Französische Adelsstammbäume als Quelle PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Karin Wagner   
Sonntag, den 28. Juni 2009 um 23:03 Uhr
Karin Wagner, Geändert am 6.Sep.2008


Gliederung:

I Einführung
1. Motivation und allgem. Zweifel an Angaben und Datierungen
2.Fragen zur Chronologie

II. Vorläufige Fragestellungen
1. Authentische Akten oder Lügen und Fälschungen?
2. Nachweisbares
3. Schnittpunkte?


III. Einige Ergebnisse:
1. Widersprüche und Fälschungen
2. Überlegungen und Fazit
a) Ungesichertes
b) Sichere Fakten und Daten
c) Andere Aspekte
3. Nachweisbares und Belege

IV. Meine Schlussfolgerungen und Ausblick
1. Weitere Entwicklung der deutschen
2. der französischen Linie

V. Offene Diskussionspunkte
1. Chronologische Fragen
a) Verdacht
b) Hinterfragt
2. Religiöse Fragen
c) Protestanten?
d) Hugenotten?
e) Und weitere Forschungen



Karin WAGNER
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DICHTUNG UND WAHRHEIT IN ADELSSTAMMBÄUMEN

Oder eher:(Viel) Dichtung und (einige Körnchen) Wahrheit in Adelsstammbäumen –
am Beispiel der Adelsfamilie du Puy - Montbrun in der
einstigen Dauphiné in Süd-Frankreich



I.:. Einführung

1. Motivation und allgemeine Zweifel an Angaben und Datierungen

Das Thema Geschichtliche Wahrheiten und Fragen der Chronologie interessierte mich schon immer durch meinen Beruf mit Unterricht in Geschichte, Politik und Französisch, wo einem auch schon mal Ungereimtheiten, Lücken oder Aufblähungen aufgefallen waren wie z. B. in der sog. Völkerwanderungszeit oder bei den vielen Kaiserpersönlichkeiten. Man dachte früher aber doch, dass manche Fakten und vor allem Datierungen (bes. nach der Propagierung der C-14-Methode) relativ sicher seien und man zumindest einige Eckdaten als bewiesen ansehen könnte.

Gewisse Zweifel, bes. an der Chronologie, kamen mir dann aber massiv bei meiner nun schon über 20-jährigen privaten Forschung über eine französische Adelsfamilie und insbesondere über die Hugenotten in der einstigen Dauphiné,(dem früheren „DELPHINAT“, heute die Départements Drôme, Isère, Hautes-Alpes .zwischen Rhône-und Durance-Tal etwa, also
Valence / Tournon und Orange /Avignon an der Rhône Richtung Alpen und Italien s. Karten), wobei ich ein wunderschönes, noch sehr ursprüngliches Gebiet nördlich der Provence entdeckte und lieben lernte, wovon ich nun Tausende von Bildern der Landschaft, Burgen und Porträts besitze.

So stand am Anfang aller meiner Forschungen die eher zufällige Begegnung mit einer betagten, inzwischen verstorbenen Baronin in Königsbach, die eine gebürtige Olga Marie de Saint –André - Montbrun war. Nach der Suche im Postleitzahlenverzeichnis und auf alten Karten mit Orten dieser beiden Namen, habe ich in den Schlossakten im Generallandesarchiv Karlsruhe und in einem handgeschriebenen Familienbuch des Königsbachers Apothekers aus dem 19. Jh. nachgesehen, aber auch nach Paris geschrieben und dort erfahren, dass diese Adelsfamilie du Puy de Montbrun oder Dupuy-Montbrun aus einer Familie namens de Podio in Latein aus der Emiglia Romagna in Italien gekommen sei, bereits im 11.Jahrhundert einen Großmeister des Johanniterordens gestellt hätte, dann im 16.Jh. einen berühmten Hugenottenführer namens Charles-Le Brave (der Tapfere oder auch der Aufmüpfige, da braver auch trotzen heißt, s. u.), der dann 1555 geköpft worden sei, ferner viele weitere berühmte Vertreter von Kardinälen bis mächtigen Feudalherren, Markgrafen (Marquis) von Grenzprovinzen zur Provence hin und dass sie später noch hochrangige Militärs in ihrem Stammbaum aufweisen und als Wappen einen roten Löwen auf goldenem Grund mit blauen Krallen und blauer Zunge führen würde. Solche Doppel – bzw. Mehrfachnachnamen weisen oft auf eine weibliche Linie hin, denn wie in allen Adelsfamilien mit vielen Nachkommen gibt es mehrere Seitenlinien, da jüngere Geschwister mit oft kleinen Nebenbesitzungen dotiert wurden und dann jene geografischen Namen annahmen: in diesem Falle also de Ferrassières, , de la Roche, de Rochefort (-en-Valdaine), oder eben wie hier Daniel Rollin de Saint - André-Montbrun etc.).
Ich erfuhr, dass die italienischen Ursprünge ganz weit zurückreichen würden, noch vor 900 mit einem gewissen Raffaelo de Podio, (dann später evtl. di Poggio, Pozzo u.a. auf Italienisch), der den Salierkönig Konrad II. nach dem damaligen Burgund begleitet hätte. Er sei allerdings bisher nicht als Vorfahre dieser Linie du Puy zu belegen.
Und jener Johanniter-Großmeister z. B. soll der zweite oder dritte RECTEUR und nach dem Gründer des Johanniter- oder Hospitaliter - Ordens, Gérard evtl. de Martigues, der eigentliche Begründer des Militärordens gewesen sein, da erst er die militärischen Bestimmungen nach dem Vorbild der Kämpferorden wie die Templer erlassen hätte in seinem Orden, St..– Jean de Jérusalem oder der sog. Hospitaliter“, die sich ursprünglich vorwiegend mit Krankenpflege der Pilger im Heiligen Land befasst hätten. Dieser Raymond de Podio oder du Puy hätte bereits mit Vater und zwei Brüdern an der Eroberung Jerusalems 1099 teilgenommen und führe als Wappen einen roten Löwen auf Goldgrund mit der biblischen Devise: Vicit Leo Juda etc. .

