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Werben

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16 Jahre 3 Monate her - 16 Jahre 3 Monate her #1610 von ron
Werben wurde erstellt von ron
prusak hat hier mal von einem kleinen Ort im Norden von Sachsen-Anhalt erzählt, der im sehr gefällt. Das beschauliche Havelberg in der Altmark, was so eigentlich gar nicht mehr zur alten Mark gehört.
Eine geschichtsträchtige Ecke. Hier begann die Ostbesiedlung durch die Askanier.
Vielfach vergessen liegt in Sichtweite von Havelberg auf Westseite der Elbe eine Stadt, die nicht nur stolze 789 Einwohner zählt, sich aber als Kleinste des Bundes "Hansestadt" nennt.
Aber eigentlich sollte sie Johannieter-Stadt heißen.
Der Orden hat dort die älteste Gründung auf deutschem Boden.
de.wikipedia.org/wiki/Werben_(Elbe)
Werben - so der Name des Ortes - hat auch ein ungeteiltes Wappen mit dem Adler
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/df/Wappen_Werben_(Elbe).png/140px-Wappen_Werbe

Eines solchen können sich im Allgemeinen nur "Reichsunmittelbare" Städte rühmen.

Und dann gab es da noch einen Schweden, König seines Ranges, der ausgerechnet Werben über viele Jahre zu seinem Heerlager machte

Im Hintergrund des Bildes (wenn es denn mit dem hochladen klappt) ist Havelberg zu sehen.
Letzte Änderung: 16 Jahre 3 Monate her von ron.

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16 Jahre 3 Monate her - 16 Jahre 3 Monate her #1611 von prusak
prusak antwortete auf Aw: Werben
Vor Jahren hatte ich auch mal über Werben nachgedacht.
Aber wenn einer bessere Ideen hätte - wäre ich dankbar.

Die Geschichte von den furchtlosen Johannitern
von Herwig Brätz
22.6.2003

Die kleine Stadt Werben in der Altmark soll ihren Namen
den slawischen Urbewohnern verdanken, die in ihm
die Weiden am Elbufer verewigten.
Dies behaupten jedenfalls die Autoren des „Städtenamenbuchs der DDR“,
Hans Walther und Ernst Eichler.
Tatsächlich bedeutet der Name in allen slawischen Mundarten „Weide“.
Die Frage (die sich die beiden Autoren nie gestellt haben) ist jedoch,
ob die Johanniter bei der Gründung der Stadt wirklich
den heimischen slawischen Dialekt so weit beherrschten
und schätzten, daß sie gerade diesen für den Namen wählten.
Bei Thietmar von Merseburg ist von einem „Castrum Wiribeni“ die Rede –
warum sollten nicht beide Begriffe lateinisch sein?
Viri beni oder Viri veni würde dann etwa bedeuten:
„Gute Männer sind gekommen“.
Aber wer sich selbst als „Guten Mann“ bezeichnet,
ist wohl ein ziemlicher Maulheld.

Einen solchen Maulhelden zeigt auch der Grundriß der Stadt:
Der Mauerring stellt – von Osten betrachtet -
den Kopf eines Hasen dar. Die St.-Johanniskirche ist das Auge,
die Heiligen-Geist-Kapelle die Nase.

Man erkennt sofort, daß dieser Hase ein Angeber ist,
denn der Hund, welchen die Straßen der Stadt zeichnen,
ist gegen ihn ein kleiner Wicht.
Die St.-Johanniskirche ist der Kopf des Hundes,
der Markt sein schmächtiger Körper.
Der Hund hat Angst vor dem Hasen,
denn dieser sieht ihn von hinten und spürt in der Nase,
wie der Hund „einen fahren läßt“.
Der Hase hat das Ohr aufgerichtet,
in ihm wurde der Alte Friedhof eingerichtet.
Das St.-Georg-Hospital im Ohr erinnert daran,
daß der Hase seinerzeit die Drachen mit den Ohren umgehauen hat
– jedenfalls, wenn man seinen Erzählungen traut.

Die wahre Geschichte freilich soll anders verlaufen sein:
Danach haben die Johanniter erst in Palästina und
später von den Türken mächtige Prügel einstecken müssen
und waren froh, als sie in der Altmark
einen ruhigen Schlupfwinkel gefunden hatten.
Es spricht jedoch für sie, daß sie zumindest die Ohren
wirklich nicht hängen ließen und hier noch einmal anfingen,
wenn auch eher als friedliche Landleute.
Die wirkliche Geschichte vom Hasen und dem Hund
findet sich im Physiologus, der vom Hasen sagt,
„daß er, wenn er gejagt wird, in die Felsen flieht
und den Berg hinauf und sich so rettet.
Wenn er aber den Berg hinab läuft, kann er sich nicht retten,
weil seine Vorderfüße nur wie Stummel sind.
Dann faßt ihn schnell der Hund und deswegen sucht er den Weg hinauf.“

