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Die Lösung des antiken Osterstreites

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14 Jahre 10 Monate her #4290 von Allrych
Den angeblich antiken Osterstreit interessiert niemanden hier - und niemand kann ihn nschollziehen. Besonders nicht, wenn er von einem notorisch berüchtigten "Tuisto" herkommt.

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14 Jahre 10 Monate her #4291 von Tuisto
Ich beantrage hiermit die sofortige Sperrung von Allrych.
Er ist ein notorischer Störenfried, ohne jegliche Substanz.

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14 Jahre 10 Monate her #4292 von Allrych
Die verdammten Beleidigungen von "Tuisto" habe ich satt! - Er soll gehen und seinen kabbalistischen Mist anderswo anbringen!

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14 Jahre 9 Monate her - 14 Jahre 9 Monate her #4383 von Basileus
Zur Hippolyttafel:

Das ist mir schon klar, ändert aber nichts daran, dass die konventionelle Datierung eine Differenz von 220 Jahren zum Jahr 0 vorsieht. Diese Tafel steht ganz bewußt nicht im 19jährigen Metonzyklus, sondern in der Unterteilung der 532 Jahre in 312 und 220, bzw. 311 und 221.
Wenn 836 der (komputistisch zweifelsfrei mögliche) Beginn der Tafel sein soll, welches aber 220 in der klassischen Chronologie entspricht, dann müsste das Jahr 0 dem Jahr 836 - 220 = 616 entsprechen, denn 700 - 84 = 616. Das funktioniert aber so nicht in der gewünschten Gänze

1)
Eigentlich setze ich nicht die herkömmliche Chronologie voraus, sondern ich überprüfe anhand der Überlieferungen zur Osterrechnung, was daran verkehrt ist. Ein erstes Ergebnis war eine konstante Verschiebung der Daten des Osterstreites, bei denen in Rom abweichend von Alexandria gefeiert wurde, um 700 Jahre. Daraus folgt aber nicht, daß auch die Anfangsjahre der Osterzyklen um 700 Jahre verschoben sein müssen.

Diese Unterteilung 312/220 ("konventionelle Datierung") ergibt doch erst Sinn, wenn man nach der Umstellung auf die heutige Jahreszählung nach Inkarnationsjahren das Kopfjahr 222 einführt . Damit dann auch das Jahr 253 paßt. Insbesondere in Kombination mit dem Gregorianischen Kalender. Damit ist aber nicht gesagt, daß der zugrundeliegende 8/16jährige Zyklus erst nach Einführung des Gregorianischen Kalenders erfunden wurde.

Ich habe neulich im Fantomzeit.de-Forum in einem älteren Beitrag von J.Beaufort gelesen, "dass der Archäologe und Architekt Pirro Ligorio die Hippolytstatue für Hippolyt II. ergänzt hat, jenen Sohn der Lucrezia Borgia, der mehrmals versucht hat, Papst zu werden". Leider bin ich noch nicht dazu gekommen, dieser Spur nachzugehen. Aber wenn es feststeht, daß nachträglich im 16.Jh. noch die Statue verändert wurde, dann ist es nahelieliegend, die Worte "ΓΕΝΕΣΙΣ ΧΡ" und "ΠΑΘΟΣ ΧΡ" für spätere Ergänzungen zu halten.

Mit dem 13.4.838 u.Z. als Kopfjahr ergibt sich, wenn man nachträglich den 19-Jahres-Mondzyklus in die Vergangenheit verlängert, sehr schön eine Differenz von zwei Jahren vom jetzigen Jahr 0. Und natürlich ist dann auch der zwei Jahre davor liegende 5.4. 836 zyklisch gleich mit dem jetzigen Jahr 0 = 532 = 1064.

Interessanterweise ergibt sich auch für die 8 Jahre vor dem Kopfjahr des Zyklus der Hippolytstatue 830-837 (wenn man diese in die Vergangenheit verlängert) für Ostersonntag das gleiche Datum wie nach der Supputatio Romana.

