- Beiträge: 23
- Dank erhalten: 10
England 900-1600
4 Jahre 10 Monate her - 2 Jahre 9 Monate her #12399
von Reiner
England 900-1600 wurde erstellt von Reiner
Wie angekündigt lege ich mal los mit meiner Geschichtsanalyse und beginne mit England von etwa 900 bis 1600 AD.Dabei knüpfe ich an Mario Arndts Arbeiten an. Ich hoffe, den Lesern ist das Vorgehen Arndts vertraut (ansonsten siehe dazu seine hiesigen Beiträge und seine Webseite), das würde hier das Verständnis erleichtern.Was hat Arndt in der Abfolge der englischen Könige entdeckt?
Vorab schon mal eine Herrscherliste, die die von mir ausgemachten Hauptmuster der Zeit von etwa 900 bis 1600 AD zusammenfasst. Mir ihr zur Hand lässt sich das Geschriebene besser verstehen.
- Sechs Gruppen zu je sieben Königen von Offa (ab 774) bis Johanna (Jane Grey, 1553), unter Herausnahme der fünf normannischen Herrscher (1066-1154); diese Gruppen ergeben sich aus der Strukturierung durch den Leitnamen Eduard.
- Eine Auffälligkeit der Herrscheranzahl je Dynastie (frühere Häuser: je 4 / ein Vielfaches von 4, spätere Häuser: je 3)
- Eindeutige Muster in der Namensballung der Heinriche, Richarde und Eduarde von 1154 bis 1553.
- Wiederkehrende gleichlange Regierungszeiten von Herrschern oder Herrschergruppen.
- Verschiedene weitere Aspekte (z.B. den Bezug zu König Arthus)
- Herrschernamen: ihre regelhafte Abfolge, Häufigkeit und Verteilung;
- Herrschaftsdauer der einzelnen Könige (wird hier nicht weiterverfolgt);
- Häuser: ihre jeweilige Herkunft, Dauer und Herrscherzahl;
- Herausragende historische Einschnitte;
- Besonderheiten: weibliche Herrschaft und Kaisertum;
- (Weitere, bislang nicht entdeckte Aspekte).
Vorab schon mal eine Herrscherliste, die die von mir ausgemachten Hauptmuster der Zeit von etwa 900 bis 1600 AD zusammenfasst. Mir ihr zur Hand lässt sich das Geschriebene besser verstehen.
Letzte Änderung: 2 Jahre 9 Monate her von admin.
Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.
4 Jahre 10 Monate her - 4 Jahre 10 Monate her #12401
von Reiner
Reiner antwortete auf England: Struktur-Eduarde und starke Frauen
Struktur-Eduarde und starke Frauen
Eduard ist der einzige Name, der sich vom Hochmittelalter bis in 16. Jahrhundert durchgehend finden lässt – fast durchgehend, im 12. Jahrhundert klafft eine Lücke. Davor treten drei (noch nicht nummerierte) Eduarde mit schöner Regelmäßigkeit auf, die zwei Zwischenräume werden von je sechs Königen beliebigen Namens eingenommen. Nach der Lücke gibt es eine regelrechte Eduard-Inflation, so dass sich das Muster E + 6x + E mühelos entdecken lässt, man hat sogar die Qual der Wahl: Eduard I. oder II. als Ausgangspunkt? Nehmen wir Eduard II., passt der Abstand zu den früheren Eduarden, nur dass wie gesagt im 12. Jahrhundert ein Brücken-Eduard leider fehlt, stattdessen steht dort Mathilde „die Kaiserin“.
Mathilde war Tochter Heinrichs I. und heiratete 1114 den römisch-deutschen Kaiser Heinrich V. (gestorben 1125). Nach dem Tod ihres Vaters 1135 versuchte sie in England ihren Thronanspruch gegen Stephan von Blois durchzusetzen. Dies gelang ihr im folgenden Bürgerkrieg aber nur kurzzeitig 1141 (immerhin bestieg 1170 ihr Sohn als Heinrich II. den Thron). Eine machtbewusste Frau mit entsprechendem Namen („starke Kämpferin“), und als Kaiserin(witwe) sogar gewissermaßen über den Rest erhoben.