An den Heiraten der Damen mit dem damaligen Hochadel aus der Provence, der Dauphiné und dem Languedoc ( z..B. der Adhémar von Narbonne und Monteil) könne man leicht die Bedeutung der Familie erkennen, die von Anfang an mit der Politik der Herrscher (Dauphins) der damals unabhängigen Dauphiné und später nach Anschluß an Frankreich mit der hohen französischen Politik verbunden gewesen sein soll.
Nachdem einige der Adligen wie es heißt protestantisch / calvinistisch wurden (nach 1525 bereits) und unter den Valois ja auch der Königshof zeitweise (unter Catharina von Medici und ihren Söhnen) dazu neigte, schien ein Aufstieg aus der Provinz nahe zu liegen – aber dann wurden die protestantischen Truppen geschlagen unter den Princes de Condé, Admiral de Coligny usw. und zu einer Art Rebellen abgestempelt. (s. opferreiche Schlachten von Montcontour und Jarnac, Ermordung Colignys in der Bartholomäusnacht 1572).

Meine Reisen in diese Gegend und das Studium der Akten und Dokumente vor Ort ließen mich dann nach und nach vieles erschließen: so erkennt man z. B. dass dabei tragischerweise die Trennung innerhalb der einzelnen Familien verlief – also der Vater wurde oder blieb z. B. katholisch, der älteste Sohn auch, um den Besitz zu sichern, die jüngeren Söhne engagierten sich in den protestantischen Armeen und verdingten sich oft im Ausland, (Holland, Preußen, Schwedische Armee unter Gustaf Adolph) oder verteidigten in der Provinz ihre Burgen und ihren Besitz in den vielen Religionskriegen gegen die katholischen Nachbarn.
Da gab es auf beiden Seiten Verrat, Misere, viele Gräuel und Opfer, so dass danach schon vor dem Dreißigjährigen Krieg die Provinz nahezu ausgeblutet war und heute alle Burgen zerstört sind. (Suze-la-Rousse und Grignan und einige kleinere sind in unserer Zeit wiederaufgebaut worden).

Nach der nach den Berichten ungerechtfertigten Enthauptung jenes berühmten Charles auf Befehl König Heinrichs III. konnte der spätere Heinrich IV. den kleinen Sohn noch entführen lassen nach PAU in den Pyrenäen, was damals noch die Hauptstadt des von Frankreich unabhängigen Königtums NAVARRA war. Damit war wenigstens die Nachfolge gesichert, obwohl die Familie dann als bürgerlich galt und ihren Besitz zunächst verlor. Zwei Generationen später wurde sie erst offiziell rehabilitiert. Dann kaufte einer der Nachfolger den Titel Marquis (Markgraf von Grenzprovinzen, in diesem Falle von Montbrun) und sicherte den Nachkommen den Zugang zu Hofämtern, bes. unter Heinrich IV. und dann wieder nach den Revolutionen im 19. Jh. und vor allem unter Kaiser Napoleon III. bis 1871.
So hat die Familie der Dupuy öfters Karriere am Hofe gemacht, einen Kardinal in Avignon gestellt, Titel erworben, allerdings unter Verkauf von Besitzungen bes. den Titel eines Marquis, (Markgraf ) und bildete eine Oberschicht in mehreren französischen protestantisch gewordenen oder gebliebenen Provinzen, da sie aufgrund dieses Märtyrertums jenes Charles hohes Ansehen in protestantischen Kreisen genoss und man dann einheiratete in den lokalen Adel, auch im Ausland übrigens: so z. B. in England, USA, Preußen und in den Niederlanden, wo es noch eine Seitenlinie bis Mitte des 19.Jhs, gab sowie hier in Deutschland über die Töchter, die Vertreter des protestantischen deutschen Adels ehelichten. (von Dohna in Preußen, von Haxthausen bei Paderborn u.v.a.).

