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Die Gotik dauerte ca. zwei Generationen

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16 Jahre 6 Monate her #1032 von Allrych
Vor kurzem habe ich die Baugeschichte des gotischen Münsters in Bern neu analysiert:

www.dillum.ch/html/bern_muenster_baugeschichte_neu.htm

Dabei ergab sich vor allem eine lückenlose und in sich verschränkte bauliche Entwicklung von einem spätrömischen Bau zu einer romanischen Kirche und schliesslich zu einer gotischen Kathedrale.

Und da die Bauten sich nur beschränkt halten und der Geschmack und die Bedürfnisse der Erbauer rasch wechseln, kann man aus diesen Gegebenheiten einen Zeitraum von etwa zwei bis drei Generationen, also etwa gut 50 Jahre abschätzen.

Das gotische Münster in Bern mit seiner gewaltigen Plattform wurde nach meiner Schätzung in den 1750er Jahren vollendet. - Die spätrömische Zeit ist also vor etwa dreihundert Jahren ("um 1700 - 1710") anzusetzen.
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16 Jahre 6 Monate her - 16 Jahre 6 Monate her #1033 von prusak
"kann man abschätzen".

Ist das Schätzen jetzt eine ernsthafte Methode?
Ist diese Schätzung irgendwie vermittelbar?
Woran kann man das "Festmachen", außer am Daumen?


Ich selbst habe ein vergleichbares Problem
so formuliert:

"Liest man die Literatur über Schwerin,
so fällt die merkwürdige Baugeschichte
des Doms auf: vom XII. bis zum XV. Jahrhundert
soll fleißig daran gebaut worden sein,
vom XVI. bis ins XIX. Jahrhundert nicht mehr,
und seit 1840 wird er in jeder Generation
mit großem Aufwand repariert.
Die 300jährige Baupause ist höchst problematisch:
kein Bauwerk dieser Art kommt so lange
ohne größere Reparaturen aus.

Es hat also den Anschein, als wäre die tatsächliche Bauzeit
– die wohl ins XV.-XVII. Jahrhundert fällt –
nach hinten „geklappt“ worden,
um die Jahrhunderte davor irgendwie zu füllen.
Erst dadurch erscheint die Folgezeit so „leer“
und erst dadurch ist der Dom so einsam in den 300 Jahren
zwischen 1170 und 1500 – es gibt in Schwerin
kein anderes in diese Zeit datiertes Gebäude,
nicht einmal einen Keller."

Der Unterschied ist hoffentlich erkennbar:
ich schätze nichts, sondern stütze mich
auf die Aussagen der dortigen Fachleute,
die durch alle Keller gekrochen sind
und alle Baurechnungen studiert haben.

Es hat doch keinen Sinn, alle diese
Leute zu brüskieren, als wären sie Idioten.
Es erscheint mir jedoch sinnvoll,
sie auf die Konsequenzen ihrer
Geschichtsgläubigkeit hinzuweisen.

Freilich ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass
diese vielleicht gar nicht mal dummen Leute
ihrerseits unsereinen für einen Idioten halten,
egal, wieviel Mühe man sich gibt.

Also, unter uns hier: Ich halte die
neuerliche Verkürzung der Berner Baugeschichte
für übertrieben und zu wenig begründet.
Letzte Änderung: 16 Jahre 6 Monate her von prusak.
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16 Jahre 6 Monate her #1035 von prusak
In Schwerin wurde um 1710 die Schelfstadt neugeordnet,
die dortige gotische Schelfkirche abgerissen und
statt dessen die erste mecklenburgische
barocke Kirche gebaut.
Es gibt daran überhaupt keinen Zweifel.
Ich wüsste auch nicht, wie und warum
das chronologisch anders gewesen sein soll.
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16 Jahre 6 Monate her #1036 von Allrych
"Prusak" hält meine verkürzte Baugeschichte des gotischen Münsters von Bern für übertrieben.

Da steht er nicht allein. Mehrere möchten wohl die Epochen verkürzten und näher an die Jetztzeit heranschieben.

Aber wer auf halbem Wege anhält, soll besser keinen Schritt machen: Entweder sucht man eine plausible Chronologie und begründete Zeitstellungen zu formulieren - oder man lässt es sein.

Das Problem ist nach wie vor das gleiche: die katastrophale Geschichts- und Datierungsgläubigkeit - auch unter Leuten, die der kritischen Chronologie nahestehen.

www.dillum.ch/html/bern_muenster_baugeschichte_neu.htm
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16 Jahre 6 Monate her - 16 Jahre 6 Monate her #1038 von prusak
Ich glaube nicht, dass es was mit
Gläubigkeit zu tun hat:

da gibt es die Bauzeichnungen, die Bauakten
den Streit um die Ausstattung der Schelfkirche
(wer fälscht Verwaltungsakten?)
und womöglich ist der Neubau der
Schweriner Schelfkirche ja die
Auswirkung des gerade vollzogenen
Übertritts zur reformierten Kirche
bzw. der Einführung des gregorianischen
Kalenders in Mecklenburg (1700)

- lauter Dinge, die real erscheinen
und die wegzudenken nur dann nicht schwer fällt,
wenn man Geschichte durch subjektive
Schätzungen ersetzen will.

Wie schon mal gesagt:
statt solcher Schnellmalschätzungen
würde ich gern mal ein paar Untersuchungen
der gründlichen Art dazu lesen.

Vermutlich mit mir auch noch andere.

Oder noch anders ausgedrückt, replay:
"Entweder sucht man eine plausible Chronologie
und begründete Zeitstellungen zu formulieren
- oder man lässt es sein."
Letzte Änderung: 16 Jahre 6 Monate her von prusak.
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16 Jahre 6 Monate her - 16 Jahre 6 Monate her #1039 von ron

Wie schon mal gesagt:
statt solcher Schnellmalschätzungen
würde ich gern mal ein paar Untersuchungen
der gründlichen Art dazu lesen.
Vermutlich mit mir auch noch andere.

Ich Anderer auch.

Aber wer auf halbem Wege anhält, soll besser keinen Schritt machen: Entweder sucht man eine plausible Chronologie und begründete Zeitstellungen zu formulieren - oder man lässt es sein.

Wer einen Weg gehen will, solang er auch sei, der muss den ersten Schritt machen!
Beim gehen muss man sich orientieren, sein Umfeld beobachten.
Mann könnte sich verlaufen.
Nicht wer weit geht kommt ans Ziel.
Der Weg muss schon der richtige sein. Und wenn ich mich verlaufen habe, muss ich die Richtung korrigieren (nicht unbedingt an den Ausgangspunkt zurückkehren).
Letzte Änderung: 16 Jahre 6 Monate her von ron.
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