Christoph Pfister: Biografie & Werke PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Allrych   
Mittwoch, den 15. Juli 2009 um 21:21 Uhr
*10.10.1945 in Bern
Wohnhaft in Fribourg (Freiburg), Schweiz.

Pfister studierte in Fribourg allgemeine Geschichte, Mediävistik und Sprachen.
1974 promovierte er mit dem Thema "Die Publizistik Karl Ludwig von Hallers in der Frühzeit 1793 - 1815".

Danach war Pfister tätig als Universitäts-Assistent und später als Sprachlehrer und Publizist.

Gegenwärtig arbeitet er im staatlichen Auftrag an Detailforschungen zur Schweizer Historiographie des 18. und 19. Jahrhunderts.
Seit den 1990er Jahren fand er in der Neubetrachtung der älteren Geschichte und Kultur ein kongeniales Thema.

Mit den Forschungen trat Pfister in Zeitungsartikeln, Vorträgen und später mit Büchern an die Öffentlichkeit.
Seine Thematik nennt Pfister Geschichts- und Chronologiekritik.

Im Laufe der Zeit kristallisierten sich bei Pfister folgende Thesen und Erkenntnisse aus:
Die menschliche Kultur besteht aus zwei Teilen, nämlich der Vorgeschichte und der Geschichte. Eine historische Zeitschwelle trennt die beiden Epochen. Die Geschichtszeit ist viel kürzer als bisher angenommen.
Nach Pfisters Erkenntnissen läßt sich eine inhaltlich und zeitlich plausible Geschichte erst ab der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts darstellen.

Zentral ist für Pfister die Quellen- und Überlieferungskritik: Die gesamte gedruckte und handschriftliche Überlieferung (Antike, mittelalterliche und frühneuzeitliche Autoren und Chroniken, die Urkunden und sonstigen Dokumente) ist nach ihm erst ab etwa 1730 entstanden. - Um diese Zeit ist auch die heutige Jahrzählung Anno Domini eingeführt worden.

Die gesamte alte Geschichte vor dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts, die in den Geschichtsbüchern steht, stellt nach Pfister das Ergebnis einer gewaltigen Fälschungsaktion dar.

Die Geschichtsschöpfung oder Geschichtsdichtung ist durch Analyse ihrer Inhalte und Zeitstellungen zu entlarven.
Ebenso ist die gesamte heutige historische und aktuelle Chronologie erst im 18. Jahrhundert entstanden. - Die Datierungen werden folglich erst gegen das Ende jenes Jahrhunderts plausibel.

Mit der radikalen Kritik an der älteren historischen Überlieferung trifft sich Pfister mit vielen russischen geschichtskritischen Autoren der Gegenwart aus dem Kreis von Fomenko.

Zentral ist für Pfister die Erkenntnis, daß die Inhalte der alten Geschichte letztlich auf eine Matrix, auf eine Blaupause zurückzuführen seien. Diese Grundkonstruktion (zum Beispiel der trojanische Krieg) verrate sich in den häufigen Parallelitäten von Herrschern und Ereignissen.

Die Jahrzahlen der erfundenen Geschichte werden von Pfister als Sinnzahlen erkannt, hinter denen eine ausgefeilte historische Numerologie steckt.

Ebenso wichtig ist nach Pfister die Erkenntnis, daß die alte Geschichte eine christlich-religiöse Schöpfung sei, Sinngeschichte, nicht reale Geschichte. - Folglich sind etwa die biblischen Schriften oder die antiken Geschichtsschreiber eine zentrale Quelle für die religiöse Matrix der alten Geschichte.

Vor dieser Zeitschwelle kann man nach Pfister nur Mutmaßungen und Schätzungen über historische und kulturgeschichtliche Entwicklungen anstellen. - Grundsätzlich ist die gesamte Hochkultur der Mittelmeerwelt ("Antike" und "Mittelalter") in einem Zeitraum zu sehen, der nicht weiter als vielleicht 350 Jahre vor heute zurückreicht.

Pfister erhielt seine Gedankenanstöße besonders von der Urkunden- und Quellenkritik von Wilhelm Kammeier (Die Fälschung der deutschen Geschichte), von Robert Baldauf (Historie und Kritik), dann von Edward Johnson (The Pauline Epistles) und besonders von russischen Forschern, namentlich von A. Fomenko mit ihren zahlreichen Veröffentlichungen (History: Fiction or Science, usw.)

Pfister nimmt besonders häufig die Gegebenheiten seiner engeren Schweizer Umgebung als Grundlage für seine Betrachtungen.

Eine besondere Vorliebe hat Pfister für die Geschichte und Heimatkunde von Stadt und Landschaft Bern.

Burgen sind für Pfister seit seiner Jugendzeit ein Steckenpferd. Bisher hat der Forscher aus eigenem Interesse etwa hundert Burgplätze besucht. - Dabei hat er auch schon Objekte entdeckt, von denen die Wissenschaft nichts wußte.

Pfister sucht die historischen Spuren zuerst in der Landschaft, nicht wie die anderen in Büchern.

Seit 2003 verbreitet Pfister seine Thesen auch mittels seiner Homepage www.dillum.ch

Pfister denkt anschaulich und konkret. Deshalb haben kunstgeschichtliche Betrachtungen bei ihm einen großen Stellenwert.

