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De septem secundeis ...

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14 Jahre 8 Monate her - 14 Jahre 7 Monate her #4876 von Tuisto
@UlrichM

Ausserdem kommt der jüdischen Kultur in seinen Tagen allenfalls eine provinzielle Bedeutung in der römschen Welt zu - sprich gar keine!


Das habe ich früher auch gedacht, bis ich mich mit der Geschichtsschreibung aus jüdischer Sicht eingehender befasste.

Es ist zweifelsfrei Fakt, dass nur Juden durchweg seit der Antike lesen und schreiben konnten. Daher waren Sie auch im Mittelalter und in der Neuzeit Ärzte, Astronomen, Bankiers und oftmals Haushistoriker der herrschenden Schicht. Unabhängig davon, dass diese christlich war.

Hier als Beispiel ein Crash-Kurs in jüdischer Geschichte zur Römerzeit:

"Mass Conversion in the Roman World

The turbulence in the Jewish world at the time of the rise of Herod paralleled in many ways the turbulence in the Roman world. As people in the Jewish world turned more and more to the world of the spirit, the Roman world, too, experienced a type of soul searching that, first, manifested as disillusionment with paganism, and, then a wide-spread interest in Judaism.

The Jewish population in the world at the beginning of the reign of Herod was approximately four to six million. A century later, after the destruction of the Temple, there were almost ten million Jews, representing an enormous increase.[2] The reason was not simply related to an increased birth rate, but that hundreds of thousands – if not millions – converted to Judaism. It was a time of mass conversion in the Roman world.

Roman historians wrote that approximately one out of every ten people in the Roman Empire was Jewish. Today, Jews are about an eighth of one percent of the world population. One can imagine the influence Jews had when they were ten percent.

The main reason is simple: Roman paganism began to break down. It was a victim of its own success. The Romans had developed their own culture with their own provincial ways. As their empire expanded they came into contact with a great and wide world. Suddenly, belief in all of their superstitions and fairy tales began to seem petty and empty. People who were enlightened enough to impose the Pax Romana (“Roman Peace”) on the world suddenly found it very hard to swallow their own religion.

The Jews held almost a fatal attraction for the Romans. Much of the Roman upper class converted to Judaism. If the Jews would have waived the requirement of circumcision who knows how many Romans would have become Jewish. Later, Paul — one of the leaders of early Christianity — would capitalize on that to win adherents to his new religion. In effect, Paul told them that they could have all the benefits of Judaism without any of the pain and liability.

The Talmud discusses how non-Jews came to Hillel seeking conversion with outlandish conditions. Nevertheless, Hillel found ways of convincing them to convert. That does not mean he converted people at random or without requirements. But, it demonstrates how it was a time of mass conversion.

Even more remarkable is that it happened despite the fact that Judaism is not a proselytizing religion; it does not go out and look for non-Jews to become Jewish. Nevertheless, this was an exceptional period that lasted 100 to 150 years in which the Jewish population perhaps doubled. That was mainly because of converts.

Many Jewish commentators attribute it to the fact that Hillel himself had been a student of converts (Shamaya and Avtalyon) and was thus partial to converts. Hillel’s support of his teachers – his constant quoting of them and attributing his knowledge to them – strengthened this movement of converts throughout the Jewish people.

In either event, this infusion of outside blood in such a relatively short period of time remains one of the unique phenomena of Jewish history.

In times of terrible crisis, God provides singular people who enable the Jewish people to survive. Hillel was such a person. He arrived as a counter-balance to the madman Herod. His strength of character and nobility of spirit was the inspiration of the Jewish people not only of his generation, but of Jews even today 2,000 years later. It was Hillel, not Herod, who reestablished the true Kingdom of the Jews, which is the Kingdom of Torah, of goodness and kindness.
[1] The Talmud (Shabbos) mentions 18 exceptions.

[2] According to other estimates, there were three or four million Jews in the century before the destruction and six million afterward."

www.jewishhistory.org/hillel-and-shammai/

Wer hätte das gedacht! Oder. Wer schrieb die "wahre-re" Geschichte?

