger antwortete auf Aw: kurze kritische Zitate
schon Graf Hubert von Waldburg-Wolfegg hat diese Wiedergeburt des staufischen Mittelalters im Detail festgestellt:
"Und doch kann es keine Frage sein, dass der Stil dieser Zeit dreihundert Jahre später wieder bei uns auftaucht. Wie ein Ei dem anderen gleichen sich die quadratischen Grundrisse mit Ecktürmen, oder das Buckelquaderschloss der Fugger von 1575 in Niederalfingen!" (S. 53, Vom Nordreich der Hohenstaufen, München 1961)
Auf der selben S. 53 fällt der Schluss auf eine staufische Antike um so leichter, denn: "Friedrich baut bewusst in den Ideen des Altertums. Er verwendet Rustika und Dreiecksgiebel; die Plastiken seiner Zeit sind von denen der Antike manchmal nur mit Mühe zu unterscheiden. Seine Bauten unterteilt er mit Vorliebe durch waagerechte Linien. Das alles sind Ideen, die der Gotik fremd sind."
"Und doch kann es keine Frage sein, dass der Stil dieser Zeit dreihundert Jahre später wieder bei uns auftaucht. Wie ein Ei dem anderen gleichen sich die quadratischen Grundrisse mit Ecktürmen, oder das Buckelquaderschloss der Fugger von 1575 in Niederalfingen!" (S. 53, Vom Nordreich der Hohenstaufen, München 1961)
Auf der selben S. 53 fällt der Schluss auf eine staufische Antike um so leichter, denn: "Friedrich baut bewusst in den Ideen des Altertums. Er verwendet Rustika und Dreiecksgiebel; die Plastiken seiner Zeit sind von denen der Antike manchmal nur mit Mühe zu unterscheiden. Seine Bauten unterteilt er mit Vorliebe durch waagerechte Linien. Das alles sind Ideen, die der Gotik fremd sind."
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Berlichinger
- Autor
- Neues Mitglied
-
Weniger
Mehr
- Dank erhalten: 0
14 Jahre 4 Monate her - 14 Jahre 4 Monate her #5922
von Berlichinger
Berlichinger antwortete auf Aw: kurze kritische Zitate
ein dementsprechendes staufisches Heidentum in zitiertem "Nordreich":
"Schließlich noch ein Wort über die Kirchen. Der Staufer hatte für sie wenig Sinn. Er hat also keine Klöster gegründet." (S. 43)
"Ich möchte damit sagen, dass wahrscheinlich die Söhne Friedrichs II. die üble Gewohnheit ihres Vaters übernommen haben, in ihren Burgen keine Kapelle zu bauen." (S. 26)
und "An Wandbehängen findet sich nur einer, ... Ganz eigentümlich ist das Thema des Teppichs: "Hochzeit des Merkur mit der Philologie", ebenso die Gewandung der Figuren mit griechischer Aufmachung. Zwar erscheint auch ein Bischof, doch nicht gewichtiger als Mercurius, Justitia und die anderen Personen. Das Thema ist einem heidnischen Gedicht des 5. Jahrhunderts entnommen. Wir wundern uns, wie großzügig diese Zeit war, in der eine Äbtissin dem Papst Innozenz III. ein Geschenk dieser Art übergeben wollte."
doch: "Offensichtlich sind die ganzen Akten der kaiserlichen Kanzlei verlorengegangen; wahrscheinlicher ist allerdings, dass sie, wie in Süditalien, systematisch vernichtet wurden."
(S. 39, Graf Waldburg-Wolfegg, Vom Nordreich der Hohenstaufen, München 1961)
"Schließlich noch ein Wort über die Kirchen. Der Staufer hatte für sie wenig Sinn. Er hat also keine Klöster gegründet." (S. 43)
"Ich möchte damit sagen, dass wahrscheinlich die Söhne Friedrichs II. die üble Gewohnheit ihres Vaters übernommen haben, in ihren Burgen keine Kapelle zu bauen." (S. 26)
und "An Wandbehängen findet sich nur einer, ... Ganz eigentümlich ist das Thema des Teppichs: "Hochzeit des Merkur mit der Philologie", ebenso die Gewandung der Figuren mit griechischer Aufmachung. Zwar erscheint auch ein Bischof, doch nicht gewichtiger als Mercurius, Justitia und die anderen Personen. Das Thema ist einem heidnischen Gedicht des 5. Jahrhunderts entnommen. Wir wundern uns, wie großzügig diese Zeit war, in der eine Äbtissin dem Papst Innozenz III. ein Geschenk dieser Art übergeben wollte."
doch: "Offensichtlich sind die ganzen Akten der kaiserlichen Kanzlei verlorengegangen; wahrscheinlicher ist allerdings, dass sie, wie in Süditalien, systematisch vernichtet wurden."