Schauen wir nun ans Ende. Von Eduard II. gelangen wir über Eduard V. und zweimal sechs Könige zu Elisabeth I. – wieder eine kraftvolle Herrscherin, die sogar dem mächtigsten Monarchen ihrer Zeit, Philipp II. von Spanien, die Stirn bot (1588 gegen die Spanische Armada). Ihr waren zudem gleich zwei Königinnen aus eigenem Recht vorangegangen, einzigartigerweise im damaligen vom Lex Salica geprägten Europa (Vorrang der männlichen Erbfolge).
Nehmen wir nun Mathilde und Elisabeth als weibliche Eduarde, dann ergibt sich ein schöner Aufbau:
3*(E+6x) + M + (6x+E)*3
Kaiserin Mathilde thront in der Mitte, beidseitig umrahmt von je 21 Herrschern. Darin kommt die spezifisch englische Erfahrung zum Ausdruck, dass die Herrschaft einer Frau der eines Mannes (Eduard als Prototyp) gleichrangig oder gar überlegen sein kann, wie durch Elisabeth gezeigt. Anders gesagt: Elisabeths Erfolg bot Anlass für den Einbau dieses Musters, sie gab das Vorbild für die „überragende“ Mathilde ab.
Eduard ist der einzige Name, der sich vom Hochmittelalter bis in 16. Jahrhundert durchgehend finden lässt – fast durchgehend, im 12. Jahrhundert klafft eine Lücke. Davor treten drei (noch nicht nummerierte) Eduarde mit schöner Regelmäßigkeit auf, die zwei Zwischenräume werden von je sechs Königen beliebigen Namens eingenommen. Nach der Lücke gibt es eine regelrechte Eduard-Inflation, so dass sich das Muster E + 6x + E mühelos entdecken lässt, man hat sogar die Qual der Wahl: Eduard I. oder II. als Ausgangspunkt? Nehmen wir Eduard II., passt der Abstand zu den früheren Eduarden, nur dass wie gesagt im 12. Jahrhundert ein Brücken-Eduard leider fehlt, stattdessen steht dort Mathilde „die Kaiserin“.
Mathilde war Tochter Heinrichs I. und heiratete 1114 den römisch-deutschen Kaiser Heinrich V. (gestorben 1125). Nach dem Tod ihres Vaters 1135 versuchte sie in England ihren Thronanspruch gegen Stephan von Blois durchzusetzen. Dies gelang ihr im folgenden Bürgerkrieg aber nur kurzzeitig 1141 (immerhin bestieg 1170 ihr Sohn als Heinrich II. den Thron). Eine machtbewusste Frau mit entsprechendem Namen („starke Kämpferin“), und als Kaiserin(witwe) sogar gewissermaßen über den Rest erhoben.
Schauen wir nun ans Ende. Von Eduard II. gelangen wir über Eduard V. und zweimal sechs Könige zu Elisabeth I. – wieder eine kraftvolle Herrscherin, die sogar dem mächtigsten Monarchen ihrer Zeit, Philipp II. von Spanien, die Stirn bot (1588 gegen die Spanische Armada). Ihr waren zudem gleich zwei Königinnen aus eigenem Recht vorangegangen, einzigartigerweise im damaligen vom Lex Salica geprägten Europa (Vorrang der männlichen Erbfolge).
Nehmen wir nun Mathilde und Elisabeth als weibliche Eduarde, dann ergibt sich ein schöner Aufbau:
3*(E+6x) + M + (6x+E)*3
Kaiserin Mathilde thront in der Mitte, beidseitig umrahmt von je 21 Herrschern. Darin kommt die spezifisch englische Erfahrung zum Ausdruck, dass die Herrschaft einer Frau der eines Mannes (Eduard als Prototyp) gleichrangig oder gar überlegen sein kann, wie durch Elisabeth gezeigt. Anders gesagt: Elisabeths Erfolg bot Anlass für den Einbau dieses Musters, sie gab das Vorbild für die „überragende“ Mathilde ab.
Letzte Änderung: 4 Jahre 10 Monate her von Reiner. Begründung: Formatierung
Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.
4 Jahre 10 Monate her - 4 Jahre 10 Monate her #12402
von Reiner
Reiner antwortete auf England : Heinrich, Richard, Eduard
Heinrich, Richard, Eduard
Von 1154 bis 1553 heißen alle englischen Könige, bis auf einen Johann, entweder Heinrich, Richard oder Eduard. Außer den frühen, seltsamerweise unnummerierten frühen Eduarden gibt es noch einen Heinrich vor 1154. Dazustellen kann man unter Umständen noch die 1553 wenige Tage lang herrschende Johanna als Ergänzung zu Johann.
