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England 900-1600
4 Jahre 9 Monate her - 4 Jahre 9 Monate her #12405
von Reiner
Reiner antwortete auf England: Zäsuren
Zäsuren
Eine weitere Strukturierung erfolgt durch politische Großereignisse.
Ein bekannter scharfer Einschnitt ist der von 1066: die Invasion Wilhelm des Eroberers beschert England ein neues Herrscherhaus und eine prägende kulturelle Überformung aus Frankreich. Weniger bekannt ist hierzulande, dass auch 1216 eine Invasion Englands stattfindet, nämlich durch den französischen Kronprinzen Ludwig (später Ludwig VIII. „der Löwe“ von Frankreich), der englischer König werden will. Nach ersten Erfolgen muss er sich schließlich ungekrönt zurückziehen.
Die Mitte von 1066 und 1216 ist 1141, das Jahr in dem Mathilde (unsere „Kaiserin der Mitte“) England beherrschte; auch sie war zur Durchsetzung ihres Anspruchs aus Frankreich aufgebrochen. Zwischen 1066 und 1141 hatte es vier Könige, ebenso von 1141 bis 1216, mit Mathilde also neun (Stephan lappt über die 1141, was aber am Muster nichts ändert).
Eine weitere Invasion, die erste der Reihe, gab es 1013 durch König Sven Gabelbart von Dänemark. Die Skandinavier konnten sich in England fest-, jedoch nicht dauerhaft durchsetzen, bis 1066 stellten sie vier Könige, die Angelsachsen ebensoviele, zusammen acht.
Gehen wir von 1013 über die Gesamtmitte 1233 zweimal 220 Jahre weiter, kommen wir ins Jahr 1453, das Ende des für England verlorenen Hundertjährigen Krieges. Mit dem gerade mündigen Heinrich III. regierten 1233-1453 wiederum acht Könige.
Für die Außenbereiche, 899-1013 und 1453-1567, verbleiben jeweils 114 Jahre und neun Herrscher.
Die Übersicht:
1013 + 220 Jahre = 1233; + 220 Jahre = 1453
1066 + 75 Jahre = 1141; + 75 Jahre = 1216
899 + 114 Jahre = 1013; 1453 + 114 Jahre = 1567
899 bis 1013: 9 Könige
1013 bis 1066: 8 Könige
1066 bis 1216: 9 Könige (= 4+1+4)
1216/33-1453: 8 Könige
1453 bis 1567: 9 Könige
Noch eine Beobachtung am Rande: mit Mathilde sind offensichtlich die Zahlen 1 und 4 verbunden. Sie heiratete kaiserlich 1114 und wurde 1141 Herrin Englands; sie gliedert wie gesehen die Zeit von 1066 bis 1216 in 4+1+4 Herrscher. Die aufgetauchten 114 Jahre für die Außenbereiche passen auch ins Bild.
Eine weitere Strukturierung erfolgt durch politische Großereignisse.
Ein bekannter scharfer Einschnitt ist der von 1066: die Invasion Wilhelm des Eroberers beschert England ein neues Herrscherhaus und eine prägende kulturelle Überformung aus Frankreich. Weniger bekannt ist hierzulande, dass auch 1216 eine Invasion Englands stattfindet, nämlich durch den französischen Kronprinzen Ludwig (später Ludwig VIII. „der Löwe“ von Frankreich), der englischer König werden will. Nach ersten Erfolgen muss er sich schließlich ungekrönt zurückziehen.
Die Mitte von 1066 und 1216 ist 1141, das Jahr in dem Mathilde (unsere „Kaiserin der Mitte“) England beherrschte; auch sie war zur Durchsetzung ihres Anspruchs aus Frankreich aufgebrochen. Zwischen 1066 und 1141 hatte es vier Könige, ebenso von 1141 bis 1216, mit Mathilde also neun (Stephan lappt über die 1141, was aber am Muster nichts ändert).
Eine weitere Invasion, die erste der Reihe, gab es 1013 durch König Sven Gabelbart von Dänemark. Die Skandinavier konnten sich in England fest-, jedoch nicht dauerhaft durchsetzen, bis 1066 stellten sie vier Könige, die Angelsachsen ebensoviele, zusammen acht.
Gehen wir von 1013 über die Gesamtmitte 1233 zweimal 220 Jahre weiter, kommen wir ins Jahr 1453, das Ende des für England verlorenen Hundertjährigen Krieges. Mit dem gerade mündigen Heinrich III. regierten 1233-1453 wiederum acht Könige.
Für die Außenbereiche, 899-1013 und 1453-1567, verbleiben jeweils 114 Jahre und neun Herrscher.
