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neue Sprache in 50 Jahren
15 Jahre 11 Monate her #2530
von ron
neue Sprache in 50 Jahren wurde erstellt von ron
habe mich mit Flurnamen in der Altmark beschäftigt.
Einige Worte entstammen einem mir nicht mehr geläufigen Deutsch.
Als ich mir mit dem Google-Übersetzer Zugang zu der Bedeutung verschaffen wollte,
überrascht mich, dass mir in der Regel Treffer in "Afrikaans" angeboten wurden.
Ursache war eine "Wissenslücke".
Mir war nicht bewusst, das in Südafrika eine abgeschliffene Variante des Niederdeutschen (holländischen) gesprochen wird.
Und das sprach man bis vor kurzem auch in unserer Gegend.
Afinkaans wird seit 1775 als eigene Sprache verstanden.
de.wikipedia.org/wiki/Afrikaans
Dabei hatten sich erst Anfang des 18. Jh. die ersten Nicht-Europäer in dieser Mundart versucht.
Die Nutzung einer Sprache ohne großartige Schriftlichkeit
durch eine große anderssprachige Volksgruppe
führt also sehr schnell zu einer "neuen" Sprache mit eigenen Regeln.
Einige Worte entstammen einem mir nicht mehr geläufigen Deutsch.
Als ich mir mit dem Google-Übersetzer Zugang zu der Bedeutung verschaffen wollte,
überrascht mich, dass mir in der Regel Treffer in "Afrikaans" angeboten wurden.
Ursache war eine "Wissenslücke".
Mir war nicht bewusst, das in Südafrika eine abgeschliffene Variante des Niederdeutschen (holländischen) gesprochen wird.
Und das sprach man bis vor kurzem auch in unserer Gegend.
Afinkaans wird seit 1775 als eigene Sprache verstanden.
de.wikipedia.org/wiki/Afrikaans
Dabei hatten sich erst Anfang des 18. Jh. die ersten Nicht-Europäer in dieser Mundart versucht.
Die Nutzung einer Sprache ohne großartige Schriftlichkeit
durch eine große anderssprachige Volksgruppe
führt also sehr schnell zu einer "neuen" Sprache mit eigenen Regeln.
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15 Jahre 11 Monate her #2531
von Allrych
Allrych antwortete auf Aw: neue Sprache in 50 Jahren
Afrikaans ist ein gutes Beispiel für die Schnelligkeit der Sprachentwicklung:
Ein paar Jahrzehnte nachdem die Siedler dort angekommen waren, hatte sich
deren Muttersprache schon selbständig gemacht.
Also sind die heutigen Sprachen in wenigen Jahrzehnten entstanden. Es ist
absurd, Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende dafür einzusetzen.
www.dillum.ch/html/inhalt.html
Ein paar Jahrzehnte nachdem die Siedler dort angekommen waren, hatte sich
deren Muttersprache schon selbständig gemacht.
Also sind die heutigen Sprachen in wenigen Jahrzehnten entstanden. Es ist
absurd, Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende dafür einzusetzen.
www.dillum.ch/html/inhalt.html
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15 Jahre 11 Monate her #2532
von Ingwer
Ingwer antwortete auf Aw: neue Sprache in 50 Jahren
Genau so schnell sterben auch Sprachen aus!
Noch vor ca. 100 Jahren war das Polabische in Norddeutschland Zuhause.
Diese Sprache ist verschwunden!
Noch vor ca. 100 Jahren war das Polabische in Norddeutschland Zuhause.
Diese Sprache ist verschwunden!
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15 Jahre 11 Monate her #2533
von ron
Sie lernten erst mit über 20 Jahren Hochdeutsch.
Meine Eltern waren zweisprachig; Plattdeutsch von Geburt, Hochdeutsch in der Schule und immer, wenn sie nicht zu Hause waren.
Ich kann das Plattdeutsche perfekt verstehen, aber nicht sprechen.
Mein Sohn versteht es nicht einmal mehr ...
Die Methoden der Sprachwissenschaft sind zu willkürlich, um damit etwas beweisen zu können.
Allerdings bietet Sprachanalytik die Möglichkeit Theorien zu bestätigen oder zu verwerfen.
ron antwortete auf Aw: neue Sprache in 50 Jahren
Meine Großeltern sprachen Niederdeutsch (Platt).Genau so schnell sterben auch Sprachen aus!
Sie lernten erst mit über 20 Jahren Hochdeutsch.
Meine Eltern waren zweisprachig; Plattdeutsch von Geburt, Hochdeutsch in der Schule und immer, wenn sie nicht zu Hause waren.