Die Abfolge der Heinriche, Richarde und Eduarde zeigen jeweils kleine Muster.
3 Richarde: R + 5 + R + 5 + R
6 Eduarde, rückwärts gelesen: 1*E + x + 2*E + x + 3*E
Bei den Eduarden lohnt sich eine etwas spielerische Herangehensweise: nimmt man entsprechend dem Mathilde-Muster Elisabeth und Mathilde als Eduarde, noch dazu für eine beliebige Anzahl von Eduarden (konkret: 0 und 4), bezieht man außerdem Elisabeths Nachfolger Jakob mit ein (auf den wir noch kommen werden), dann ergibt sich rückwärts gelesen folgendes Bild:
1 + 0*E + 2 + 1*E + 3 + 2*E + 4 + 3*E + 5 + 4*E + 6 (bis zum nächsten einzelnen Eduard)
Bei den Heinrichen ergeben zunächst die ersten vier ein Kleinmuster:
1*H + 2 + 2*H + 2 + 1*H
Alle 8+1 Heinriche sollten mit den Eduarden zusammenbetrachtet werden, unter Weglassung aller anderen. Rückwärts gelesen:
1*E + 2*H + 2*E + 3*H + 3*E + 4*H
Und schließlich: Mario Arndt hatte bereits das kombinierte Muster der 16 Herrscher von Johann bis Johanna gezeigt:
J + H + (3*E + R + 3*H) + (2*E + R + 2*H) + E + J
Das war jetzt viel Klein-Klein und wohl ermüdend für diejenigen, die eher an den Großstrukturen interessiert sind. Aber auch diese Details sind es wert, dokumentiert zu werden.
Von 1154 bis 1553 heißen alle englischen Könige, bis auf einen Johann, entweder Heinrich, Richard oder Eduard. Außer den frühen, seltsamerweise unnummerierten frühen Eduarden gibt es noch einen Heinrich vor 1154. Dazustellen kann man unter Umständen noch die 1553 wenige Tage lang herrschende Johanna als Ergänzung zu Johann.
Die Abfolge der Heinriche, Richarde und Eduarde zeigen jeweils kleine Muster.
3 Richarde: R + 5 + R + 5 + R
6 Eduarde, rückwärts gelesen: 1*E + x + 2*E + x + 3*E
Bei den Eduarden lohnt sich eine etwas spielerische Herangehensweise: nimmt man entsprechend dem Mathilde-Muster Elisabeth und Mathilde als Eduarde, noch dazu für eine beliebige Anzahl von Eduarden (konkret: 0 und 4), bezieht man außerdem Elisabeths Nachfolger Jakob mit ein (auf den wir noch kommen werden), dann ergibt sich rückwärts gelesen folgendes Bild:
1 + 0*E + 2 + 1*E + 3 + 2*E + 4 + 3*E + 5 + 4*E + 6 (bis zum nächsten einzelnen Eduard)
Bei den Heinrichen ergeben zunächst die ersten vier ein Kleinmuster:
1*H + 2 + 2*H + 2 + 1*H
Alle 8+1 Heinriche sollten mit den Eduarden zusammenbetrachtet werden, unter Weglassung aller anderen. Rückwärts gelesen:
1*E + 2*H + 2*E + 3*H + 3*E + 4*H
Und schließlich: Mario Arndt hatte bereits das kombinierte Muster der 16 Herrscher von Johann bis Johanna gezeigt:
J + H + (3*E + R + 3*H) + (2*E + R + 2*H) + E + J
Das war jetzt viel Klein-Klein und wohl ermüdend für diejenigen, die eher an den Großstrukturen interessiert sind. Aber auch diese Details sind es wert, dokumentiert zu werden.
Letzte Änderung: 4 Jahre 10 Monate her von Reiner. Begründung: Formatierung
Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.
4 Jahre 10 Monate her - 4 Jahre 10 Monate her #12403
von Reiner
Reiner antwortete auf England: Herrscher und Häuser
Herrscher und Häuser
Konzentrieren wir uns nun auf die 43 durch das Mathilde-Muster erfassten Herrscher und betrachten ihre Verteilung auf die Dynastien. Hier fällt die Struktur von selbst ins Auge:
Haus Wessex 12 (
*4) Könige, Jelling 4, Godwin 1, Normandie 4;
Haus Blois 1 König;
Haus Plantagenet 9 (
*3) Könige, Lancaster 3, York 3, Tudor 5, Suffolk 1.