Die Übersicht:
1013 + 220 Jahre = 1233; + 220 Jahre = 1453
1066 + 75 Jahre = 1141; + 75 Jahre = 1216
899 + 114 Jahre = 1013; 1453 + 114 Jahre = 1567
899 bis 1013: 9 Könige
1013 bis 1066: 8 Könige
1066 bis 1216: 9 Könige (= 4+1+4)
1216/33-1453: 8 Könige
1453 bis 1567: 9 Könige
Noch eine Beobachtung am Rande: mit Mathilde sind offensichtlich die Zahlen 1 und 4 verbunden. Sie heiratete kaiserlich 1114 und wurde 1141 Herrin Englands; sie gliedert wie gesehen die Zeit von 1066 bis 1216 in 4+1+4 Herrscher. Die aufgetauchten 114 Jahre für die Außenbereiche passen auch ins Bild.
Letzte Änderung: 4 Jahre 9 Monate her von Reiner. Begründung: Formatierung
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4 Jahre 9 Monate her - 4 Jahre 9 Monate her #12406
von Reiner
Reiner antwortete auf England: Nachwort und Quellen
Nachwort und Quellen
Soweit mein Versuch einer Entschlüsselung Englands. Zwei PDF-Dokumente würde ich gerne noch nachreichen, sobald ich weiß, wie.
Sicherlich gibt es Weiteres zu entdecken, vielleicht habe ich auch ganz Wesentliches übersehen. Es lohnt sich, auch später immer mal wieder drüberzukucken, aus verschiedenen Blickwinkeln.
Es war recht ausführlich, hoffentlich verständlich und dabei nicht zu weitschweifig. Wenn ich demnächst Weiteres vorstelle, werde ich mich wohl kürzer fassen, der geneigte Leser muss sich dann etwas mehr ums Nachvollziehen bemühen. Man wird sehen.
Meinen Dank an Mario Arndt, ohne den diese Forschungen gar nicht denkbar wären. Entscheidende Vorarbeit hat natürlich die gesamte bisherige Chronologiekritik geleistet.
Quellen:
John E. Morby: Das Handbuch der Dynastien (2002)
Mario Arndt: Die wohlstrukturierte Geschichte (2020)
Verschiedene Wikipedia-Artikel, Stand April/Mai 2021, insbesondere:
de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Herrscher_Englands
en.wikipedia.org/wiki/List_of_English_monarchs
de.wikipedia.org/wiki/Matilda_(England)
de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_III._(England)
en.wikipedia.org/wiki/Angevin_Empire
en.wikipedia.org/wiki/House_of_Tudor
Soweit mein Versuch einer Entschlüsselung Englands. Zwei PDF-Dokumente würde ich gerne noch nachreichen, sobald ich weiß, wie.
Sicherlich gibt es Weiteres zu entdecken, vielleicht habe ich auch ganz Wesentliches übersehen. Es lohnt sich, auch später immer mal wieder drüberzukucken, aus verschiedenen Blickwinkeln.
Es war recht ausführlich, hoffentlich verständlich und dabei nicht zu weitschweifig. Wenn ich demnächst Weiteres vorstelle, werde ich mich wohl kürzer fassen, der geneigte Leser muss sich dann etwas mehr ums Nachvollziehen bemühen. Man wird sehen.
Meinen Dank an Mario Arndt, ohne den diese Forschungen gar nicht denkbar wären. Entscheidende Vorarbeit hat natürlich die gesamte bisherige Chronologiekritik geleistet.
Quellen:
John E. Morby: Das Handbuch der Dynastien (2002)
Mario Arndt: Die wohlstrukturierte Geschichte (2020)
Verschiedene Wikipedia-Artikel, Stand April/Mai 2021, insbesondere:
de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Herrscher_Englands
en.wikipedia.org/wiki/List_of_English_monarchs
de.wikipedia.org/wiki/Matilda_(England)
de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_III._(England)
en.wikipedia.org/wiki/Angevin_Empire
en.wikipedia.org/wiki/House_of_Tudor
Letzte Änderung: 4 Jahre 9 Monate her von Reiner. Begründung: Formatierung
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4 Jahre 9 Monate her - 4 Jahre 9 Monate her #12408
von Basileus
Basileus antwortete auf England 900-1600
Was Sie zur englischen Geschichte herausgefunden haben, ist wirklich beeindruckend!
Vor allem die Ersatzfunktion der beiden Königinnen, die ja sonst aus dem Rahmen fallen, für König Eduard ist sehr originell.
Mathilda ist dann die Mitte wie Lothar III. im HRR.
Vor allem die Ersatzfunktion der beiden Königinnen, die ja sonst aus dem Rahmen fallen, für König Eduard ist sehr originell.
Mathilda ist dann die Mitte wie Lothar III. im HRR.
Letzte Änderung: 4 Jahre 9 Monate her von Basileus.
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4 Jahre 9 Monate her #12409
von Reiner
Reiner antwortete auf England 900-1600
Danke Ihnen, Herr Arndt.
