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War James Hutton eigtl. der erste greifbare Geschichts- und Chronologiekritiker? 04 Jan 2014 13:26 #1

Durch Zufall stiess ich auf einen Essay eines Redaktors:
"...Bis in die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts gab es keinen Grund, an der Gültigkeit ehrwürdiger
Schriften zu zweifeln. Obwohl nirgendwo in den religiösen Schriften das Alter der Erde ausdrücklich
angegeben wird, wollte kein Christ den Berechnungen des Bischofs Eusebius misstrauen, wonach die
Erde nur ein paar tausend Jahre alt ist.
...Nicolaus Steno änderte am damals vermuteten Alter der Erde von wenigen tausend Jahren nichts.
Den ersten Schritt zur Theorie einer sehr alten Erde machte der revolutionäre schottische
Arzt, Chemiker und Geologe James Hutton (1726 - 1797)."

www.scientific.at/2012/roe_1231.htm

James Hutton ist damit also ein schottischer Zeitzeuge von Wissenschaftsumbrüchen, die in die Zeit
der angeblichen französischen Revolution fallen:

"..1795 veröffentlichte Hutton sein Hauptwerk in zwei Bänden 'Theory of the Earth' (Entwürfe zu weiteren
Teilen des Buchs erschienen erst 1899 als Teil III)."
de.wikipedia.org/wiki/James_Hutton


Daniel Benham veröffentlichte 1856 ein Werk über Erinnerungen an James Hutton:
archive.org/details/memoirsofjameshu00benh
(Memoirs of James Hutton : comprising the annals of his life, and connection with the United Brethren (1856))

Huttons Werk über die "Theorien zur Erde" auf englisch:
archive.org/details/theoryearthwith01huttgoog

"Ohne Erdgeschichte keine Evolution, ohne Hutton kein Darwin!
...James Hutton (1726 - 1797) ist ein Revolutionär unter den Naturwissenschaftlern und der"Darwin der Erdgeschichte"...
Ihm verdanken wir die moderne Geologie und unsere Vorstellungen von der unendlich langsamen Entstehung der Erde.
Und Darwin verdankte ihm die Vorstellung schier unendlicher Zeiträume, in denen sich die Welt und das stille Drama
des Leben in ihr entfalten konnten.James Hutton, dem Vater der modernen Geologie, ist hier eine Biographie gewidmet,
ein Zeitgemälde der Naturwissenschaften und Gesellschaft des späten 18. Jahrhunderts in Schottland und England."
[Buch: Der Mann, der die Zeit fand: James Hutton und die Entdeckung der Erdgeschichte, 2007]
www.amazon.de/Der-Mann-Zeit-fand-Erdgeschichte/dp/3608940863


Indirekt hat James Hutton also nicht nur die "Gläubigkeit" der Menschen auf die biblischen, staatlichen und religiös überlieferten
Zeitbehauptungen zu Fall gebracht, sondern dürfte auch indirekt den Geschichtskritikern von damals sicher einen Startimpuls
gegeben haben, die reine "Textüberlieferung" anders zu beurteilen.
Sir Isac Newton soll gemäss Anatoly Fomenko ebenso ein Geschichtszweifler gewesen sein, obwohl Newton
vor James Hutton angeblich von 1642-1727 gelebt haben soll. Weitere bedeutende Geschichtskritiker werden von Fomenko
mit Hardouin, Baldauf und Kammeier angegeben.
Was sehr rätselhaft bleibt, ist die Information, dass Newtons Beschäftigung mit Geschichtszweifeln (denn ich rechne ihn nicht
mehr direkt zu den echten Geschichtskritikern) erst posthum statt fand und erst einen Sinn macht, als James Huttons Diskussion mit
den geologischen und biblischen Zeiträumen schon angestossen wurde. Denn vorher interessierte es niemanden im Volk, ob die Welt
nun 534 Jahre jünger oder älter war.


