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Pamphylische Glosse — «Der Stein war schmutzig und trug keine Inschrift» 03 Aug 2012 11:32 #1

  • Legoland
  • Legolands Avatar Autor
Ein Walliser Polizeikommandant, Christian Varone, wurde als Tourist neulich in der Türkei verhaftet.
Bei der Ausreise fanden Zöllner einen Stein im Gepäck des Schweizer Polizisten.
So kam es zu einer Verhaftung und ein Prozess wird wohl noch folgen.
Man kennt die näheren Details betreffend des Steins - antik? - noch nicht.
Angeblich soll Varone das Stück am Wegrand aufgelesen haben.

Eine Zeitungsmeldung:

Der Walliser Polizeikommandant Christian Varone ist seit dem frühen Mittwochabend wieder zurück in der Schweiz.

[...]

Seine türkische Anwältin Yasemin Mataraci sagte dem «Tages-Anzeiger», Varone habe dem Richter gestanden, den Stein selbst an sich genommen zu haben. Er habe ihn als Erinnerungsstück mitnehmen wollen.

Das wiederholte er heute auch an der Medienkonferenz im Gemeindehaus von Savièse: «Wir waren in der Stadt Side unterwegs, dort habe ich einen Stein aufgehoben.» Der Stein sei faustgross gewesen. Varone sagte vor den Journalisten: «Der Stein war schmutzig und trug keine Inschrift.» Es sei ihm nicht bewusst gewesen, dass er damit gegen ein Gesetz verstossen habe. Am Zoll habe er deswegen auch kein Geheimnis daraus gemacht. Die Zöllner hätten den Stein gefunden und ihn daraufhin verhaftet. Er entschuldigt sich währen der Pressekonferenz bei der Türkei.

[...]

Er betonte nochmals, dass er keine Ahnung hatte, dass es sich um einen wertvollen Stein gehandelt habe. «Ich habe den Stein neben einer Hauptstrasse gefunden und nicht aus einem Museum entwendet. [...] Wenn es die Möglichkeit gibt, irgendwo wo es keine Steine gibt, wiedereinmal in die Türkei zu reisen, dann würde ich es gerne tun.»


Quelle: www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/De...hrift/story/29118706

Side (Pamphylien) in Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Side_(Pamphylien)

Für den BS ist die Türkei zur Feldforschung also nicht zu empfehlen.

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Aw: Pamphylische Glosse — «Der Stein war schmutzig und trug keine Inschrift» 03 Aug 2012 11:40 #2

Berlin wurde schon früher nachgesagt, gute Beziehungen zu den Ozmannen gehabt
zu haben. Ein Familienmitglied des Gastberliner aus Oggersheim hat es ja bestätigt.

Die Türkei ist eigentlich ein schönes Land. Wenn die Steine nicht so teuer wären...

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Aw: Pamphylische Glosse — «Der Stein war schmutzig und trug keine Inschrift» 04 Aug 2012 08:28 #3

da kalkzement-gebundene steine wahrscheinlich
auch anteile menschlicher gebeine enthalten
fotografiere ich sie in der regel vor ort



Gleichklang der griechischen Worte für Leute (laoi) und Steine (laes)
[Lexikon: Anthropogonie. Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, S. 1191
(vgl. HWA Bd. 1, S. 463)]

Daneben findet sich vielfach die Sage, daß die M.en in Steine verwandelt werden. Den Anlaß zur Sage kann der menschenähnliche Fels gegeben haben41). Umgekehrt weiß die Sage zu berichten, daß die M.en aus Steinen geschaffen sind42). Diese Über lieferung hängt mit den verschiedenen, selbständigen Flutsagen der Völker zusammen. Die griechische Sage von Deukalion und Pyrrha43) findet sich auch unter den südamerikanischen Indianern.
[Lexikon: Mensch. Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, S. 16511
(vgl. HWA Bd. 6, S. 149)]