Aber der „Aderlass“ an Blut und Opfern ist gewaltig: Hinrichtungen, Enteignungen, Emigrationen, Kriegsopfer löschen ganze Linien aus.
Andererseits finden sich dann oft doch noch Nachkommen z. B. in Preußen, auch wenn in den französischen Akten steht „m .s .p“( mort sans postérité, ohne Nachkommen verstorben) – dennoch blühen ganze Linien in Europa weiter bis heute, so z. B. bei den Prinzen von Dohna aus Preußen, wo eine Heirat mit einer schönen Espérance Dupuy noch bis heute indirekt für Nachfahren sorgt (Schweiz und Baden) und viele europäische Adelshäuser auf ihre Ehe zurückzuführen sind. Alexander Fürst von Dohna Schlobitten schenkte mir Bilder der Dame.

Es ist unschwer zu sehen, dass die sog. REFORMATIONSZEIT den gewaltigsten Einschnitt darstellt, die offenbar ganz schnell, d. h. kurz nach 1525 bereits von einigen der Seigneurs, eben auch der Du-Puy-Montbrun übernommen worden sein soll. Trotz einiger Toleranzedikte führt die Reformation calvinistischer Prägung unter der geistlichen Leitung von Théodore de Bèze / Beza (Jean Calvin war in Frankreich bekanntlich geächtet und wirkte in Genf / Neuchâtel) zu sieben verheerenden Religionskriegen bis zum zerstörerischen Dreißigjährigen Krieg und zu ständigen Kämpfen auch in der Provinz der Feudalherren untereinander, die ja nun plötzlich verschiedenen Konfessionen und Armeen angehörten.

In diesen Wirren der Reformation ist dann plötzlich nur ein einziger Vertreter der älteren Linie in Rochefort-en–Valdaine vorzufinden, der katholisch blieb, um der Familie das Vermögen, Erbe und Stammschloss zu erhalten. Doch auch er wandert aus und ist später unter Heinrich IV. erst wieder belegt bei einer Heirat und katholischen Taufen seiner beiden Kinder.


Jeweils alle Nachkommen außer diesem ältesten Sohn, mussten damals als Calvinisten fliehen, meist schon lange vor Ludwig XIV., oft schon spätestens nach der Bartholomäusnacht 1572, die in der dortigen Provinz durch das kluge und mutige Verhalten des katholischen Armeeführers Bertrand de Gordes, allerdings weniger Opfer kostete. (Er soll gesagt haben: „Wenn der König Truppen von mir fordert, geht das in Ordnung – wenn er verlangt, dass ich zum Mörder werde, dann verweigere ich den Befehl.“ Erstaunlicherweise hat er diese Phase überlebt wohl eher wegen der weiten Entfernungen zum Königshof).

Die Emigrationen erfolgten dann bekanntlich in Massen unter Ludwig XIV. nach der Aufhebung des unter Heinrich IV. erlassenen Toleranzedikts von Nantes durch das Edikt von Fontainebleau und dem Fall der letzten Bastion der Protestanten: La Rochelle.
Das war ein Massen-Exodus (s. den Buchtitel von E. Bellon: „Zerstreut in alle Winde“) – d.h. eine gefahrvolle Flucht in alle noch protestantischen Gebiete innerhalb Frankreichs und alle protestantischen auswärtigen Länder.
Als Zwischenstation galt oft Genf, aber auch Straßburg und das zeitweilig württembergische Montbéliard (Mömpelgard), Baden, Württemberg, Basel, Frankfurt, Hessen-Kassel, Hamburg, später vor allem Berlin. (Aufnahme unter dem Großen Kurfürsten und Edikt v. Potsdam unter Friedrich d. Gr.)

Bekannte Aufnahmeländer waren vor allem die protestantisch-reformierten Länder wie die Niederlande, England, die Schweiz, Preußen, Hessen, z. T. Württemberg usw. und dann auch schon Amerika. In den USA werden die Adligen, (übrigens auch einer der du Puy-Montbrun, allerdings nur kurzfristig) dann auch zu Unternehmern und engagieren sich in der Wirtschaft (Baumwollplantagen, Zuckeranbau usw.) und in der Politik.
Besonders in England und Schottland lassen sich die Einflüsse der französischen Adligen noch bis heute nachweisen, in USA leider oft auch als Fälschung wie man im Internet sehen kann und bes. in den Mormonenarchiven, wo alles, was Depew oder ähnlich heißt, dann von den Dupuy-Montbrun abstammen will.

