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Peter Franz Joseph Müller: Meine Ansicht der Geschichte, 1814
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11 Jahre 2 Monate her #9696
von Scharlmanje
Ich werde mich zuzeiten noch näher damit befassen, aber man muss das Entstehen des Werkes wohl im geschichtlichen Kontext der Jahrhundertwende vom 18. zum 19, Jahrhundert sehen. Gesellschaften wie der "deutsche Verein" oder aber auch die Refomen des Freiherrn von und zum Stein generierten eine erste Deutschtümelei, die kein bisschen weniger dumpf war als heutzutage. Dass Deutsch und Lateinisch der so genannten indogermanischen Sprachfamilie (korrekter: keltotrochaisch [oder gar skythisch??])zuzuordnen sind, ist ja so weit unbestritten. Die Formulierung des Gesetzes zur Tenuesverschiebung durch Jacob Grimm scheint mir auf dem Weg zu dieser Erkenntnis ein weit wichtigerer Beitrag im Sinne einer Rekonstruktion gewesen zu sein als die Spekulationen Herrn Müllers, vor allem in Bezug auf die stochastische Signifikanz.
Aber für einen Lacher ist das Buch sicher gut.
Aber für einen Lacher ist das Buch sicher gut.
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11 Jahre 2 Monate her #9698
von Allrych
"Scharlmanje" kennt das Werk von P.F.J. Müller offenbar sehr gut. Und er analysiert auch die politische und wissenschaftliche Umgebung, in welcher das Buch entstanden ist.
Müllers These von der Entstehung der europäischen Sprachen ist natürlich sehr diskutabel, enthält aber einige brauchbare Ansätze. - Es ist ähnlich wie mit dem Buch von A. Wadler.
Doch vor allem ist P.F.J. Müller als früher und genialer Geschichtskritiker zu werten. - Man muss nochmals betonen: Das Werk ist vor 200 Jahren entstanden. Wie viele Irrwege hätte man vermeiden können, wenn die Geschichtswissenschaft diese Kritik beherzigt hätte!
www.dillum.ch/html/mueller-peter-franz-j....geschichte.1814.htm
Müllers These von der Entstehung der europäischen Sprachen ist natürlich sehr diskutabel, enthält aber einige brauchbare Ansätze. - Es ist ähnlich wie mit dem Buch von A. Wadler.
Doch vor allem ist P.F.J. Müller als früher und genialer Geschichtskritiker zu werten. - Man muss nochmals betonen: Das Werk ist vor 200 Jahren entstanden. Wie viele Irrwege hätte man vermeiden können, wenn die Geschichtswissenschaft diese Kritik beherzigt hätte!
www.dillum.ch/html/mueller-peter-franz-j....geschichte.1814.htm
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11 Jahre 2 Monate her - 11 Jahre 2 Monate her #9699
von Tuisto
Wer zuletzt lacht, lacht am Besten - auch wenn schon 200 Jahre rum sind!
Es ist nämlich ein Unterschied, ob sich aus einer gesprochenen (indoeuropäischen) Ursprache neue Sprachen entwickeln, wie die alten deutschen Sprachen oder ob Sprachen, wie Latein, Hebräisch oder Sanskrit nachweislich aus den Studierstuben der Gelehrten entstammen, folglich in ihrem formellen Aufbau künstlicher Natur sind.
Darum ging es nämlich Müller: Um die Fälschung und Verlängerung der wahren Geschichte, auch mittels konstruierter Sprachen.
Deutschtümelei: Willst Du Dich mit solch einer Argumentation im Bereich der Historie lächerlich machen, Scharlmanje?
Oder willst Du etwa behaupten, seine Ansichten waren irreal im Angesicht des großen HRR?
Keine Französisch-, Englisch-, Spanisch-, XYZ-nationale Tümelei?
Nein, natürlich Deutschtümelei.
Stein ging es um eine germanische Adelstümelei, nur um das hier nochmals festzuhalten.
Aber für einen Lacher ist das Buch sicher gut.
Wer zuletzt lacht, lacht am Besten - auch wenn schon 200 Jahre rum sind!
Es ist nämlich ein Unterschied, ob sich aus einer gesprochenen (indoeuropäischen) Ursprache neue Sprachen entwickeln, wie die alten deutschen Sprachen oder ob Sprachen, wie Latein, Hebräisch oder Sanskrit nachweislich aus den Studierstuben der Gelehrten entstammen, folglich in ihrem formellen Aufbau künstlicher Natur sind.
Darum ging es nämlich Müller: Um die Fälschung und Verlängerung der wahren Geschichte, auch mittels konstruierter Sprachen.
Deutschtümelei: Willst Du Dich mit solch einer Argumentation im Bereich der Historie lächerlich machen, Scharlmanje?
Oder willst Du etwa behaupten, seine Ansichten waren irreal im Angesicht des großen HRR?
Keine Französisch-, Englisch-, Spanisch-, XYZ-nationale Tümelei?
Nein, natürlich Deutschtümelei.
Stein ging es um eine germanische Adelstümelei, nur um das hier nochmals festzuhalten.
Letzte Änderung: 11 Jahre 2 Monate her von Tuisto.
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- berlinersalon
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11 Jahre 2 Monate her #9700
von berlinersalon
aber dieses lachen entspringt mitunter wohl dem wohlgefühl
sich mit diesem thema sagen wir mal gedanklich nicht befassen zu müssen
im täglichen öffentlichen meinungskampf wird diesem wohlgefühl zu liebe
gern die extremistenkeule gezückt oder einige phobien attestiert
allerdings mit der zeit
schlägt erwartetes betretenes verstummen des jeweiligen pöbelsegments
in gelächter & noch etwas verwirrende spontane aufläufe um
in den wissenschaften
dauert diese arbeitsbefreiende freude mitunter jahrhunderte
nun soll man natürlich des öfteren lachenAber für einen Lacher ist das Buch sicher gut.
aber dieses lachen entspringt mitunter wohl dem wohlgefühl
sich mit diesem thema sagen wir mal gedanklich nicht befassen zu müssen
im täglichen öffentlichen meinungskampf wird diesem wohlgefühl zu liebe
gern die extremistenkeule gezückt oder einige phobien attestiert
allerdings mit der zeit
schlägt erwartetes betretenes verstummen des jeweiligen pöbelsegments
in gelächter & noch etwas verwirrende spontane aufläufe um
in den wissenschaften
dauert diese arbeitsbefreiende freude mitunter jahrhunderte
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11 Jahre 1 Monat her - 11 Jahre 1 Monat her #9702
von Tuisto
Unter dem angegebenen Link eine gelungene zweiteilige Jenaer Zeitungs-Rezension des Werkes von Müller aus dem Jahr 1817!:
zs.thulb.uni-jena.de/rsc/viewer/jportal_...LZ_1817_Bd2_0202.tif
zs.thulb.uni-jena.de/rsc/viewer/jportal_...LZ_1817_Bd2_0206.tif
zs.thulb.uni-jena.de/rsc/viewer/jportal_...LZ_1817_Bd2_0202.tif
zs.thulb.uni-jena.de/rsc/viewer/jportal_...LZ_1817_Bd2_0206.tif
Letzte Änderung: 11 Jahre 1 Monat her von Tuisto.
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