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Kabbalistische Chronologiekonstruktion: Neues aus dem Bereich, den kaum einer versteht!
- berlinersalon
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16 Jahre 3 Wochen her - 16 Jahre 3 Wochen her #2258
von berlinersalon
….........................................................4
............Alles ist neu zu tun. Alles ist neu zu sagen. Und raschen Schwunges
über alle Habe die Sense des Blicks!
............Ein Mann kam daher, ihn lächerte in den steinernen Galerien der
Bibliothekare. – Basilika des Buches! ... Ein Mann auf den Treppen aus
Sardonyx, unter den Prärogativen des Erzes und Alabasters. Mann geringen
Namens. Wer war er, wer war er nicht?
............Und die Wände sind aus Achat, wo die Lampen erglänzen. Der Mann,
barhaupt, mit glatten Händen, in den gelben Marmorbrüchen – Dort, wo die
Bücher im Serail sind, wo die Büchern in ihren Nischen stehn, wie ehmals,
unter Binden, die strohernen Tiere in ihren Krügen, in den verschlossenen
Kammern der großen Tempel – die zahllosen, traurigen Bücher in hohen
kreidigen Schichten, Beglaubigung tragenden und Niederschlag im Steigen der
Zeit ...
............Und die Wände sind aus Achat, wo sich die Lampen verklären. Hohe
Wände, von Schweigen geglättet und Wissenschaft, und von nächtlichen Lam-
pen. Schweigen und schweigende Verrichtung. Priester und Priesterschaft.
Serapeum!
............An welchen Festen des Grünen Frühlings werden wir ihn waschen müssen,
diesen Finger beschmutzt vom Staub der Archive – in diesem Mehlflaum des
Alters, all dieser Schminke Toter Königinnen und Flaminen – wie von den
Ablagerungen heiliger Städte weißer Töpferware, die da starben an zuviel
Mond und Abgenutztheit?
............Ha! man lüfte mir all diesen Löss! Ha! man lüfte mir all diese List!
Dürre und Trug der Altäre ... Die zahllosen, traurigen Bücher auf ihren
Borden aus fahler Kreide ...
............Und was ist dies wieder, an meinem knöchernen Finger, all dieser Talk
des Abgenutzten und der Weisheit, und all dieser haftende Staub der Gelehr-
samkeit? wie, wenn der Sommer endet, Staub und Puder von Pollen, Sporne
und Sporen von Flechte und Moos, ein Gebröckel von weißen Schmetterlings-
flügeln, von Schuppen an den Wulsthäuten der Milchlinge ... alle schilfernden
Dinge von äußerster Winzigkeit, Ablagerungen der Tiefen auf ihrem Boden-
satz, Schlamme und Hefen aufs letzte vermodert – Asche und Schorf des
Geistes.
............Ha! all dieser laue Geruch wie von Lauge und Bähung unter Glas ...,
von weißen Graberden, von weißen Walkerden und Heideerde für alte
viktorianische Treibhäuser ..., all dieser fade Brodem von Soda und Muschel-
erde, von weißem Kopramark und Algenlagern trocknend unter dem grauen
Fils der großen Herbarien,
............Ha! all dieser Geschmack nach Asyl und Kasba, und dieser Mehlflaum des
Alters auf den Gesimsen des Steines – Dürre und Trug der Altäre, bröselnder
Mulm korallener Küsten, und der Gestank auf einmal weithin von großen
Kalksteinschichten unter dem Verrat der Ekliptik ...
............Fortgehen! fortgehen! Wort des Lebendigen!
….........................................................5
............Ea, Gott des Abgrunds, dein Gähnen ist nicht verschlingender.
............Kulturen schwanden dahin in den Feuern der Spiegel, mit der Flamme
der großen Weine,
............Und die Morgenröten, von Nordlichtfesten heriedergestiegen in die
Hände der Ankleiderin,
............Haben noch nicht ihre Wäsche gewechselt.
............Heut Abend werden wir die toten Jahreszeiten zu Ruhe betten in ihren
Abendkleidern, in ihren Spitzen aus Altgold,
............Und wie ein Lied des Waffelverkäufers hinter den Heeren her, wenn sie
die Tische umstürzen der Merveilleusen, der Dandies,
............Ist unsere Stanze leicht auf der Fuhre der Jahre!
............Zählt nicht auf mich bei den Abschiedvorstellungen der Malibrans.
............Wer gedenkt noch der Feste bei den Menschen? – Der Palilien, der
Panonien,
............Christmas und Ostern und Lichtmeß, und des Thanksgiving Day ...
............Ihr, die Ihr wißt, Ihr künftigen Ufer, wo unsere Schritte einst erschallen,
............Ihr duftet schon nach nacktem Fels und Tang des neuen Taufsteins.