Heute ist der Stamm in Frankreich eigentlich ausgestorben mit der letzten weiblichen Nachfahrin, einer Clothilde du Puy de Rochefort (Ende 19. Jh.) aber zwei Zweige haben den Ehrentitel angefügt an ihren Namen seit Napoleon III. und streiten sich nun um die Rechtmäßigkeit mit vielen Prozessen bis heute. Aber alle besitzen noch gewisse Privilegien, Paläste in Paris und in der Provinz, aber heutzutage auch hohe Posten in der Administration und Wirtschaft und genießen Steuererleichterungen und Sozialprestige, selbst wenn der Titel falsch (bzw. gekauft) sein sollte!
Wie ich bei allen Besuchen sehen kann, vermehren sie sich munter weiter mit so ca. 4 Kindern pro Ehepaar u. heiraten heute in die globale Finanz-Oberschicht ein.

Dennoch muss man mit Bedauern feststellen, dass mit wenigen Ausnahmen in unserer Zeit ganze Schlossinventare verloren gehen, d. h. die modernen Nachfahren machen fast alles zu Geld und veräußern das, was ihre Eltern und Großeltern noch mühsam zusammengehalten und vor allem unverändert gelassen hatten. Oder der Unterhalt ist trotz der sehr mäßigen Besteuerung zu teuer, so dass die Stadtpaläste z. B. an Hotels verkauft werden. Einige Gesellschaften rekonstruieren manche der imposanten Burgruinen, aber das ist die Ausnahme, der Rest verfällt, wird als Stallungen genutzt oder gar ganz abgerissen wie in Roche-sur-Grâne.
(Der Gipfel aller Dreistigkeit schien mir ausgerechnet MONTBRUN (heute Montbrun-Les-Bains) zu sein mit der noch immer imposanten Burgruine, die noch gut erhalten ist – in selbige hat der Bürgermeister aus dem Elsass nun seine Villa hinein gebaut!)

2. Fragen zur Chronologie:

fiel mir von Anfang an auf, dass sie so erstaunlich weit zurückreichen soll, wo wir Normalbürger mit unseren Stammbäumen meist nicht vor 1600 zurückkommen trotz intensivster Forschungen, in Deutschland auch deshalb, weil es Kirchenbücher für beide Konfessionen, geführt von der katholischen Kirche, erst ab ca. 1620 gibt.

Hier bei dieser Adelsfamilie wäre also 1099 bei der Eroberung Jerusalems im 1. Kreuzzug mit dem Großmeister Raymond (der mit über 80 Jahren 1162 starb) bereits die dritte Generation belegt mit jenem sagenhaften RAFFAELO de PODIO aus der Emiglia Romagna und einem HUGUES de PODIO an der Isère in Peyrins, so dass wir mit den 3 – 4 unsicheren Generationen davor im Languedoc, (die aber evtl. parallel dazu liegen), nicht vor 900 kämen als Ursprung und in Italien mit dieser angeblich so berühmten Familie de Podio (italienisch evtl.di Poggio, Poggibonzi, Pozzo o.ä.) evtl.eben so weit zurück kämen, aber wohl nicht bis in die graue Vorzeit ( „Römer“und „Gallier“ usw.), denn da steht meist ehrlicher Weise in allen Wappenbüchern und Genealogien in Frankreich oder Holland, Deutschland dabei: „Die Anfänge verlieren sich im Dunkel der Geschichte“, d.h. nicht, dass es davor keine Menschen dort gab, aber eben dass man nichts dokumentiert finden könne..
Dennoch habe diese Familie schon früh hohe Posten wie den des sog. Gross-Gonfaloniere (Bannerträger vor dem Herzog her mit hohen militärischen und zivilen Verwaltungsfunktionen) eingenommen l in Florenz oder Genua oder Venedig oder...? Ich denke in Lucca, weil es dort jenes Amt längere Zeit gab und dort auch die Adimari (les Adhémars) zeitweise die Oberhoheit innehatten, die ebenfalls in Südfrankreich Besitzungen hatten und mit denen die Montbrun mindestens eine frühe Heirat nachweisen..
Das nur als ein erstes Beispiel aus den vielen anderen Unstimmigkeiten, aber auch bestätigten Fakten anhand des Stammbaumes (s.u.)