Vor dem Haus Blois ist die 4 die Strukturzahl, danach die 3, v.a. wenn wir die Tudors die „graue Maus“ Johanna adoptieren lassen (dann 6 = 2*3).
In einer etwas anderen Deutung kann man die Frauen gesondert betrachten und die Häuser Normandie und Blois zusammenfassen (Stephan von Blois stammte mütterlicherseits von dem Normannen Wilhelm I. ab):
Haus Wessex 12 (
*4) Könige, Jelling 4, Godwin 1, Normandie+Blois 4;
1 Frau;
Haus Plantagenet 9 (
*3) Könige, Lancaster 3, York 3, Tudor 3, Frauen 3.
Hier steht wieder Mathilde im Mittelpunkt, was mich mehr überzeugt. Aber wahrscheinlich sind beide Möglichkeiten von vornherein angelegt worden. So oder so ergibt sich wieder der Aufbau 21+1+21.
Eine letzte Beobachtung zu den Häusern. Wenn man alle Herrscher mit einer kaum einjährigen Regierungszeit streicht und zudem das System bei 1553 enden lässt (da sterben die Tudor im Mannesstamm aus), dann bleiben 32 Könige übrig, die sich in vier Achtergruppen zusammenfassen lassen:
Wessex 8;
Jelling 3, Wessex (isoliert) 1, Normandie 3, Blois 1;
Plantagenet 8;
Lancaster 3, York 2, Tudor 3.
Eine sinnvolle Gliederung: Gruppe 1 und 3 umfassen je ein Haus, Gruppe 2 die Zeit der Erobererkönige, Gruppe 3 die Zeit der Rosenkriege und der daraus als lachende Dritte hervorgehenden Tudor. Vielleicht eine Art Urliste, die dann mit Füllkönigen ergänzt wurde.
Konzentrieren wir uns nun auf die 43 durch das Mathilde-Muster erfassten Herrscher und betrachten ihre Verteilung auf die Dynastien. Hier fällt die Struktur von selbst ins Auge:
Haus Wessex 12 (
*4) Könige, Jelling 4, Godwin 1, Normandie 4;Haus Blois 1 König;
Haus Plantagenet 9 (
*3) Könige, Lancaster 3, York 3, Tudor 5, Suffolk 1. Vor dem Haus Blois ist die 4 die Strukturzahl, danach die 3, v.a. wenn wir die Tudors die „graue Maus“ Johanna adoptieren lassen (dann 6 = 2*3).
In einer etwas anderen Deutung kann man die Frauen gesondert betrachten und die Häuser Normandie und Blois zusammenfassen (Stephan von Blois stammte mütterlicherseits von dem Normannen Wilhelm I. ab):
Haus Wessex 12 (
*4) Könige, Jelling 4, Godwin 1, Normandie+Blois 4;1 Frau;
Haus Plantagenet 9 (
*3) Könige, Lancaster 3, York 3, Tudor 3, Frauen 3. Hier steht wieder Mathilde im Mittelpunkt, was mich mehr überzeugt. Aber wahrscheinlich sind beide Möglichkeiten von vornherein angelegt worden. So oder so ergibt sich wieder der Aufbau 21+1+21.
Eine letzte Beobachtung zu den Häusern. Wenn man alle Herrscher mit einer kaum einjährigen Regierungszeit streicht und zudem das System bei 1553 enden lässt (da sterben die Tudor im Mannesstamm aus), dann bleiben 32 Könige übrig, die sich in vier Achtergruppen zusammenfassen lassen:
Wessex 8;
Jelling 3, Wessex (isoliert) 1, Normandie 3, Blois 1;
Plantagenet 8;
Lancaster 3, York 2, Tudor 3.
Eine sinnvolle Gliederung: Gruppe 1 und 3 umfassen je ein Haus, Gruppe 2 die Zeit der Erobererkönige, Gruppe 3 die Zeit der Rosenkriege und der daraus als lachende Dritte hervorgehenden Tudor. Vielleicht eine Art Urliste, die dann mit Füllkönigen ergänzt wurde.
Letzte Änderung: 4 Jahre 10 Monate her von Reiner. Begründung: York vergessen
Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.