(S. 39, Graf Waldburg-Wolfegg, Vom Nordreich der Hohenstaufen, München 1961)
Letzte Änderung: 14 Jahre 4 Monate her von Berlichinger.
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Weidenbach
- Offline
- Neues Mitglied
-
Weniger
Mehr
- Beiträge: 3
- Dank erhalten: 0
14 Jahre 4 Monate her - 14 Jahre 4 Monate her #5929
von Weidenbach
Weidenbach antwortete auf Aw: kurze kritische Zitate
Letzte Änderung: 14 Jahre 4 Monate her von Weidenbach. Begründung: inhalt veraltet
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
14 Jahre 4 Monate her - 14 Jahre 4 Monate her #5931
von Tuisto
Tuisto antwortete auf Re:Aw: kurze kritische Zitate
Weidenbach wrote:
Wäre das wichtig?
Oder geht es hier etwa nicht um das Aufzeigen der Schwachstellen der gelehrten Chronologie anhand von Zitaten?
Walter Haug und ich haben schon vor Jahren festgestellt, dass die Stauferburgen identisch sind mit den kleinasiatischen Burgen der Diadochen und kamen zum gleichen Schluß wie Müller um 1800, den wir erst seit kurzem kennen, der schrieb, dass die Kreuzzugszeit zugleich der Kampf um Troja war.
Ich habe damals geschrieben, dass alles über das Jahr 0 gespiegelt wurde:
-752 Rom zu +752 Pippin, Karolinger und das Neue Rom
-1192 Troja und +1192 Kreuzüge (hier: Ende 3. Kreuzzug)
Doch das hier nur am Rande, denn dieser Thread ist ja den Zitaten vorbehalten.
der berlichinger ist nicht weit entfernt von den Löwensteinern und deren Verwandtschaft namens Thurn & Taxis (aus französisch tournasser verbalhornt). Ist er dann ein Jesuit?
Wäre das wichtig?
Oder geht es hier etwa nicht um das Aufzeigen der Schwachstellen der gelehrten Chronologie anhand von Zitaten?
Walter Haug und ich haben schon vor Jahren festgestellt, dass die Stauferburgen identisch sind mit den kleinasiatischen Burgen der Diadochen und kamen zum gleichen Schluß wie Müller um 1800, den wir erst seit kurzem kennen, der schrieb, dass die Kreuzzugszeit zugleich der Kampf um Troja war.
Ich habe damals geschrieben, dass alles über das Jahr 0 gespiegelt wurde:
-752 Rom zu +752 Pippin, Karolinger und das Neue Rom
-1192 Troja und +1192 Kreuzüge (hier: Ende 3. Kreuzzug)
Doch das hier nur am Rande, denn dieser Thread ist ja den Zitaten vorbehalten.
Letzte Änderung: 14 Jahre 4 Monate her von Tuisto.
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Berlichinger
- Autor
- Neues Mitglied
-
Weniger
Mehr
- Dank erhalten: 0
14 Jahre 4 Monate her #5934
von Berlichinger
Berlichinger antwortete auf kurze kritische Zitate
zur Datierung aller staufischen Quader-Bauten:
"Wir haben uns angewöhnt, die meisten Burgen in die Zeit vor König Philipp zu datieren; es wird gut sein, wenn wir diese Meinung gründlich revidieren und zur Kenntnis nehmen, dass außer den ausgesprochenen Kaiserburgen nur wenige die Zeit vor 1206 erlebt haben." (S. 48)
"In die unglückliche Regierungszeit König Heinrichs fällt weitaus die größte Zahl unserer Burgen." (S. 50)
"Auch alle mehreckicken Türme gehören in Heinrichs Regierungszeit. Die hufeisenförmigen Türme werden auch im Orient meist spät gebaut. Sie scheinen bei uns wenig in Mode gewesen zu sein. Ihre so zahlreiche Verwendung in England und Irland ist auch dort spät, also noch nach 1250 anzutreffen. Die Zange zur Beförderung der Steine wird schon zu Anfang des Jahrhunderts üblich." (S. 51)
"Natürlich lassen sich, wie bei jedem Baustil, die Bautypen unmöglich abgrenzen. - Aber im allgemeinen sind fast alle Bauten später, als wir annehmen, und andererseits wurden viele Neuerfindungen früher eingeführt, als wir sie datieren." (S. 52, Graf Waldburg-Wolfegg, Vom Nordreich der Hohenstaufen, München 1961)
"Wir haben uns angewöhnt, die meisten Burgen in die Zeit vor König Philipp zu datieren; es wird gut sein, wenn wir diese Meinung gründlich revidieren und zur Kenntnis nehmen, dass außer den ausgesprochenen Kaiserburgen nur wenige die Zeit vor 1206 erlebt haben." (S. 48)