Ihr Vergleich mit Lothar ist sehr stimmig! Mir ist nach und nach aufgegangen, dass überall im Geschichtsroman zahlreiche Personen und Themen des 16. Jahrhunderts untergebracht sind, mehr oder weniger verkleidet natürlich. Sie nannten bei Lothar III. einmal das Stichwort Luther, ohne dies weiter auszuführen. Ich fand diesen Bezug zunächst willkürlich. Aber es ist ja ganz klar: Deutschland ist das Ausgangsgebiet der Reformation, ist das Land Luthers! Ob man ihn nun protetstanischerseits als Lichtgestalt sieht oder katholisch verteufelt, an ihm und seinem Erbe kommt man nicht vorbei. Erst recht wenn man die Geschichtserfindung etwa um 1600 ansiedelt, da war das Thema ja noch brandheiß. Und damals war England eben das Land Elisabeths.
Ihr Vergleich mit Lothar ist sehr stimmig! Mir ist nach und nach aufgegangen, dass überall im Geschichtsroman zahlreiche Personen und Themen des 16. Jahrhunderts untergebracht sind, mehr oder weniger verkleidet natürlich. Sie nannten bei Lothar III. einmal das Stichwort Luther, ohne dies weiter auszuführen. Ich fand diesen Bezug zunächst willkürlich. Aber es ist ja ganz klar: Deutschland ist das Ausgangsgebiet der Reformation, ist das Land Luthers! Ob man ihn nun protetstanischerseits als Lichtgestalt sieht oder katholisch verteufelt, an ihm und seinem Erbe kommt man nicht vorbei. Erst recht wenn man die Geschichtserfindung etwa um 1600 ansiedelt, da war das Thema ja noch brandheiß. Und damals war England eben das Land Elisabeths.
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4 Jahre 9 Monate her - 4 Jahre 9 Monate her #12410
von Reiner
Reiner antwortete auf England: Häuser, Herkunft, Dauer, Rahmen
Habe die oben eingefügte Herrscherliste lesbar gemacht und leicht verbessert.
Noch ein Gedanke zum gemeinsamen Rahmenkönigtum von Alfred und Jakob. Dieses ist nicht nur positionell begründet (bezogen auf Eduarde/Mathilde/Elisabeth), sondern auch thematisch:
Alfred vereinigte Wessex mit Mercia und East Anglia und nannte sich ab 886 als Erster „König der Angesachsen“.
Jakob vereinigte als König beider Länder England und Schottland in Personalunion und nannte sich ab 1604 als Erster auch „King of Great Brittaine“.
Beide sind also Vereiner. Damit stehen sie im Gegensatz zu Mathilde, die ja mit ihrem Thronanspruch Entzweiung und Bürgerkrieg verursachte („The Anarchy“ 1135-53, [Zahlendreher]).
Rahmen und Mitte des Gesamtsystems bilden somit das Muster a b a.
en.wikipedia.org/wiki/List_of_English_monarchs (Einleitung)
en.wikipedia.org/wiki/The_Anarchy
Noch ein Gedanke zum gemeinsamen Rahmenkönigtum von Alfred und Jakob. Dieses ist nicht nur positionell begründet (bezogen auf Eduarde/Mathilde/Elisabeth), sondern auch thematisch:
Alfred vereinigte Wessex mit Mercia und East Anglia und nannte sich ab 886 als Erster „König der Angesachsen“.
Jakob vereinigte als König beider Länder England und Schottland in Personalunion und nannte sich ab 1604 als Erster auch „King of Great Brittaine“.
Beide sind also Vereiner. Damit stehen sie im Gegensatz zu Mathilde, die ja mit ihrem Thronanspruch Entzweiung und Bürgerkrieg verursachte („The Anarchy“ 1135-53, [Zahlendreher]).
Rahmen und Mitte des Gesamtsystems bilden somit das Muster a b a.
en.wikipedia.org/wiki/List_of_English_monarchs (Einleitung)
en.wikipedia.org/wiki/The_Anarchy
Letzte Änderung: 4 Jahre 9 Monate her von Reiner. Begründung: Formatierung
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4 Jahre 9 Monate her #12413
von Allrych
Allrych antwortete auf England: Häuser, Herkunft, Dauer, Rahmen
Nach den Franzosen war es überfällig, die englischen Herrscherlisten auf ihre fiktive Struktur zu untersuchen.
Ich habe in meiner Matrix der alten Geschichte schon einen Ansatz gemacht in dem Kapitel Die Namen der englischen
Königsgeschlechter, 498 ff.
Darin analysiere ich die Namen Plantagenet, York, Tudor, Stuart und Kent.
Ebenfalls erkannte ich den bedeutenden König Heinrich VIII. als eine Salomon-Parallelität.
Doch wie überall: Die englische Geschichte wird erst um 1789 plausibel.
Und damals war die Geschichtserfindung noch im vollen Gang.
Ich habe in meiner Matrix der alten Geschichte schon einen Ansatz gemacht in dem Kapitel Die Namen der englischen
Königsgeschlechter, 498 ff.
Darin analysiere ich die Namen Plantagenet, York, Tudor, Stuart und Kent.
Ebenfalls erkannte ich den bedeutenden König Heinrich VIII. als eine Salomon-Parallelität.
Doch wie überall: Die englische Geschichte wird erst um 1789 plausibel.
Und damals war die Geschichtserfindung noch im vollen Gang.
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