II. Vorläufige Fragestellungen:

1. Authentische Akten?

Bei der Durchsicht und Überprüfung der Materialien in Archiven muss man sich fragen, ob gerade diese frühen Anfänge irgendwie glaubhaft sein können, da viele Angaben fehlen oder einfach nicht mehr überprüfbar sind.
Soll man also alles vor ca. 1300/1400 weglassen, was zu finden ist?
Also z.B. Kadastereinträge, Notariatsakten (sog. minutes des notaires), Wahlbestätigungen auch schon in der Feudalzeit von sog. Gemeindeconsuls, Steuerlisten, Verträge über Abgaben, Berichte über Besuche und Reichstage von Königen (der Salier in Vienne z.B.) Testamente, Steuern / Abgaben, Aufstellungen der seigneurialen und gemeindlichen Mühlen usw. , Kreuzfahrer- und Heereslisten, Klostergründungen und Schenkungen der Familie, Angaben über Bischofssitze, Kardinäle in Avignon, Klöster und Militärorden, vorhandene ältere Stammbäume der Familien, Siegel, Wappen, Urkunden, Porträts und schon neuere „wissenschaftliche“ Genealogien nach 1850 bis heute, in Königsbach ein Stammbaum an der Schlosswand und vor allem im klassischen Französischen Wappenbuch: Grand Armorial de France z. B.)?

a) Falls wir heute also alles als Lügen und Fälschungen entlarven wollten, hieße das:

- Streichung wohl aller Personen und Daten mindestens vor 1300 ff.
- Weglassen aller Bezüge zu ganz berühmten Herrscher-Persönlichkeiten und eher Bezug zu lokalen Fürsten oder burgundischen Königen
- Weglassen der Ordensmeister und religiösen Klostergründungen,
- Beschränkungen der Heiraten überwiegend auf lokale Nachbarn,
- Infragestellung berühmter Mitglieder, ob sie überhaupt dazugehören. (Es heißt z. B. der Großmeister Raymond gehöre nicht zu dieser Familie, sondern zu einem anderen Montbrun im Languedoc oder auch jener Charles sei kein Sohn des Generalleutnants der Provinz Aymar du Puy u.v.a.)

b) Falls doch ggf. nachweisbar, hieße das:

Berücksichtigung dieser Akten, obwohl ggf. genaue Datierungen und die Nachweise der Namen schwierig sind. Dafür spräche aber z. B.:
- die ungeheure Anzahl der Akten, (bes. auch der lokalen oft uns banal erscheinenden Eintragungen in den Dörfern mit Alltäglichem wie Steuer von einem Viertelshuhn oder dem Streit, ob beim Verkauf eines trächtiges Schafes das Lamm dem Käufer oder dem Verkäufer gehöre!), die schon relativ früh mit den Namen der Notare versehen sind oder Zeugen angeben, dazu Inventarlisten, Aufstellungen von Erbschaften, Mitgiften oder Schenkungen etc. .
- die vielen Parallelen auch über große Entfernungen hinweg, z. B. von Provence bis Anjou an der Loire oder von der Dauphiné bis zum damaligen größeren Languedoc, (bis zur spanischen Nordgrenze), oder von der Isère bis zu den Protestanten in Montbéliard , von der Drôme bis zur damals selbständigen Principauté d’Orange usw. : – es sind dieselben Familien mit übereinstimmenden Stammbäumen, d.h. wenn man da eine Heirat sucht, findet man sie u.U. sogar sehr weit entfernt wieder (noch ohne PC , Internet, Telefon, Fax oder Kopierer!)
Ein Beispiel ist die Witwe des Dauphin Guigues, eine mit dem Kindernamen benannte Etiennette de Viennois (Klein-Stefanie), die - obwohl jung und reich - nie mehr erwähnt ist! Es erschien mir unmöglich, dass sie unverheiratet geblieben wäre damals mit so einem Vermögen! Aber dann fand ich sie als Stefania in Barcelona bei den dortigen mächtigen Grafen wieder.
Oder auch komplette Generationen von Ahnen z. B. in den Archiven der Kreuzritterkandidaten in den Handschriften, die ich in Malta einsehen durfte.(Jeder spätere Ordensritter aus dem Hochadel musste vor der Aufnahme seine Abstammung mit mindestens zwei Generationen (väterl. / mütterl. Linie) als Adlige nachweisen mit den Wappen und Besitzungen – für mich eine Fundgrube, da der gesamte Adel dort vertreten ist!)

Daher ist die zentrale Frage natürlich immer, wie weit diese Dokumente wirklich zurückreichen. In den Klöstern gibt es Gründungsurkunden, die einem da gezeigt werden, von den Reichstagen soll es noch Aufzeichnungen in Vienne z. B. geben, die aus dem 10. / 11. Jh. stammen sollen wie wir das hier aus den Bibliotheken / Archiven / Museen ja auch kennen.
Es gibt Chroniken und Annalen aus den früheren Epochen, wobei wir wieder nicht wissen, wann genau sie verfasst oder abgeschrieben wurden.