2)
Zum 19/95jährigen Zyklus:
Ungewöhnlich ist ja auf jeden Fall, daß der vorausgegangen 95er Zyklus (heute 429-523 datiert) nach Anatolius mit einem anderen Ausschnitt desselben 95jährigen Zyklus (und dem 4.4.) beginnt als die dem Dionysius Exiguus zugeschriebene, auch 95jährige, Ostertafel von "532". Ansonsten stimmen die Daten überein, außer daß der 6.4. von Anatolius zum 5.4. wird, und bei verschiedenen Rekonstruktionen teilweise weitere Abweichungen um 1 Tag bestehen.
Außerdem, und das ist das Entscheidende: Wenn der ursprünglich zugrunde liegende Zyklus des Anatolius wirklich aus dem heutigen 3. Jh. stammt, so hat er Luna XIV. fast immer 1-3 Tage vor dem tatsächlichen Vollmond angesetzt, was nun tatsächlich höchst merkwürdig ist !

Läßt man die 19jährige Ostertafel des Anatolius jedoch nicht im Jahre 258, sondern 532 (700 - 84 - 84) + x Jahre später starten, z.B. im Jahre 790 (bei x = 0), so ergibt sich eine wesentlich genauere Übereinstimmung mit dem Mondlauf !
Auch das Jahr 847 wäre als Anfang möglich, sowie 923, mit besserer Übereinstimmung mit dem Mondlauf als ab 258.

Für das Jahr 790 (oder 847/923) spricht auch, daß sich Anatolius explizit auf den 22.3. des ersten Zyklusjahres als Neulicht-Tag (Luna I) bezieht.
258 war Neumond am 22.3. am späten Nachmittag. Neulicht wäre dann frühestens am 23.3., womit das Jahr 258 widerlegt ist. Astronomischer Vollmond war am 5.5. am späten Nachmittag, abweichend von der Ostertafel.
Im Jahre 790 war Neumond am 20.3. am späten Nachmittag. Neulicht wäre dann frühestens am 21.3., spätestens am 22.3.. Astronomisch war Vollmond am 4.4. frühmorgens, entsprechend der Ostertafel.

3)
Für die 95jährige Dionysius-Ostertafel sind dann, wenn sie 532 (700 - 84 - 84) Jahre später starten soll (also im Jahre 1064), sämtliche Daten übernommen worden (wie auch konventionell für 532) - nur der 6.4. wurde auf den 5.4. abgeändert, und für den Anfang ausgewählt.

Wenn die Ostertafel nicht 1064 eingeführt wurde, sondern eine spätere Erfindung darstellt (was ich durchaus für möglich halte), dann sind zwei Varianten möglich:
a) Die 19jährige Ostertafel des Anatolius (und wohl auch die darauf aufbauende 95jährige von "429") stammt aus dem Jahr 790 (oder 847/923). Nur die Dionysius-Ostertafel ist eine spätere Erfindung und direkte Rückprojektion auf das Jahr 532, nachdem feststand, wann der Erlöser geboren worden sein sollte, oder
b) Alles wurde später erfunden, auch der zugrundeliegende 19jährige Zyklus des Anatolius, der ja schon dieselben Vollmonddaten verwendet (außer 6.4. => 5.4.).

Für a) spricht, daß die überlieferten Daten des Osterstreites, bei denen in Rom abweichend von Alexandria gefeiert wurde, dem 19jährigen alexandrinischen Zyklus entsprechen, nur 700 Jahre später.

Zum Jahr der Erstellung der Hippolytstatue:

Wo steht das? Auf der Tafel steht, dass sie zum Jahr 1 des Alexander estellt wurde, mit dem wahren Frühlings-Monddatum Samstag, 13.4.

Stimmt. Da hat mich mein Gedächtnis getäuscht. Also fällt die gute Übereinstimmung der Vollmonddaten in den ersten Jahren als Argument weg. Das ist aber auch nicht unbedingt notwendig für das Kopfjahr 838, da es ja komputistisch stimmt.

Zu 529 = 1064 - 247 - 285 - 3:

Die Indiktion fällt in das astronomische Jahr -2 (3 BC)
1064 fiele demnach in das Jahr 530!

Wichtig war mir die Differenz von 3 Jahren zwischen 529 und 532 analog zu -3 (4 BC) und 0 (1 BC) [Jahre 0 der Indiktion und Inkarnation]
und 700 und 703. Sowohl die ersten als auch die letzteren Jahre liegen alle auf dem gleichen Mondzirkel.

Und: Das Jahr 1010 liegt auf demselben Mondzirkel wie 3 n.Chr..
Auch hier gibt es also bei den Monddaten 3 Jahre Differenz, wenn man das Leben des Erlösers um 1010 Jahre in die Vergangenheit verschiebt.