Ich kann das Plattdeutsche perfekt verstehen, aber nicht sprechen.
Mein Sohn versteht es nicht einmal mehr ...
Die Geschichte der Sprachentstehung in Europa sollte immer wieder hinterfragt werden.sind die heutigen Sprachen in wenigen Jahrzehnten entstanden
Die Methoden der Sprachwissenschaft sind zu willkürlich, um damit etwas beweisen zu können.
Allerdings bietet Sprachanalytik die Möglichkeit Theorien zu bestätigen oder zu verwerfen.
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15 Jahre 11 Monate her #2536
von Allrych
Allrych antwortete auf Aw: neue Sprache in 50 Jahren
Als weiteres Beispiel für die schnelle Veränderung der Sprachen kann man das Preussische oder Altpreussische anführen.
Dieses wurde zu Beginn der Geschichtszeit im 18. Jh. in Ostpreussen gesprochen.
Aber diese baltische Sprache ist offenbar schon vor dem Ende des besagten Jahrhunderts ausgestorben.
Und wenn es keine Weissen in Südafrika mehr geben wird, so stirbt auch das eingangs genannte Afrikaans aus.
www.dillum.ch/html/inhalt.html
Dieses wurde zu Beginn der Geschichtszeit im 18. Jh. in Ostpreussen gesprochen.
Aber diese baltische Sprache ist offenbar schon vor dem Ende des besagten Jahrhunderts ausgestorben.
Und wenn es keine Weissen in Südafrika mehr geben wird, so stirbt auch das eingangs genannte Afrikaans aus.
www.dillum.ch/html/inhalt.html
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15 Jahre 10 Monate her #2538
von ron
Habe den Hinweis auf die Polaben fast übersehen - zu viele Infos in letzter Zeit ;-/
Nur sechs km hinter Salzwedel beginnt das Wendland - mir war bisher nicht bekannt, dass man die Dortigen einmal Polaben (po Labe = an der Elbe) nannte.
>>Über ein Jahrtausend lang waren Polaben die östlichen Nachbarn der Sachsen ... Eine interessante Beobachtung dazu schrieb Christian Hennig von Jessen nieder. Als er nämlich die Bauern besuchte, um das Material für sein Wendisches Wörterbuch zu sammeln, fiel ihm auf, dass noch manche ältere Menschen zwar polabisch sprechen konnten, jedoch sich in der Gegenwart ihrer Kinder schämten, diese Sprache zu benutzen, weil sie von ihnen verspottet wurden. Auffallend ist, dass sich der Untergang drawänopolabischer Mundart anscheinend in einer außergewöhnlich kurzen Zeitspanne ereignete. Johann Parum schreibt in seiner Chronik, dass sowohl sein Großvater als auch sein Vater perfekt polabisch sprachen, Schultze selbst war noch ein Kundiger dieser Sprache, seine fünf Jahre jüngere Schwester konnte das Drawänopolabische nur rudimentär und der jüngste Bruder hat diese Sprache weder gesprochen noch verstanden.<<
www.unischaft.gmxhome.de/archiv/0205/34.html
Diese Feststellung stammt aus der der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Da haben die Polaben also 50 Generationen unter Bewahrung Ihrer Sprache und Kultur in der Gegend gewohnt und verstecken dann plötzlich und ohne Not - die Quellen schweigen - beides vor ihren Kindern.
Wohlgemerkt - wir sprechen von westelbischen Slaven. Sie hatten angeblich das ganze Mittelalter über hier ausgeharrt. Karl der Große stand vor ihren Rundlingen, die Ottonen, Askanier. Allen gefiel es scheinbar so, wie es war.
Oder war dieser Zeitraum kürzer?
Neuere Forschung geht davon aus, dass die Rundlingsdörfer (eine slawische Siedlungsform, die es nur im deutschen Rechtsgebiet gibt - verbreitet vor allem im Wendland, in der westlichen Altmark und vereinzelt bis nach Braunschweig) im Zusammenhang mit der Ostsiedlung der Sachsen entstanden. Grabungen haben keine älteren Funde ergeben, als solche, welche auch im Rahmen des Landausbaus in Brandenburg (traditionell 12. Jh.) gemacht wurden.
Da strebten also die Deutschen über die Elbe nach Osten um dieses Land zu besiedeln. Gleichzeitig überließen sie die westelbischen Gebiete den Slawischen Bauern zur Besiedlung. Deren Dörfer hatten zwar eine eigene, von den deutschen unterschiedliche Form (Rundling), die Anzahl und Größe der Parzellen lässt aber hier wie auch in den neuen deutschen Ostsiedlungen auf eine Hufe-Verfassung schließen.