Mit Numismatik habe ich mich dort noch nicht befasst, aber in Nîmes und Avignon werden römische Münzen wie überall gezeigt und es soll salisches Geld geben aus der Zeit, als Vienne eine Zeit lang die Hauptstadt dieses Teils des Delphinates (Arelat) war oder von Otto I., der eine burgundische Prinzessin heiratete. Ansonsten hatten die Dauphins und viele einzelne Adlige noch die lokale Münzhoheit – vereinheitlicht wurde das erst viel später (der „sol tournois“ von Tournon setzt sich dann teilweise durch, aber erst mit dem Zentralismus (Absolutismus /Franz. Revolution / Napoleon) gibt es dann einheitliches Geld).

c) Wo ist da nun der Schnittpunkt anzusetzen?

D.h. ab wann haben wir in etwa sicherere Belege?
In den Archivmaterialien sind sog. „alte Urkunden“ UNDATIERT oder versehen mit internen Angaben (wie „im 4. Regierungsjahr Hugos, 3 Jahre nach der Großen Überschwemmung, 2 Jahre nachdem Sarazeneneinfall“ usw.), die frühen in den gedruckten Ausgaben der Archive (z.B. von Valence) immer so mit 1300 ff. datiert und in Vulgärlatein / Mittellatein verfasst oder sogar dem Okzitanischen, der Landessprache des Languedoc genannten Gebietes von Italien bis Spanien und hoch bis zur Loire= der einstigen Occitanie).
Davon gibt es relativ wenige, viel weniger jedenfalls als dann mit dem Aufschwung von Materialien aller Art, Verträgen, Testamenten, Prozessakten, Schenkungen, Steuerlisten usw. bedingt durch den Anschluss der Provinz an Frankreich Mitte des 14. Jahrhunderts, weil angeblich der verschuldete letzte Dauphin, ein gewisser HUMBERT II. , Geld gebraucht und die Provinz an den nordfranzösischen König verkauft hätte.
Warum gerade 1346, fragt man sich da und denkt an die Zeit der Katastrophenberichte (s. z. B. in der „Vita Caroli IV“, wo das sehr gut beschrieben wird mit Dämpfen aus dem Osten, Ungeziefer, Überschwemmungen, Seuchen, Viehsterben, Hungersnöten und vor allem der Pest, die in jenem Gebiet furchtbar gewütet hat über Jahre hinweg.)
Könnte es da ggf. sein, dass die Provinz so sehr ausgeblutet war, dass sie quasi BANKROTT ging und nur noch der im Grunde verhasste nordfranzösische König Aussicht auf Rettung bot?

Die Provence hatte mit einem sog. „Guten König“ (Le Bon Roi René de Provence in Tarascon und Forcalquier) da wohl einen reicheren Herrscher, der seinen Untertanen zinslose „Aufbaukredite“ gab und für das Gesundheitswesen sorgte. Dennoch fiel die Provence kurz darauf auch an den sich entwickelnden Französischen Zentralstaat.

Es muss dann langsam trotz der verlustreichen königlichen Feldzüge in Italien wohl über den Handel ein Aufschwung erfolgt sein, denn es beginnt eine unglaubliche Bautätigkeit für so kleine Dörfer und damals so wenige Einwohner mit riesigen Festungs- und Burganlagen, Wällen, Mauern und Türmen. (Selbst der als sparsam geschilderte Charles lässt sich ein Renaissance – Tor an sein Schloss bauen). Damit einher geht eine Veränderung der Strategie von den leichter bewaffneten Reiterheeren zu den moderneren Waffentechniken mit Kanonen und schwerer Rüstung wie man an den Porträts der Feldherrn sehen kann (z.B. Lesdiguières).
Nachdem das auch Planung erfordert, kommen nun auch Wissenschaftler, Ärzte, Architekten, Bankiers, Kaufleute aus Italien und auch aus dem Norden, z .B. vom Königshofe in die Provinz.
Da gibt es ein reiches Material, das gut belegt und ganz lebendig erscheint aus allen Lebensbereichen sowie schon kuriose Geschichten, Gedichte, Rezepte, Bildchen, Untaten, Prozesse, Strafen, Marktberichte und natürlich Skandale aller Art.