"In die unglückliche Regierungszeit König Heinrichs fällt weitaus die größte Zahl unserer Burgen." (S. 50)
"Auch alle mehreckicken Türme gehören in Heinrichs Regierungszeit. Die hufeisenförmigen Türme werden auch im Orient meist spät gebaut. Sie scheinen bei uns wenig in Mode gewesen zu sein. Ihre so zahlreiche Verwendung in England und Irland ist auch dort spät, also noch nach 1250 anzutreffen. Die Zange zur Beförderung der Steine wird schon zu Anfang des Jahrhunderts üblich." (S. 51)
"Natürlich lassen sich, wie bei jedem Baustil, die Bautypen unmöglich abgrenzen. - Aber im allgemeinen sind fast alle Bauten später, als wir annehmen, und andererseits wurden viele Neuerfindungen früher eingeführt, als wir sie datieren." (S. 52, Graf Waldburg-Wolfegg, Vom Nordreich der Hohenstaufen, München 1961)
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- Berlichinger
- Autor
- Neues Mitglied
-
Weniger
Mehr
- Dank erhalten: 0
14 Jahre 4 Monate her #5935
von Berlichinger
Berlichinger antwortete auf Aw: kurze kritische Zitate
Reinhard von Gemmingen in seiner Genealogie von 1630, der Titel des 7. Kapitels spricht schon für sich:
"Caput VII. Daß man mit dergleichen Genealogicis Deductionibus in continua ascendenti Liniea, fast bey keinem Geschlecht über 400. Jahr kommen könne, und warumb?"
"Es ist nit zu verwundern, daß ich nicht ausdrücklichere und klährere Bericht von solchen uralten Geschichten, Herkommen, und Veränderung dieser Geschlechter, kan beybringen, dann offenbahr, daß alle Brieffliche Documenta, bey dem Adel um das Jahr 1250. ein End oder vielmehr noch kein Anfang haben." (S. 552)
"Man wird wenig geschriebene Brieff vor dem 1250. Jahr finden, ausgenommen in Clöstern und bey Stifftern, da kommet man fast zum höchsten zurück auf das Jahr 1100. die ältere, so spargirt werden, und zwar von Carolo Magno, Dagoberto oder andern, seynd mehrentheils fingirt, die Grabstein und Epitaphia haben auch allererst angefangen ums Jahr 1380. exceptis Regibus & Episcopis & paucis principibus." (S. 552, Bibliotheca Equestris, herausg. v. J. St. Burgermeister, Ulm 1720)
Diese nüchterne genealogische Bestandsaufnahme des 17. Jh. deckt sich zu 100% mit der architektonischen des 20. Jh. im zitierten "Nordreich der Hohenstaufen"! Und Karl d. Gr. fingiert! Das wusste man schon 1630, da hat Illig einen alten Eisenhut ausgegraben ...
"Caput VII. Daß man mit dergleichen Genealogicis Deductionibus in continua ascendenti Liniea, fast bey keinem Geschlecht über 400. Jahr kommen könne, und warumb?"
"Es ist nit zu verwundern, daß ich nicht ausdrücklichere und klährere Bericht von solchen uralten Geschichten, Herkommen, und Veränderung dieser Geschlechter, kan beybringen, dann offenbahr, daß alle Brieffliche Documenta, bey dem Adel um das Jahr 1250. ein End oder vielmehr noch kein Anfang haben." (S. 552)
"Man wird wenig geschriebene Brieff vor dem 1250. Jahr finden, ausgenommen in Clöstern und bey Stifftern, da kommet man fast zum höchsten zurück auf das Jahr 1100. die ältere, so spargirt werden, und zwar von Carolo Magno, Dagoberto oder andern, seynd mehrentheils fingirt, die Grabstein und Epitaphia haben auch allererst angefangen ums Jahr 1380. exceptis Regibus & Episcopis & paucis principibus." (S. 552, Bibliotheca Equestris, herausg. v. J. St. Burgermeister, Ulm 1720)
Diese nüchterne genealogische Bestandsaufnahme des 17. Jh. deckt sich zu 100% mit der architektonischen des 20. Jh. im zitierten "Nordreich der Hohenstaufen"! Und Karl d. Gr. fingiert! Das wusste man schon 1630, da hat Illig einen alten Eisenhut ausgegraben ...
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.