............In den Fluss mit dem Büchern, auf die Straßen mit den Lampen! Ich habe
Besseres zu tun auf unseren Dächern, Ausschau haltend, wie der Sturm herauf-
kommt.
............Und sollte der Quell einer höheren Einsicht versiegen,
............So lasse man ein Weib nackt und allein ein Lager sich richten unter dem
Dach –
............Dort, wo die großen Bücher waren, zu Tausenden, auf ihren Gestellen,
Gleich Dienerinnen und gedungenen Mägden ...
............Dort sei ein Eisenbett für ein nacktes Weib, und alle Fenster offen in die
Nacht.
............Ein Weib sehr schön und keusch, erwählt unter allen Weibern der Stadt
............Um ihrer Stummheit willen und ihrer Anmut und ihres Leibes ohne
Fehl, bernsteinfarben und golden der Leiste zu,
............Ein Weib wohlriechend und allein mit der Nacht – wie ehemals, unter
dem Bronzeziegel,
............Mit dem schweren schwarzen Tier, dem Stierhaupt voll eiserner Locken
– .für die Begattung durch den Gott,
............Ein Weib, der Witterung des Himmels dargebracht und ihm allein die
zuckende Heimlichkeit ihres Wesens entblößend ...
............Dort sei sie begünstigt von günstigem Traum, als wittere der Gott sie,
dessen wir vergaßen,
............Und mit Stummheit geschlagen spreche sie anderen Morgens zu uns durch
Zeichen und Winke des Auges.
............Unter den Zeichen des Morgens, am östlichen Himmel, sei gleichfalls
ein Sinn und Bedeuten ...
............So also, wenn der Zauberer auf den Wegen und Straßen
............Einherkommt zu den Menschen seiner Zeit, im Alltagskleid
............Und ledig jedes öffentlichen Amts,
............Sehr freier Mann und Mann der Muße, lächelnd und wohlgelaunt,
............Wahrt ihm der Himmel seinen Abstand und seine Ansicht der Dinge.
............Und eines Morgens vielleicht, der diesem gleicht,
............Wenn der Himmel im Westen wie die großen Hochwasser ist,
............Lässt er von diesen neuen Verschwörungen im Bett des Windes sich
beraten.
............Und dies ist wiederum ein Rat der Heftigkeit und der Gewalt.
Winde I.
Saint John Perse
berlinersalon antwortete auf Aw: Kabbalistische Chronologiekonstruktion: Neues aus dem Bereich, den kaum einer versteht!
keine Erlaubnis zu Verstehen.
….........................................................4
............Alles ist neu zu tun. Alles ist neu zu sagen. Und raschen Schwunges
über alle Habe die Sense des Blicks!
............Ein Mann kam daher, ihn lächerte in den steinernen Galerien der
Bibliothekare. – Basilika des Buches! ... Ein Mann auf den Treppen aus
Sardonyx, unter den Prärogativen des Erzes und Alabasters. Mann geringen
Namens. Wer war er, wer war er nicht?
............Und die Wände sind aus Achat, wo die Lampen erglänzen. Der Mann,
barhaupt, mit glatten Händen, in den gelben Marmorbrüchen – Dort, wo die
Bücher im Serail sind, wo die Büchern in ihren Nischen stehn, wie ehmals,
unter Binden, die strohernen Tiere in ihren Krügen, in den verschlossenen
Kammern der großen Tempel – die zahllosen, traurigen Bücher in hohen
kreidigen Schichten, Beglaubigung tragenden und Niederschlag im Steigen der
Zeit ...
............Und die Wände sind aus Achat, wo sich die Lampen verklären. Hohe
Wände, von Schweigen geglättet und Wissenschaft, und von nächtlichen Lam-
pen. Schweigen und schweigende Verrichtung. Priester und Priesterschaft.
Serapeum!
............An welchen Festen des Grünen Frühlings werden wir ihn waschen müssen,
diesen Finger beschmutzt vom Staub der Archive – in diesem Mehlflaum des
Alters, all dieser Schminke Toter Königinnen und Flaminen – wie von den
Ablagerungen heiliger Städte weißer Töpferware, die da starben an zuviel
Mond und Abgenutztheit?
............Ha! man lüfte mir all diesen Löss! Ha! man lüfte mir all diese List!
Dürre und Trug der Altäre ... Die zahllosen, traurigen Bücher auf ihren
Borden aus fahler Kreide ...