PS: Wir sollten uns noch intensiv über die anaragonische Umwäzung unterhalten, die Sie im Prinzip völlig richtig auf 2243 (2242 bis 2244) berechneten. Vor allem wie man zur Reduktion auf 2016 bis 2018 kommt.
Letzte Änderung: 14 Jahre 7 Monate her von Tuisto.
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14 Jahre 7 Monate her - 14 Jahre 7 Monate her #4879 von UlrichM
UlrichM antwortete auf Aw: De septem secundeis ...
Tuisto schrieb:

PS: Wir sollten uns noch intensiv über die anaragonische Umwäzung unterhalten, die Sie im Prinzip völlig richtig auf 2243 (2242 bis 2244) berechneten. Vor allem wie man zur Reduktion auf 2016 bis 2018 kommt.


Ja, gerne... aber eine Reduktion auf die Jahre 2016/2018 halte ich schon deshalb für falsch, weil der Vierzeiler II, 46 von einer "zweiten Erschütterung der Menschheit" spricht, der also eine "erste" vorausgegangen sein muss. Diese ist jedoch im Gegegsatz zur "zweiten" nur sehr bedingt datierbar.

Was die jüdische Geschichte aus der Sicht der Juden betrifft, so denke ich, dass die glorreiche Überhöhung der eigenen Vergangenheit keineswegs als objektive Darstellung zu werten ist. Aber was soll man von "Gott Auserwählten" auch anderes erwarten; diese schräge Attitüde ist im übrigen bei weitem keine ausschliesslich jüdische Angelegenheit.

Am Rande bemerkt: Die Perser kennen seit 2500 Jahren eine ununterbochene Schriftkultur, die die jüdische massgeblich mit formte.

Alexander Kohut, 1866
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14 Jahre 7 Monate her #4880 von Tuisto
Ja, das ist der alte Bibel-Babel Streit des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

Was der jüdische Text zeigt, ist, dass wir, zumindest in diesem Zeitraum um die Zeitenwende, keiner Überlieferung trauen können. Tatsächlich könnte die jüdische Überlieferung aber schon deshalb authentischer sein, weil das Christentum anfangs schlichtweg jüdisch im römischen Umfeld war. Die konvertierten und machthungrigen (nichtjüdischen) Christen hatten daher ein sehr viel größeres Interesse an einer Geschichtsfälschung zu ihren Gunsten, um sich damit eindeutig von den Juden distanzieren zu können.

Unabhängig davon geht es tatsächlich um den Einfluß der babylonischen (= persichen und chaldäischen)Juden, weniger um jene aus Palästina. Mir ist zwar nicht bekannt, dass man eine Bibel in Keilschrift gefunden hätte, was für ein Volk, das so lange dort lebte und Einzelne in die höchsten Ränge aufstiegen (ws natürlich alles erfunden sein kann), doch sehr seltsam ist und die Vermutung nährt, dass die Bibel eben doch viel jünger ist, als ihr vermuteter schriftlicher Ursprung ab 500 BC.

Es ist auch recht wahrscheinlich, dass die chronologische Erzengellehre von der siebenstufigen Zikkurrat namens Esagila in Babylon ausging und von deren Priesterastronomen erfunden wurde. Das ganze Akitufest ist im Grunde ein Vorläufer des christlichen Osterfestes. Und Babylon war nunmal das Tor Gottes! Auch wenn dies alles nur Fiktion ist.
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14 Jahre 7 Monate her #4881 von Tuisto
"9) Es ist beachtenswert!], dase die Schwankung zwischen der Zahl sechs oder sieben Ameshaçpefttae, je nachdem Ahuramaadâo zu der Classe der Afi. çp. gezählt cf. It. 1, 36; 2, 1. 6 oder nicht gezählt wird cf. Spiegel's Einleitung zu seiner Avesta-Uebers. S. VII, sich auch in den jüdischen Schriften wiederholt. So nimmt das sogenannte Jerusalem. Targum zu Deuter. 34, 6 und das Buch Henooh c. 20, wo die Liste der „wachenden Engel" aufgerechnet ist — nur sechs; das Buch Tobias 12, 15 und B. Henoch с. 90, 21 sieben als Zahl der Engelfürsten an. Letzteres ist wohl die richtigere Annahme, der dann auch die christlichen sieben Erzengel âçiàyyelot entsprechen v. These. 4, 16; Ep. Jod. 9."