„Der Weg hinauf“ „im Willen Gottes“ war für die Johanniter
wohl der Weg nach Norden, in die beschauliche Idylle der Altmark,
wo sie die „Gipfel der Tugend“ bestiegen und
wo die ungläubigen Hunde sie nun wirklich nicht mehr zu fassen kriegten
– sie aber mit ihren unglaublichen Abenteuern bei den Sarazenen prahlen konnten.
Letzte Änderung: 16 Jahre 3 Monate her von prusak. Begründung: Einfügen eines Bildes

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16 Jahre 3 Monate her #1612 von ron
ron antwortete auf Aw: Werben
Und ich dachte, Herr Brätz hätte klein Werben vergessen.
Die Geschichte wird aber noch viel besser, wenn wir Gustav den König der Schweden einbeziehen. In Werben hatte er sein ständiges Feldlager.
Von hier aus, von wo sonst, wollte er Deutschland erobern.

Das Feldlager stand so lange, dass es bis heute im Luftbild nachvollziehbar ist.

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16 Jahre 3 Monate her - 16 Jahre 3 Monate her #1615 von prusak
prusak antwortete auf Aw: Werben
Die Schweden kamen ja wohl erst später,
wenn sie nicht die eigentlichen "Römer" waren,
oder vielmehr deren Widersacher.

Der Hund gefällt mir heute nicht mehr.

Und den Namen kann man ägyptisch noch besser deuten:

hwr-wn (Falke-Hase) bedeutet "Horus als Hase",
was sowohl dem Adler-Wappen wie auch der Hasen-Glyphe
entspricht.

Vielleicht erkennt ja jemand in den Straßen ein Bild.
Deswegen hier auch noch der ganze Stadtplan
(den ich übrigens vom Danneil-Museum Salzwedel habe).

Letzte Änderung: 16 Jahre 3 Monate her von prusak.

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16 Jahre 3 Monate her #1618 von ron
ron antwortete auf Aw: Werben

Danneil-Museum Salzwedel

Schön, dass mich mal jemand an das Danneil-Museum erinnert.
Seit Jahren verschiebe ich den Besuch, trotz dem, oder gerade weil es nur 150 Meter vor meiner Tür liegt.

der Weg nach Norden, in die beschauliche Idylle der Altmark


Das schmeichelt dem Eingeborenen ;-)

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16 Jahre 3 Monate her #1619 von Tuisto
Tuisto antwortete auf Aw: Werben
Da ich grundsätzlich zuerst an die Planeten und erst in zweiter Linie an die Sternbilder und Sterne denke, vermute ich, dass das Werbener Stadtwappen den Adler = Sonne, die Mondsichel = Hase als Stadtbild und den sechszackigen Stern = Merkur und/oder Venus darstellt.

Wenn der Mond steigt, (Neumond => Vollmond im Westen), siegt er scheinbar durch sein Bergklettern über die Venus als Abendstern, wenn er im Osten versinkt, siegt die Venus als Lichtbringerin über ihn. Merkur ist zwar wesentlich kleiner, macht aber im Prinzip als innerer Planet das selbe.

Merkur steht als Thot auch mit dem Hund Anubis und dem Mond in Verbindung. Allerdings hat Anubis eine spitze Schnauze.

Von hier bahnt sich der mythologische Weg in die Sternenwelt, zu Isis und Nephthys und den Unterweltsagen.

Die Schweden könnten eher die Verbündeten = Allemannen/Sueben gegen die Römer = Habsburger/Rhein- und Donauanrainer gewesen sein. Dass sie da waren, steht zweifelsfrei fest. Ebenso, dass sie sich in Süddeutschland erfolgreich herumtrieben. Im Grunde wäre eine 400-jährige Namensgebung Süddeutschlands durch erfolgreiche nordische Söldner besser zu begründen, als die offiziellen 1700 Jahre.

In sofern muss man sich auch fragen, ob der 30-Jährige Krieg nicht Gegenstand der Varusschlacht war, bzw. ob diese zeitlich nicht weit davon entfernt einzuordnen wäre.
Wenn in Werben das riesige Hauptlager war, wurden dort auch Söldner angeworben. Auch darauf könnte der Name Werben verweisen.

Der Kampf Römer gegen Germanen wäre dann auch der Kampf römischer Christen (Habsburger und teilweise Franken) gegen Arianer und Sektierer (Prostestanten) jeglicher Couleur, die doch eher im Osten und Norden zu finden waren, sowie im Schwaben = Schwedenland.

Man kann Germanen auch als Got-Romanen deuten, die die Römer auf allen Ebenen und in allen Regionen bekämpften und meist besiegten. 5. und 6. Jahrhundert werden so zum 15. und 16. Jahrhundert. Es stellt sich die Frage, ob es auch einen 1500-jährigen Shift gibt, dass also die Cäsaren, z.B. Augustus oder Titus zugleich Karls oder Ottonen waren und dann erneut die Habsburger Kaiser der Renaissance und des Barock.

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