............Und was ist dies wieder, an meinem knöchernen Finger, all dieser Talk
des Abgenutzten und der Weisheit, und all dieser haftende Staub der Gelehr-
samkeit? wie, wenn der Sommer endet, Staub und Puder von Pollen, Sporne
und Sporen von Flechte und Moos, ein Gebröckel von weißen Schmetterlings-
flügeln, von Schuppen an den Wulsthäuten der Milchlinge ... alle schilfernden
Dinge von äußerster Winzigkeit, Ablagerungen der Tiefen auf ihrem Boden-
satz, Schlamme und Hefen aufs letzte vermodert – Asche und Schorf des
Geistes.
............Ha! all dieser laue Geruch wie von Lauge und Bähung unter Glas ...,
von weißen Graberden, von weißen Walkerden und Heideerde für alte
viktorianische Treibhäuser ..., all dieser fade Brodem von Soda und Muschel-
erde, von weißem Kopramark und Algenlagern trocknend unter dem grauen
Fils der großen Herbarien,
............Ha! all dieser Geschmack nach Asyl und Kasba, und dieser Mehlflaum des
Alters auf den Gesimsen des Steines – Dürre und Trug der Altäre, bröselnder
Mulm korallener Küsten, und der Gestank auf einmal weithin von großen
Kalksteinschichten unter dem Verrat der Ekliptik ...
............Fortgehen! fortgehen! Wort des Lebendigen!
….........................................................5
............Ea, Gott des Abgrunds, dein Gähnen ist nicht verschlingender.
............Kulturen schwanden dahin in den Feuern der Spiegel, mit der Flamme
der großen Weine,
............Und die Morgenröten, von Nordlichtfesten heriedergestiegen in die
Hände der Ankleiderin,
............Haben noch nicht ihre Wäsche gewechselt.
............Heut Abend werden wir die toten Jahreszeiten zu Ruhe betten in ihren
Abendkleidern, in ihren Spitzen aus Altgold,
............Und wie ein Lied des Waffelverkäufers hinter den Heeren her, wenn sie
die Tische umstürzen der Merveilleusen, der Dandies,
............Ist unsere Stanze leicht auf der Fuhre der Jahre!
............Zählt nicht auf mich bei den Abschiedvorstellungen der Malibrans.
............Wer gedenkt noch der Feste bei den Menschen? – Der Palilien, der
Panonien,
............Christmas und Ostern und Lichtmeß, und des Thanksgiving Day ...
............Ihr, die Ihr wißt, Ihr künftigen Ufer, wo unsere Schritte einst erschallen,
............Ihr duftet schon nach nacktem Fels und Tang des neuen Taufsteins.
............In den Fluss mit dem Büchern, auf die Straßen mit den Lampen! Ich habe
Besseres zu tun auf unseren Dächern, Ausschau haltend, wie der Sturm herauf-
kommt.
............Und sollte der Quell einer höheren Einsicht versiegen,
............So lasse man ein Weib nackt und allein ein Lager sich richten unter dem
Dach –
............Dort, wo die großen Bücher waren, zu Tausenden, auf ihren Gestellen,
Gleich Dienerinnen und gedungenen Mägden ...
............Dort sei ein Eisenbett für ein nacktes Weib, und alle Fenster offen in die
Nacht.
............Ein Weib sehr schön und keusch, erwählt unter allen Weibern der Stadt
............Um ihrer Stummheit willen und ihrer Anmut und ihres Leibes ohne
Fehl, bernsteinfarben und golden der Leiste zu,
............Ein Weib wohlriechend und allein mit der Nacht – wie ehemals, unter
dem Bronzeziegel,
............Mit dem schweren schwarzen Tier, dem Stierhaupt voll eiserner Locken
– .für die Begattung durch den Gott,
............Ein Weib, der Witterung des Himmels dargebracht und ihm allein die
zuckende Heimlichkeit ihres Wesens entblößend ...
............Dort sei sie begünstigt von günstigem Traum, als wittere der Gott sie,
dessen wir vergaßen,
............Und mit Stummheit geschlagen spreche sie anderen Morgens zu uns durch
Zeichen und Winke des Auges.
............Unter den Zeichen des Morgens, am östlichen Himmel, sei gleichfalls
ein Sinn und Bedeuten ...
............So also, wenn der Zauberer auf den Wegen und Straßen
............Einherkommt zu den Menschen seiner Zeit, im Alltagskleid
............Und ledig jedes öffentlichen Amts,
............Sehr freier Mann und Mann der Muße, lächelnd und wohlgelaunt,
............Wahrt ihm der Himmel seinen Abstand und seine Ansicht der Dinge.
............Und eines Morgens vielleicht, der diesem gleicht,
............Wenn der Himmel im Westen wie die großen Hochwasser ist,
............Lässt er von diesen neuen Verschwörungen im Bett des Windes sich
beraten.
............Und dies ist wiederum ein Rat der Heftigkeit und der Gewalt.
Winde I.
Saint John Perse
Letzte Änderung: 16 Jahre 3 Wochen her von berlinersalon.
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