In dieser Anmerkung entdecken wir vielleicht schon den Grund für die chronologische Konstruktion mit 6 Erzengeln ohne die Sonne (= Michael, manchmal auch Raphael und bei den Juden sogar Gabriel!) statt der Sieben!

2000 : 6 = 333 1/3 Jahresrhythmus
2000 : 7 = 285,71 Jahressrhythmus

6 x 72 = 432 Zeitalter
7 x 72 = 504 Christus, die Sonne
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14 Jahre 7 Monate her - 14 Jahre 7 Monate her #4883 von UlrichM
UlrichM antwortete auf Aw: De septem secundeis ...
Tuisto schrieb:

Es ist auch recht wahrscheinlich, dass die chronologische Erzengellehre von der siebenstufigen Zikkurrat namens Esagila in Babylon ausging und von deren Priesterastronomen erfunden wurde. Das ganze Akitufest ist im Grunde ein Vorläufer des christlichen Osterfestes. Und Babylon war nunmal das Tor Gottes! Auch wenn dies alles nur Fiktion ist.


Die gesamte Antike des Vorderen Orients kennt Engelsgestalten und das schon zu Zeiten, als die jüdische Religion noch nicht einmal im Begriff war, sich als monotheistischer Glaube zu formieren. Desgleichen verhält es sich mit der Beobachtung der Gestirne und dem Lauf der Planeten sowie der Berechnung von Kalendern. Nichts davon ist jedoch originär jüdisch.

Die jüdischen Priesterkasten verstanden es jedoch sehr gut, all diese uralten mesopotamischen Traditionen zu ihren eigenen Zwecken zusammen zu fassen. Daraus entstand dann widerum ein Substrat, genannt Altes Testament, die antike jüdische "Geschichtschreibung", was immer man davon halten mag.

Nachtrag: Die Juden im heidnischen Rom, Abraham Berliner
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14 Jahre 7 Monate her - 14 Jahre 7 Monate her #4885 von Tuisto
Nun, ich wollte auch nur zeigen, dass wir nichts genaues wissen, weil die Überlieferungsstränge extrem unterschiedliche Aussagen zum Wirken der Juden im römischen Reich der Zeitenwende machen.
Abraham Berliner, den Sie dankenswerterweise hier eingestellt haben, kommt schließlich auch zu dem Urteil, dass vieles nicht belegt ist, aber man von dem Wenigen, was man glaubt sicher zu wissen, dennoch den Juden zur Zeit Cäsars und Augustus´ einen großen Einfluß in Rom zugestehen muss.

Man kann ihnen auch nicht vorwerfen, die mesopotamischen (und ägyptischen) Traditionen zu ihren eigenen Zwecken zusammengefasst zu haben. Schließlich schrieb ihnen der große Prophet Jesaja im Kapitel 19 über Ägypten genau dieses als Gottes Wille im letzten Satz ins Gesangsbuch:
"Denn der Herr der Heere wird sie segnen und sagen: Gesegnet ist Ägypten, mein Volk, und Assur, das Werk meiner Hände, und Israel, mein Erbbesitz."

Assur und Ägypten existieren nicht mehr, Israel, sein Erbbesitz hingegen schon!

Oder kann man es ihnen doch vorwerfen?
Man sieht, wie sich hier die Katze in den Schwanz beißt, denn schon Jesaja könnte im Hinblick auf die geplante Usurpation geschrieben worden sein.
Letzte Änderung: 14 Jahre 7 Monate her von Tuisto.
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