Hat man die im Osten "vertriebenen" Slawen rückwärtig - im frei werdenden Land - wieder angesiedelt?
Waren diese bereits vorher dort und änderten nur ihre Siedlungsform?
Kamen sie erst im Hochmittelalter selbstständig über die Elbe und nicht tausend Jahre früher, wie traditionell berichtet?
Auch gab es Behauptungen, die Wenden seien im Eigentlichen Vandalen:
Rundlinge waren vom Ursprung her Dörfer ohne Kirchen.
Heute liegen die Kirchen in der Regel außerhalb des eigentlichen Rundlinges.
ron antwortete auf Aw: neue Sprache in 50 Jahren
@IngwerGenau so schnell sterben auch Sprachen aus! Noch vor ca. 100 Jahren war das Polabische in Norddeutschland Zuhause. Diese Sprache ist verschwunden!
Habe den Hinweis auf die Polaben fast übersehen - zu viele Infos in letzter Zeit ;-/
Nur sechs km hinter Salzwedel beginnt das Wendland - mir war bisher nicht bekannt, dass man die Dortigen einmal Polaben (po Labe = an der Elbe) nannte.
>>Über ein Jahrtausend lang waren Polaben die östlichen Nachbarn der Sachsen ... Eine interessante Beobachtung dazu schrieb Christian Hennig von Jessen nieder. Als er nämlich die Bauern besuchte, um das Material für sein Wendisches Wörterbuch zu sammeln, fiel ihm auf, dass noch manche ältere Menschen zwar polabisch sprechen konnten, jedoch sich in der Gegenwart ihrer Kinder schämten, diese Sprache zu benutzen, weil sie von ihnen verspottet wurden. Auffallend ist, dass sich der Untergang drawänopolabischer Mundart anscheinend in einer außergewöhnlich kurzen Zeitspanne ereignete. Johann Parum schreibt in seiner Chronik, dass sowohl sein Großvater als auch sein Vater perfekt polabisch sprachen, Schultze selbst war noch ein Kundiger dieser Sprache, seine fünf Jahre jüngere Schwester konnte das Drawänopolabische nur rudimentär und der jüngste Bruder hat diese Sprache weder gesprochen noch verstanden.<<
www.unischaft.gmxhome.de/archiv/0205/34.html
Diese Feststellung stammt aus der der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Da haben die Polaben also 50 Generationen unter Bewahrung Ihrer Sprache und Kultur in der Gegend gewohnt und verstecken dann plötzlich und ohne Not - die Quellen schweigen - beides vor ihren Kindern.
Wohlgemerkt - wir sprechen von westelbischen Slaven. Sie hatten angeblich das ganze Mittelalter über hier ausgeharrt. Karl der Große stand vor ihren Rundlingen, die Ottonen, Askanier. Allen gefiel es scheinbar so, wie es war.
Oder war dieser Zeitraum kürzer?
Neuere Forschung geht davon aus, dass die Rundlingsdörfer (eine slawische Siedlungsform, die es nur im deutschen Rechtsgebiet gibt - verbreitet vor allem im Wendland, in der westlichen Altmark und vereinzelt bis nach Braunschweig) im Zusammenhang mit der Ostsiedlung der Sachsen entstanden. Grabungen haben keine älteren Funde ergeben, als solche, welche auch im Rahmen des Landausbaus in Brandenburg (traditionell 12. Jh.) gemacht wurden.
Da strebten also die Deutschen über die Elbe nach Osten um dieses Land zu besiedeln. Gleichzeitig überließen sie die westelbischen Gebiete den Slawischen Bauern zur Besiedlung. Deren Dörfer hatten zwar eine eigene, von den deutschen unterschiedliche Form (Rundling), die Anzahl und Größe der Parzellen lässt aber hier wie auch in den neuen deutschen Ostsiedlungen auf eine Hufe-Verfassung schließen.
Hat man die im Osten "vertriebenen" Slawen rückwärtig - im frei werdenden Land - wieder angesiedelt?
Waren diese bereits vorher dort und änderten nur ihre Siedlungsform?
Kamen sie erst im Hochmittelalter selbstständig über die Elbe und nicht tausend Jahre früher, wie traditionell berichtet?
Auch gab es Behauptungen, die Wenden seien im Eigentlichen Vandalen:
Rundlinge waren vom Ursprung her Dörfer ohne Kirchen.
Heute liegen die Kirchen in der Regel außerhalb des eigentlichen Rundlinges.
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