Auzug von de.wikibooks.org/w/index.php?title=Kriti...sionistische_Autoren:
"...Der britische Mathematiker und Physiker Sir Isaac Newton (1642–1727) verfasste eine, erst 1728 posthum veröffentlichte,
geschichtskritische Abhandlung über die Chronologie antiker Königreiche, in der er sich gegen die chronologischen
Berechnungen seines Zeitgenossen Denis Pétau wandte. Er schlug, u.a. auch auf Grund theologischer Argumente, vor, die
drei „Dunklen Jahrhunderte“ aus der griechischen Geschichte zu streichen, um die klassische Chronologie (vgl.
Ussher-Lightfoot-Kalender) mit astronomischen Daten in Übereinstimmung zu bringen. Dabei kam er zu dem Ergebnis,
dass die Welt 534 Jahre jünger sei als von James Ussher berechnet."


Die Frage für Radikalgeschichtskritiker stellt sich hier trotzdem: Lebte Isac Newton wirklich wie behauptet, war er selber
der Verfasser der posthum später veröffentlichten Geschichtskritik, und wie lässt sich das alles mit seinem Werdegang erklären?

Obwohl der Darwinismus und die Naturwissenschaften heute viel Stuss und Ideologie produziert haben, verwarf James
Hutton damals nur die Idee der Sintflut (gemäss Wikipedia), nicht aber die grundsätzliche Idee von Katastrophen für die Gesteinsentstehung.
Es herrschte damals der Streit zwischen "Plutonisten" und "Neptunisten" vor, angelehnt an den Einfluss der Planeten
auf die Erde und Minerale, vergl. auch die Horoskop-Vorstellungen und den Aberglauben von damals:
de.wikipedia.org/wiki/Plutonismus_(historisch)

"Der Streit zwischen Plutonisten und Neptunisten im sogenannten „Heroischen Zeitalter der Geologie“ zwischen etwa 1790 und 1830 spielte eine wesentliche Rolle in der Entstehung der modernen Geologie. Zunächst blieben beide
Theorien plausibel und wurden nach den jeweiligen Gegebenheiten angewendet."


Das Missverständnis vom "Alter der Erde" besteht darin, dass die Menschheitspopulation durchaus vor rund 6000 Jahren einmal
ausgelöscht worden sein könnte, oder sich auch erst seit dieser Zeit auf dieser Erde sich befindet. Das geologische Alter des
Planeten "Erde" hat damit aber nichts zu tun, da diese Verknüpfung von der Erschaffung der Erde mitsamt der Menschheit nur
die Bibel so vorgaukelt.

Noch ein interessantes Detail am Rande:
"James Ussher postulated the Neptunism theory" steht als Bildunterschrift unter diesem Bild:
ydtalk.com/rocks/?p=746, ydtalk.com/rocks/wp-content/uploads/2013...y_Sir_Peter_Lely.jpg

James Ussher und James Hutton gleichen sich auf einigen Bildern.
Hutton wurde von Sir Henry Raeburn im Jahre 1776 gemalt:
en.wikipedia.org/wiki/File:Sir_Henry_Rae...ogle_Art_Project.jpg
ydtalk.com/rocks/wp-content/uploads/2013...portrait_Raeburn.jpg

Ussher wurde um 1654 von Peter Lely portraitiert:
commons.wikimedia.org/wiki/File:James_Us...y_Sir_Peter_Lely.jpg
Auffällig sind die spitzigen Nasen bei beiden Portraits und die Angabe, dass der Neptunismus auch bei James Ussher
zu finden seien.



Wissen muss man zum Planeten Neptun noch, dass dieser erst am 23.9.1846 entdeckt wurde:
www.astronews.com/frag/antworten/3/frage3131.html
Als Göttername dürfte "Neptun" jedoch schon länger bekannt gewesen sein:
de.wikipedia.org/wiki/Neptun_(Mythologie)

Auch Saturn konnte optisch erst im 17.ten Jahrhundert entdeckt werden und hat ein
Pendant in der Mythologie:
de.wikipedia.org/wiki/Saturn_(Mythologie)
www.astronews.com/frag/antworten/frage911.html

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Letzte Änderung: von GREK-AV. Grund: Farbe

War James Hutton eigtl. der erste greifbare Geschichts- und Chronologiekritiker? 04 Jan 2014 13:49 #2

Als Ergänzung "zu frühen Geschichtskritikern" muss natürlich noch Herrn Ferchs Aufsatz über
Johannes Müller (Langname: Peter Franz Joseph Müller) erwähnt werden.
Ferch schreibt:

"Der Autor ist mit seinen drei hier genannten Vornamen biographisch nicht fassbar. Dieses Rätsel
setzt sich in seinen Ausführungen fort, denn sein Wissen und die oft in der Art der Zeit um 1800
zitierten Quellen, deren Namen wir Heutigen kaum mehr kennen, ist ausgesprochen umfassend.
Sein hier verwertetes Buch: „Meine Ansicht der Geschichte“ ist in Deutschland als Buch (mal wieder!)
nicht zu bekommen, aber bei Google-Books als PDF- Datei kostenlos herunterzuladen."