In der Folgezeit, etwa so ab Anfang 15. Jh., sind auch die Führungspersönlichkeiten sehr viel individueller fassbar, wenn sie auch immer noch legendenumrankt sind wie der „edle Ritter ohne Furcht und Tadel“, BAYARD aus der Familie der Poncharra, die es noch heute gibt in Puygiron und über den die Familie noch eine ältere spannende Biografie besitzt. Oder wie die Generalleutnants = königliche Gouverneure der Provinz, z.B. der Graf de la Baume-Suze mit dem dortigen riesigen wieder errichteten Schloß (Suze-la-Rousse ist heute eine Weinakademie) und dem Vater von jenem Charles, einem Aymar du Puy oder auch der Kardinal von Tournon, der einen Wandel durchmacht vom Protestantenverfolger dann zu toleranteren Ansichten und ein Onkel der Frau von Charles ist, einer für jene Zeit um 1550 unglaublich mutigen Justine de Champs, die sich mit Briefen an den französischen König zur Rettung ihres Mannes und für die Rehabilitierung ihrer Kinder einsetzt.
Recht sicher dokumentarisch zu fassen sind dann aber Charles Dupuy-Montbrun,seine Gegenspieler wie Marschall Bertrand IV. von Gordes, der ein Kriegstagenbuch verfasst hat und die weiteren Nachfolger der du Puy nach 1555.
Über Charles-Le-Brave -gibt es so viele Details und Belege wie Militärbefehle, Briefe, Daten zu seinen Feldzügen mit den Namen seiner Offiziere, das kann niemand alles erfunden haben, zumal es die genannten Ortschaften mit Burgruinen, Hinweise auf die Gerichtsakten und später die Rehabilitierungsurkunde des Parlamentes (= Gerichtshofes) in Grenoble und mehrere königliche Akten und Briefe aus der Zeit Heinrichs III. gibt. Von den Calvinisten wird er dann legendär als Märtyrer verbrämt, bis heute sogar mit einer mehrstrophigen Hymne, die noch gedruckt vorliegt.
Das setzt sich dann so fort bis heute, wobei man die großzügige Nobilitätsakten von Kaiser Napoleon III. kritisch sehen muss, denn solche Dokumente liegen vor, beruhen aber sehr oft auf keinen nachweisbaren Quellen, sondern sind gekaufte Titel.

In Frankreich müsste man zudem die emigrierten Nebenlinien hinzunehmen, auch derer, die innerhalb Frankreichs in die protestantischen Gebiete und ins damalige Ausland (Holland, Preußen usw. s. o.) ausgewandert sind und sich dort niederließen. Bis heute werden diese in Frankreich meist nicht in den einschlägigen Büchern aufgeführt. ( s. o.: „m. s. p.“ –mort sans postérite´). Ferner sollte man auch suchen nach Einheiraten von normalerweise nur selten erwähnten Töchtern in den deutschen Adel z.B. (von Dohna, von Haxthausen u.v.a.) und in Holland / England sowie den USA auch jüngere Brüder z. B. in Deutschland, die sich in ausländischen Armeen verdingten wie unter Gustaf Adolph von Schweden, den Landgrafen von Hessen, den Prinzen von Oranien etc. und oft schon mit 13-15 Jahren fielen, was man in den Briefen und Memoiren unter Ludwig XIV. etwa findet, der auch ein Kontrollamt einführte und Adelsregister „aufgrund von alten Akten“ erstellen ließ. Nur konnte man da auch „mousser“ – d. h. mit Schmiergeldern etwas nachhelfen....und schließlich war der Kontrollbeamte ja auch von Adel oder wurde einfach bedroht oder gefangen genommen, falls er nicht das gewünschte Pergament ausstellte!

Eine Inflation von Titeln finden wir dann ab dem 19. Jh., nachdem lokale Großbürger käuflich erworbene Adelstitel führen durften (fausse noblesse), bes. unter den wiedergekehrten Bourbonen und dann in unübersehbarer Fülle unter Napoleon I. und III. (Letzterer ist bereits 1808 geboren!)

Reich dokumentiert auch mit Gemälden fand ich auf Malta bei den Türkenkriegen die Bezüge zum dortigen Johanniter-(dann Malteser)- Orden unter de La Valette, der mit einer weiblichen Linie der Montbruns verwandt ist und wahre Heldentaten vollbracht haben soll bei der „Verteidung dieser „Bastion der Christenheit“. Wer es genauer nachliest, weiß, wie jämmerlich diese Verteidigung ablief, da die europäischen christlichen Länder keine Hilfstruppen entsandten, die englische Königin nur Gebete in England veranlasste statt Schiffe und Gelder zu schicken und dann endlich bereits bei Ankunft eines winzigen Kontingents der türkische Admiral bei Nacht nicht ganz unehrenhaft abziehen konnte!

Ebenso ausführlich geschildert wird die weitere Karriere jenes Alexandre de Saint-André-, Marquis de Montbrun, der in einer anderen Provinz lebte (bei Nevers), fast unter Mazarin Marschall von Frankreich geworden wäre, eine abenteuerliche Militärkarriere von über 60 Jahren durch- und überlebte und mit einer tüchtigen Lucrèce de Salins, (Salzsiedereien brachten viel Geld) verheiratet war. (wohl eher wie Frau Ex-Bundeskanzler, die mal sagte, sie sei ein verheirateter Single!). Über Alexandre gibt es einen Tatenbericht eines Abtes de Malvoisin (auch Mauvoisin) , der ihn begleitete auf den Feldzügen, bes. auf Kreta (damals Candia) in venezianischen Diensten (wohlgemerkt als Calvinist!) und in der schwedischen Armee. Er ist der einzige, der ein Riesenvermögen erworben hat. Leider erbt das nur eine Tochter, (er war ja so gut wie nie daheim!), die dann aber mit einem Cousin in der Seitenlinie verheiratet wurde, so dass die Erbansprüche und vor allem der Name gewahrt blieben. In jahrzehntelangen Prozessen um das Erbe floss das Geld dann allerdings an die Anwälte!
Der Rest ist dann recht gut belegt in den Familienarchiven und offiziell zu finden, außer z. T. in den vielen Kriegszeiten.
(Darüber möchte ich nicht mehr arbeiten, weil da die Familien viel besser informiert sind als ich und die Betreffenden oft noch kannten.)