4 Jahre 10 Monate her - 4 Jahre 10 Monate her #12404
von Reiner
Reiner antwortete auf England: Häuser, Herkunft, Dauer, Rahmen
Häuser, Herkunft, Dauer, Rahmen
Die englischen Häuser lassen sich nach Herkunft und Zeitstellung in drei Gruppen gliedern:
Ältere oder „nordische“ Häuser: Wessex, Jelling, Godwin;
Mittlere oder französische Häuser: Normandie, Blois, Plantagenet;
Jüngere oder englische Häuser: Lancaster, York, Tudor, (Suffolk).
Die Zusammenfassung zu „nordisch“ ist vielleicht nicht ganz überzeugend, die betreffenden Häuser wechseln aber seit 1013 mehrfach einander ab und gehören schon deshalb zusammen. Bei den späteren Häusern hat es einen scharfen Bruch zwischen kulturell französisch geprägten und „nationalenglischen“ Häusern nicht gegeben, das war ein allmählicher Übergang. Dennoch wurzeln die Plantagenet noch eindeutig im Französischen, was ja auch der Hintergrund der vielen Kriege mit dem französischen König darstellt. Ende des 14. Jahrhunderts dagegen, kurz vor Herrschaftsbeginn der Lancaster, wird das Französische aus England verbannt, es geht nun allgemein englisch zu.
Betrachten wir die Dauer der Dynastiegruppen. Das Haus Wessex reicht weit ins Frühmittelalter hinein, wir halten uns aber an unseren ersten Eduard, König 899. Die Franzosen (Normannen) erobern England 167 Jahre später, 1066. Nach dann 333 Jahren, 1399, wird der letzte Plantagenet Richard II. gefangengenommen, der erste Lancaster kommt an die Macht; ein Jahr später, 1400, 2*167 Jahre nach 1066, stirbt der alte König. Je nach Sichtweise umfassen also die nordischen und französischen Häuser zusammen entweder runde 500 Jahre oder 501 = 3*167 Jahre.
Zur Schaffung einer Symmetrie fügen wir weitere 167 Jahre hinzu und gelangen voller Erwartung nach 1566/67. Da regiert schon seit acht bzw. neun Jahren Elisabeth, was uns zunächst enttäuscht. Elisabeth ist aber ohne leiblichen Erben und wird es zeitlebens bleiben. In der Thronfolge auf Platz Eins steht ihre Verwandte Maria Stuart von Schottland, die 1566 einen Sohn namens Jakob gebiert.
Jakob wäre, wenn das salische Recht in England gelten würde wie sonst eigentlich überall, bereits englischer König. Noch stehen also zwei Frauen zwischen ihm und dem Thron. Maria wird ein Jahr später, 1567, abgesetzt und muss auch ihre englischen Ansprüche ihrem Sohn überlassen. Elisabeth wird 1570 und nochmals 1588 vom Papst exkommuniziert und ihr die Königswürde abgesprochen, womit aus päpstlich-katholischer Sicht Jakob König wäre.
Ob die Jahre 1570 und 1588 rechnerisch auch Muster hervorbringen, wäre noch zu überprüfen. Mir scheint, dass die Geschichtserfinder hier zum einen die salische Sichtweise zugrundegelegt und zum anderen die Exkommunikation quasi vorverlegt haben. So kommen sie auf die Jahre 1566/1567, worin wir ihnen folgen. Damit zeigt sich folgendes Bild:
Ältere/„nordische“ Häuser: 167 Jahre
Mittlere/französische Häuser: 333 oder 334 Jahre
Jüngere/englische Häuser: 167 Jahre
Das sind insgesamt 500+167 = 667 Jahre oder 4*167 = 668 Jahre.
Jakob wird schließlich 1603 tatsächlich König von England. Er und Alfred der Große (899) rahmen das englische System ein. Alfred wurde von uns bisher vernachlässigt, er darf aber als Landeseiniger natürlich nicht fehlen.
Das Mitteljahr von 899 und 1567 ist 1233. Das fällt in die Zeit, als der junge König Heinrich III. seine selbständige Herrschaft durchsetzte. Bereits 1216 als Neunjähriger zum König gekrönt, erlangte er 1232 seine Mündigkeit und konnte 1234 sich von seinen Beratern freimachen. Heinrich ist der erste König nach dem einschneidenden Verlust des Angevinischen Reiches durch seinen Vater Johann Ohneland. Damit kommen wir zu den großen politischen Zäsuren.