Steinverwandlung. Verwandlung in Stein scheint teilweise eine präanimistische Umschreibung für den Tod in Märchen und Sage1) zu sein. Der bei vielen dieser Sagen2) auftretende Zug, daß der Stein durch Blut wieder zum Leben erweckt werden kann, zeigt, daß es sich um einen Toten handelt. Eine besondere Ursache für Entstehung von Versteinerungssagen sind merkwürdige, z.B. menschenähnliche Steingebilde.
[Lexikon: Steinverwandlung. Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, S. 23017
(vgl. HWA Bd. 8, S. 425)]

Durch das Christentum seien die alten (Grab-) Steine in Steinkreuze umgewandelt worden, galten aber noch immer als Sitz des Toten.
[Lexikon: Totenkult. Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, S. 24213
(vgl. HWA Bd. 8, S. 1082)]

Heilzauber: Asche, aus einem T. gebrannt, wurde im Getränk gegeben als Heilmittel32). Einer vergrub an drei Orten Totenköpfe, legte vier Steine darauf und vier Ruten darüber; damit könne er gesund machen und töten33). Trinken aus einem Heiligenschädel galt als heilend34). Trinken aus einem Mannschädel macht fest wie Stahl35). Wein, durch einen T. gegossen, dient als Mittel gegen Trunksucht36). Gepulverte Hirnschale wird gegen Fallsucht eingegeben37), ebenso gegen Fieber38) und andere Leiden39). Irrsinnige läßt man aus einem T. trinken40). Gegen Kopfschmerzen drückt man einen T. an den Kopf41). Bettpisser sollen einen T. in ihren Strohsack stecken42).
[Lexikon: Totenschädel. Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, S. 24237
(vgl. HWA Bd. 8, S. 1093)]


Sonstiges: Kesselartige Vertiefungen sind dadurch entstanden, daß sich Holzweibchen auf die Felsen setzten, als die Steine noch weich waren62).
[Lexikon: Waldgeister. Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, S. 25614
(vgl. HWA Bd. 9, S. 61)]

aberglaube

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Aw: Pamphylische Glosse — «Der Stein war schmutzig und trug keine Inschrift» 04 Aug 2012 12:33 #4

Der Stein ist in den Sprachen und Bedeutungen so vielfältig (einfältig), dass
es sehr wohl jede Menge an Arbeiten (Medienvielfalt) bedarf, um dessen Bedeutung
gerecht zu werden!

Überschrift: > Der Stein war schmutzig und trug keine Inschrift <

Eine Inschrift kann man meist nicht sehen, wenn die Schrift innen liegt.
Deswegen muss der Stein stets neu gekennzeichnet werden bzw. seine Offenbarung
gelesen werden!

BS ist auf dem richtigen Weg.

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Letzte Änderung: von Ingwer.

Aw: Pamphylische Glosse — «Der Stein war schmutzig und trug keine Inschrift» 19 Mär 2013 10:58 #5

  • Legoland
  • Legolands Avatar Autor
Der Stein war war wohl vielleicht "schmutzig und trug keine Inschrift";
doch ein Bild zeigt klar, dass er bearbeitet war und ein Fragment von
etwas Grösserem gewesen sein muss. Laut einer Expertise handle
es sich um ein Säulenfragment.

Nun ist der Steinräuber in der Türkei zu einer Haftstrafe von einem Jahr
und fünfzehn Tagen verurteilt worden. Das Urteil wird jedoch nur wirksam
im Wiederholungsfalle. Was offenbar eine juristische Besonderheit ist in
der türkischen Rechtsprechung.

Link zur Zeitungsmeldung von heute (in der Bildserie ist auch das Stein-
fragment zu sehen): www.bernerzeitung.ch/panorama/vermischte...ieden/story/12480048

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Letzte Änderung: von Legoland.

Aw: Pamphylische Glosse — «Der Stein war schmutzig und trug keine Inschrift» 19 Mär 2013 12:21 #6

Die Affäre um das Stein-Bruchstück, das der Polizei-Kommandant von VS aufgelesen hat, ist an und für sich bedeutungslos.

Sie zeigt nur, wie magisch alle von der angeblichen Antike angezogen werden und darüber jede kritische Distanz vergessen.

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