Pfisters Bücher und Artikel erhalten ihre Aussagekraft auch durch die sorgfältig ausgesuchten Illustrationen. - Dabei fügt er häufig auch eigene Fotos und selbst gezeichnete Computer-Grafiken ein.

Dank seinem kunsthistorischen Interesse macht Pfister auch alte Bilder und Stiche bekannt. Mehrere Abbildungen in seinen Werken (Albrecht Kauw, Gabriel Lory, Jacques-Henri Juillerat) sind von ihm erstmalig und farbig publiziert worden.

Als literarisch Interessierter sucht Pfister auch ältere Schriftsteller wie Johann Rudolf Wyss (1780 - 1831) bekannt zu machen (Neuherausgabe von dessen Dichtungen "Der Abend zu Geristein" und "Der Ritter von Ägerten").

Pfister entwickelt seine Thematik ständig weiter. Dies führte dazu, daß alle seine in Buchform erschienenen Werke mehrere Bearbeitungen, beziehungsweise Auflagen erfuhren. - Als Publikationsform seiner Drucke wählt der Autor dabei das Buch auf Nachfrage (Book on Demand).

In Buchform sind von Pfister folgende Werke erschienen:

"Die Ursprünge Berns. Materialien für eine Neubetrachtung" (ISBN 976-3-8334-6425-6) (Norderstedt 2008)
Das Buch behandelt die Ursprünge der Stadt Bern und der weiteren Umgebung unter dem Gesichtspunkt der Geschichts- und Chronologiekritik.  Die gallorömische Engehalbinsel wird neu interpretiert, ebenso die Baugeschichte von Bern.

"Die Matrix der alten Geschichte. Analyse einer religiösen Geschichtserfindung", Zweite Auflage; Norderstedt: Books on Demand 2006; 536 Seiten mit 35 Illustrationen. ISBN 3-8334-1826-5
Das Buch ist Pfisters zentrales Werk. Hier legt er die allgemeine Geschichts- und Chronologiekritik dar. Bau- und kunstgeschichtliche Betrachtungen zeigen nach ihm die abstruse Chronologie der älteren Epochen dar. Ausführlich werden Inhalte der antiken und mittelalterlichen Geschichte analysiert. Dabei ergeben sich für den Autor überall teilweise verblüffende Parallelitäten. Diese zeigen, daß die ältere Geschichte eine Erfindung der Renaissance und des Barocks ist - vor allem der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Das Buch erfährt gegenwärtig (2009) eine Neubearbeitung.

"Bern und die alten Eidgenossen. Die Entstehung der Schwyzer Eidgenossenschaft im Lichte der Geschichtskritik". Zweite Auflage; Norderstedt: Books on Demand 2006, 352 Seiten mit 33 Illustrationen. ISBN 3-8334-2874-0
Das Werk analysiert die angeblichen Quellen für die ältere Geschichte der Eidgenossenschaft. Hierauf wird die altschweizerische Helden- und Kriegsgeschichte geschichtsanalytisch untersucht und als Blaupausen und Parallelen vor allem der Troja-Geschichte erkannt. - Den Ursprung der alten Schweiz sieht Pfister in der Zeit vor etwa dreihundert Jahren.

"Der Vesuv ist überall. Die vesuvianische Ortsnamenprägung der Schweiz. Mit einer Einführung über die Vesuv-Namen Europas". Zweite Auflage, Norderstedt: Books on Demand 2007, 300 Seiten mit 32 Illustrationen. ISBN 3-8334-2288-2

In genialer Weise weist Pfister nach, daß alle europäischen ("indogermanischen") Sprachen auf einer politisch-religiösen Willensschöpfung beruhen, die vor höchstens dreihundertfünfzig Jahren eingesetzt hat.
Im Besondern beruht die Namens- und Ortsnamen-Schöpfung der ganzen Alten Welt auf einheitlichen Grundsätzen. Alle Namen enthalten einen christlichen und vesuvianischen Bedeutungskreis. In den Wörtern und Namen finden sich ein paar Dutzend Begriffe wie Christus, Jesus, Paraklet, Neapel, Iljum, Vesuv, Titus, Vespasianus, usw.
Auf die 70-seitige Einführung folgt auf 200 Seiten eine Analyse von etwa 800 Schweizer Ortsnamen.

Pfister hat auch erstmalig die Bedeutung der Hebräer für die deutsche Sprach- und Ortsnamen-Schöpfung erkannt.

Hebräisch ist nach Pfister die jüngste der drei alten Kultsprachen - nach Griechisch und Lateinisch.

Die hebräische Sprache wurde nach ihm im südwestdeutschen Raum geschaffen und sollte in der ursprünglichen Absicht der ganzen Mittelmeerwelt aufgezwungen werden. Das Mißlingen dieser Unternehmung führte nach Pfister zur Glaubensspaltung, der Ausbildung der katholischen, protestantischen, jüdischen und islamischen Schriftreligionen und zum endgültigen Zerfall des "Römischen Reiches" - letztlich zur Ausbildung der heute erhaltenen alten Schriftlichkeit und der Geschichtsfälschung.
 

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