Siehe www.sinossevis.de/upload1/_Kaiser_Karl_I...rag_und_Petrarca.pdf
"Kaiser Karl IV. von Prag und Petrarca – zugleich eine Ehrerweisung an Peter Franz Joseph Müller, der
vor 200 Jahren das Geschichtsrätsel prinzipiell gelöst hat."


Während meinen ganzen Geschichtsrecherchen und Abklärungen bin ich immer wieder auf das
Muster gestossen, dass die eigentlich richtigen, echten Geschichtskritiker ihre Werke selber tarnen
oder verstecken mussten, oder wie hier bei Johannes Müller selber fast gar nicht mehr historisch
greifbar sind oder vernichtet wurden.
Um die Authentizität vom Müllers Buch zu postulieren, genügen
folgende Überlegungen, auch wenn sie nicht immer Beweisstatus haben:

- Müllers Buch "Ansicht zur Geschichte" ist wenigen Autoren bekannt.
- Die Ereignisse oder Schilderungen widersprechen dem zementierten Geschichtsbild.
- Müller musste sein Buch selber veröffentlichen (Geldfrage).
- Etc.

Bei Christoph Däppens Buch über Nostradamus stelle ich fest, dass Geschichtskritik oder Wahrheit
nur in getarnter Funktion an die Nachwelt weiter gegeben werden konnte.
Bei Robert Baldaufs Biographie stellen wir fest, dass diese auch nicht zu greifen ist. Zwar ist Baldaufs
Kritik umfassend und wichtig, aber seine realen Spuren hat der Autor Robert Baldauf nicht oder
unzureichend in Basel hinterlassen.

Daher verwerfe ich grundsätzlich so bekannte Autoren wie "Isac Newton" als Geschichtskritiker.
Ich zweifle insgesamt auch an historischen Existenzen wie Napoleon, Galileo Galilei, sowie Wissenschaftlern,
die vor 1700 gelebt haben wollen oder bereits um "1400" bedeutende Werke geliefert haben sollen.

Womöglich hat die Gegenseite die gefälscht hatte, auch absichtlich "Geschichtskritiker" wie Harduin produziert,
denn wer in einem Archiv und als Jesuit gearbeitet hatte, musste zwingend das Spiel "Böser Bulle, guter Bulle"
spielen, d.h. welche Personen wir heute als 'Freunde der Geschichtskritik' bezeichnen, könnten evtl. einem Komplott
für eine weitere Weltbild-Falle oder einer weiteren Verkapselung von Täuschung gedient haben.

Aber interessant sind folgende Auszüge aus dem Text von Ferch:

Der kritische Leser ist dankbar für folgende Formulierung:
„Petrarca schrieb beinahe fortwährend über sich selbst. Sogar die kritischen Stimmen von
Zeitgenossen über seine Person sind nur durch ihn überliefert. Deren Texte selbst sind nicht erhalten.“
(Neuman, S. 8)

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Letzte Änderung: von GREK-AV. Grund: Schreibfehler

War James Hutton eigtl. der erste greifbare Geschichts- und Chronologiekritiker? 05 Jan 2014 09:46 #3

GREK-AV schrieb: ... Streit zwischen "Plutonisten" und "Neptunisten" zwischen etwa 1790 und 1830... vgl. auch die Horoskop-Vorstellungen und den Aberglauben von damals...

+ Entdeckungsdaten der Planeten Neptun und Pluto.


Astrologische geologiewissenschaftsgeschichtliche Theoriekontroversenbezeichnung mit chronologischem Purzelbaum.

Aua - mein Kopf.
:)

Erkenntnis:

Auch Wissen-Schaft schafft nichts wirklich - glaubt aber.

Affen schaffen Giraffen -
Aber glauben an Tauben.

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