Die englischen Häuser lassen sich nach Herkunft und Zeitstellung in drei Gruppen gliedern:
Ältere oder „nordische“ Häuser: Wessex, Jelling, Godwin;
Mittlere oder französische Häuser: Normandie, Blois, Plantagenet;
Jüngere oder englische Häuser: Lancaster, York, Tudor, (Suffolk).
Die Zusammenfassung zu „nordisch“ ist vielleicht nicht ganz überzeugend, die betreffenden Häuser wechseln aber seit 1013 mehrfach einander ab und gehören schon deshalb zusammen. Bei den späteren Häusern hat es einen scharfen Bruch zwischen kulturell französisch geprägten und „nationalenglischen“ Häusern nicht gegeben, das war ein allmählicher Übergang. Dennoch wurzeln die Plantagenet noch eindeutig im Französischen, was ja auch der Hintergrund der vielen Kriege mit dem französischen König darstellt. Ende des 14. Jahrhunderts dagegen, kurz vor Herrschaftsbeginn der Lancaster, wird das Französische aus England verbannt, es geht nun allgemein englisch zu.
Betrachten wir die Dauer der Dynastiegruppen. Das Haus Wessex reicht weit ins Frühmittelalter hinein, wir halten uns aber an unseren ersten Eduard, König 899. Die Franzosen (Normannen) erobern England 167 Jahre später, 1066. Nach dann 333 Jahren, 1399, wird der letzte Plantagenet Richard II. gefangengenommen, der erste Lancaster kommt an die Macht; ein Jahr später, 1400, 2*167 Jahre nach 1066, stirbt der alte König. Je nach Sichtweise umfassen also die nordischen und französischen Häuser zusammen entweder runde 500 Jahre oder 501 = 3*167 Jahre.
Zur Schaffung einer Symmetrie fügen wir weitere 167 Jahre hinzu und gelangen voller Erwartung nach 1566/67. Da regiert schon seit acht bzw. neun Jahren Elisabeth, was uns zunächst enttäuscht. Elisabeth ist aber ohne leiblichen Erben und wird es zeitlebens bleiben. In der Thronfolge auf Platz Eins steht ihre Verwandte Maria Stuart von Schottland, die 1566 einen Sohn namens Jakob gebiert.
Jakob wäre, wenn das salische Recht in England gelten würde wie sonst eigentlich überall, bereits englischer König. Noch stehen also zwei Frauen zwischen ihm und dem Thron. Maria wird ein Jahr später, 1567, abgesetzt und muss auch ihre englischen Ansprüche ihrem Sohn überlassen. Elisabeth wird 1570 und nochmals 1588 vom Papst exkommuniziert und ihr die Königswürde abgesprochen, womit aus päpstlich-katholischer Sicht Jakob König wäre.
Ob die Jahre 1570 und 1588 rechnerisch auch Muster hervorbringen, wäre noch zu überprüfen. Mir scheint, dass die Geschichtserfinder hier zum einen die salische Sichtweise zugrundegelegt und zum anderen die Exkommunikation quasi vorverlegt haben. So kommen sie auf die Jahre 1566/1567, worin wir ihnen folgen. Damit zeigt sich folgendes Bild:
Ältere/„nordische“ Häuser: 167 Jahre
Mittlere/französische Häuser: 333 oder 334 Jahre
Jüngere/englische Häuser: 167 Jahre
Das sind insgesamt 500+167 = 667 Jahre oder 4*167 = 668 Jahre.
Jakob wird schließlich 1603 tatsächlich König von England. Er und Alfred der Große (899) rahmen das englische System ein. Alfred wurde von uns bisher vernachlässigt, er darf aber als Landeseiniger natürlich nicht fehlen.
Das Mitteljahr von 899 und 1567 ist 1233. Das fällt in die Zeit, als der junge König Heinrich III. seine selbständige Herrschaft durchsetzte. Bereits 1216 als Neunjähriger zum König gekrönt, erlangte er 1232 seine Mündigkeit und konnte 1234 sich von seinen Beratern freimachen. Heinrich ist der erste König nach dem einschneidenden Verlust des Angevinischen Reiches durch seinen Vater Johann Ohneland. Damit kommen wir zu den großen politischen Zäsuren.
Letzte Änderung: 4 Jahre 10 Monate her von Reiner. Begründung: Rechtschreibung
Bitte Anmelden um der Konversation beizutreten.