Willkommen, Gast
Benutzername: Passwort: Angemeldet bleiben:
  • Seite:
  • 1

THEMA:

Zum Framing "Nation" - Kommentar zu G.Heinsohn: Wirtschaft und Welt bis 2050 03 Apr 2021 22:08 #1

Kommentar zum Artikel
Gunnar Heinsohn: Wirtschaft und Welt bis 2050
think-beyondtheobvious.com/gunnar-heinso...t-und-welt-bis-2050/

Hier geht es um Geschichte des 20. Jahrhunderts und die Auswirkungen auf das neue Jahrtausend, insbesondere um das Framing "Nation".

Im 20. Jahrhundert gab es mehrere erfolgversprechende Versuche eines Nationalen Sozialismus in mehreren Ländern, um eine Spitzenposition in der Welt zu erlangen.

1)
In den 1930er und 1940er Jahren versuchte Deutschland die Welt zu erobern, oder zumindest soviel davon, um über umfassende Rohstoffquellen und humane Ressourcen zu verfügen. Die Erschließung des "neuen Lebensraumes" in Osteuropa hatten sich die Planer seit dem Wilhelminischen Kaiserreich wie die Eroberung Amerikas und Afrikas durch die seinerzeitigen Kolonialmächte vorgestellt, also inklusive der rücksichtslosen Versklavung der dortigen Bevölkerung, spätestens seit der Herrschaft der NSDAP auch mit dem explizit geäußerten, und von der absoluten Mehrheit der deutschen Bevölkerung tolerierten, Ziel des Völkermordes.

Da Deutschland fast seine gesamte Wirtschaft auf Krieg umgestellt hatte und die gesamte Gesellschaft militarisiert war, konnte es so zeitweise mehr Waffen (und auch bessere) produzieren als alle Kriegsgegner zusammen und verfügte über bessere Soldaten. Wie es ausging, wissen wir ja alle.

Die heute in Deutschland lebenden Menschen mit Nazihintergrund wollen zwar immer noch Weltmeister werden - wegen der fehlenden "aschkenasischen Kompetenz" beschränken sie diesen Wunsch aber sinnvollerweise auf die Kernkompetenzen Fußball, Wirtschaftsexport und Blockwart-Mentalität.

 2)
In den 1950er Jahren war dann die Sowjetunion nach Einschätzung westlicher Ökonomen drauf und dran, die USA als Spitzenreiter der Weltwirtschaft abzulösen. Der "Sputnik-Schock" 1957 ist dafür emblematisch. Mitte der 1950er Jahre lebten ca. 200 Millionen Menschen in der UdSSR, gegenüber ca. 170 Millionen in den USA. Wie es dann ab den 1960er Jahren weiterging, wissen wir alle.

 3)
In den 1960er Jahren war es dann Japan, das mit jährlichen Wachstumsraten der Wirtschaft von 10 % von Vielen im Westen als zukünftige führende Wirtschaftsmacht gesehen wurde. Von 1955-1976 erstellte die japanische Regierung Fünfjahrespläne für die Wirtschaft nach marxistischem Muster. In Japan lebten um 1970 ca. 100 Millionen Menschen, in den USA ca. 200 Millionen. Mit der sogenannten Ölkrise ab 1973 wurde dann klar, dass der Höhenflug nicht ewig währt.

 4)
Seit Beginn des neuen Jahrtausends wird nun China als die zukünftige neue Weltmacht gefeiert und soll angeblich bald die USA ablösen. In der Wirtschaftsleistung soll es wohl nach einigen Hellsehern um 2030 soweit sein.

Allerdings bleibt China auch danach wohl für immer beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (der entscheidenden Kennzahl für die Wirtschaftsleistung bezogen auf die Bevölkerung) unterlegen und damit beim Einkommen und Lebensstandard. Zum Vergleich Japan, dass ja schon länger "dabei" ist: Das BIP/Kopf der USA liegt derzeit ca. 50 % über dem Japans und ist sechsmal so hoch wie das Chinas. Die volksrepublikanischen Chinesen verfügen zudem auch über viel geringere Vermögenswerte als US-Amerikaner - kein Wunder, da der Wirtschaftsboom dort ja erst ca. 20 Jahre alt ist und davor kaum Vermögen akkumuliert werden konnte. Das erwähnt der Autor des Artikels aber nicht.

Die Überalterung wird China in einigen Jahrzehnten genauso treffen wie Europa und Japan in Kürze - aber nicht die USA. Das wird leider vom Autor des Artikels nicht erwähnt. Langfristig werden also die USA weiterhin führend bleiben.

Die entscheidenden Innovationen der letzten Jahrzehnte stammen aus den USA (wohl der in Ostasien fehlenden "aschkenasischen Kompetenz" geschuldet): Atombombe & Co., Raketen & Raumfahrt, Transistor, Integrierter Schaltkreis, Computer, Internet, Eifohn usw. Auch das erwähnt der Autor des Artikels nicht.

Verlässt man das Framing "Nation", das den Rahmen für den Artikel gibt, und vergleicht auf individueller Ebene, so ergibt sich auch ein ganz anderes heutiges Bild. Bei den größten börsennotierten Unternehmen sind Unternehmen aus den USA mit Abstand führend, vor allem auch bei solchen Unternehmen, die erst in den letzten 20 -30 Jahren groß geworden sind. Es ist also keine zukünftige Vormachtstellung von Chinesen zu erwarten. de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_gr%C3%B6...Marktkapitalisierung

Der Nationale Sozialismus in China ist somit kein Erfolgsrezept für das neue Jahrtausend, sondern der letzte Vertreter nicht-demokratischer Staatsformen des letzten Jahrtausends in Verbindung mit entsprechender Ökonomie, der eine Führung in der Welt anstrebte. Spätestens mit dem Einsetzen der Folgen der Überalterung in China in 20-30 Jahren wird auch der Höhenflug Chinas enden, wenn ihn nicht schon zuvor andere Krisen beenden.

Zum Framing "Nation" äußerte sich Arthur Schopenhauer (1788-1860) wie folgt:
"
Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen. 
Folgende Benutzer bedankten sich: lemur++

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von Basileus.

Zum Framing "Nation" - Kommentar zu G.Heinsohn: Wirtschaft und Welt bis 2050 26 Mai 2021 20:34 #2

entfernt. Keine Geschichtskritik.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von Basileus.

Zum Framing "Nation" - Kommentar zu G.Heinsohn: Wirtschaft und Welt bis 2050 26 Mai 2021 22:29 #3

Was haben diese Dinge mit Geschichtskritik zu tun?
Das ist mehr Agitprop-Gefasel!

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Seite:
  • 1