Aber das ist mir nur so nebenbei aufgefallen. Ist erstmal nicht weiter wichtig. Vielleicht kann man es ja irgendwann einmal gebrauchen ...
Eine Differenz von bis zu drei Jahren bei den angegebenen Daten der Antike war ja in der Geschichts-Literatur bis ins 19.Jh. drin.

Zu: "Am 5.4.836 mittags war astronomisch Vollmond (siehe NASA-Tabelle), zyklisch korrekt usw."

Das ist zwar faktisch richtig, war aber erst im 16. Jahrhundert so rückwirkend berechenbar. Eventuell, das ist aber sehr fragwürdig, schon ab dem 13./14. Jahrhundert.(Sacrobosco, Alfonsinische Tafeln)
Nach heutigem Kenntnisstand war es Beda keinesfalls möglich, so genau zu rechnen. Mit seinen Methoden wäre er im 8. Jahrhundert für 1064 auf den 4.4. gekommen. Bei einer angenommenen 700 Jahresverschiebung ab 0 AD wäre er übrigens ggf. real.

Das mit der Rückrechnung ist natürlich richtig, aber es ging mir gar nicht um Rückrechnung für 836/838, auch nicht für 1064. Aber die Ostertafel des Hippolyt fängt ja erst zwei Jahre später mit dem 13.4.838 an. "5.4." war zu der Zeit noch gar kein Thema.
Und der 5.4.1064 ist überhaupt nicht berechnet worden, sondern ergibt sich zyklisch aus der bereits von Anatolius (konventionell 3.Jh. - nach mir 8./9.Jh.) erstellten 19jährigen Ostertafel und deren Nachfolgern.
Letzte Änderung: 14 Jahre 9 Monate her von Basileus.

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14 Jahre 9 Monate her - 14 Jahre 9 Monate her #4453 von Tuisto

Das mit der Rückrechnung ist natürlich richtig, aber es ging mir gar nicht um Rückrechnung für 836/838, auch nicht für 1064. Aber die Ostertafel des Hippolyt fängt ja erst zwei Jahre später mit dem 13.4.838 an. "5.4." war zu der Zeit noch gar kein Thema.
Und der 5.4.1064 ist überhaupt nicht berechnet worden, sondern ergibt sich zyklisch aus der bereits von Anatolius (konventionell 3.Jh. - nach mir 8./9.Jh.) erstellten 19jährigen Ostertafel und deren Nachfolgern.


Oh doch, der 5.4. spielt auch auf der Hippolytustafel die entscheidende Rolle.
Er spielt überhaupt in der gesamten Komputistik die entscheidende Rolle.
Es gibt ernst zu nehmende Forschungen, die zeigen, dass die Juden schon mind. 100 Jahre vor dem Jahre 0 Ostertafeln mit verschiedenen Zyklen kannten, bei denen auch der 5.4. das Kopfjahr ist. (siehe Strobel)

Der erste 5.4. nach Christi Geburt, der auf einen Mittwoch mit Vollmond fiel, war am 5.4.125. Das ist ein entscheidender Hinweis, denn es kommt relativ selten vor, dass nach 95 Jahren (= 220) wieder Mittwoch und Vollmond ist. Der 5.4. wurde immer so berechnet, dass auch nach unseren modernen Formeln tatsächlich Vollmond war, sei es im JK oder im GK.

Ist dies vielleicht mit ein Grund dafür, weshalb Exiguus nur eine 95-jährige Tafel entwarf?
Die Differenz von 532 - 125 ergibt nämlich "zufälligerweise" 407 Jahre!

Aber wenn es feststeht, daß nachträglich im 16.Jh. noch die Statue verändert wurde, dann ist es nahelieliegend, die Worte "ΓΕΝΕΣΙΣ ΧΡ" und "ΠΑΘΟΣ ΧΡ" für spätere Ergänzungen zu halten

Wahrscheinlicher ist für mich, dass die Tafel 1551 hergestellt, verbuddelt und als "Zufallsfund" ausgegraben wurde. Die Angaben auf der Tafel haben aber schon den Zweck, auf das Kopfjahr 222 hizuweisen.

Unabhängig davon ist ein 700-Jahresshift, der in die reale Zeit verweist, natürlich nicht auszuschließen. Es macht sicher Sinn, diese These weiter zu verfolgen.
Letzte Änderung: 14 Jahre 9 Monate her von Tuisto.

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