III. Einige Ergebnisse:

„Dans les ténèbres du passé: in den Dämmerungen der Vergangenheit und „Quoi qu’il en soit: Wie dem auch sei ( sind bezeichnenderweise die häufigsten Formeln in den alten Genealogien!):
Meiner Ansicht nach hat es jedoch diese Personen tatsächlich gegeben, es sind Mitglieder nach 1400 etwas genauer nachzuweisen, aber vieles ist auch erfunden oder rekonstruiert worden. Wenn es solche Katastrophen gegeben hat, was anzunehmen und gerade in dieser Provinz recht gut belegbar ist, dann gab es evtl. noch Erinnerungen an bestimmte Namen, Verwandtschaftsbeziehungen und Ereignisse, aber u. U. keine zusammenhängende Dokumentation (mehr) – ähnlich wie wir das nach den Weltkriegen erlebten.

Die Frage bleibt, ob da auch bewusst gefälscht oder auch nur etwas geschummelt wurde zum eigenen Vorteil, aber selbst wenn, genießen alle diese Familien, z.B. auch Giscard d’Estaing, der Ex-Präsident der Französischen Republik oder die Grimaldis von Monaco ein erhöhtes Sozialpestige mit diesen frisierten Stammbäumen....(s. auch Württemberger aus „Wirt am Berg“ oder Habsburg aus ganz kleinen Anfängen wie auch Preußen als sehr armes Gebiet des sog. „Heiligen Römischen Reiches Steusandbüchse!“).

1. Widersprüche oder gar Fälschungen:

Das Zweite, was mir auffiel, waren dann die vielen Widersprüche, sobald man irgendwo genauer nachforschte, bes. vor 1450 etwa:
Es bleiben aber z. B. viele Fragen noch offen:
- Waren diese italienischen Adligen nun Grossgonfaliere (s.o.) in Florenz, in Venedig, in Genua oder wo genau ?– (den Titel gibt es nicht überall!, ich tippe auf Lucca s.o.)
- War jener Raffaelo nun Schatzmeister / Kanzler (Chambellan = Kämmerer) bei einem Salierkönig Konrad und dann bei welchem genau? – bei Heinrich oder einem der lokalen Gaukönige von Burgund, die auch Konrad und Heinrich heißen (Nachkommen der Linie Boso), denn „Le Salique“ als Beinamen hat jeder, der bei der Inthronisation Salisches Recht beschwor.
- War jener Raymond de Podio, der auch vom Johanniterorden nie genau lokalisiert wird, nun der erste, der zweite oder der dritte Recteur oder Großmeister? (evtl. der zweite Recteur und erste Großmeister mit der sog. neuen Regel, s.o.)
- Hat er oder ein anderer jene Regel erlassen, die die Benediktinische Regel erweiterte, um den aktiven Militärdienst der obersten Ritterklasse zu ermöglichen und das nach dem Vorbild der Templer oder umgekehrt? (Der Stich dazu ist aus späterer Zeit.)
- Wie kommt es, dass er im Internet gleichzeitig noch bei einem anderen Orden der Großmeister gewesen sein soll? (St. Lazarus) und einige Bücher ihn erst nach 1200 einreihen bzw. seltsamerweise oft auslassen?
- War er überhaupt Mönch oder nicht einer der Unterheerführer der fränkischen Truppen unter den Grafen von Toulouse oder der Könige von Jerusalem im „Morgenland“?
- Wieso konnte ich in MALTA im Kreuzritterarchiv des Malteserordens nichts Genaueres über ihn finden, wo er doch mehrfach an den Kämpfen teilgenommen haben soll?
- Wieso ist er als Mönch zur Ausbildung in keinem der genannten großen Klöster nachzuweisen von St.-Antoine (Isère) bis St.-Gilles (Provence)?
- Wieso hat er ein anderes Wappen? (ohne blaue Verzierungen) ?
- Wie kommt es, dass ein Kloster (Aiguebelle), das von dieser Familie angeblich schon vor 1000 gegründet wurde, keinerlei Akten darüber hat im Archiv – ich habe dort gearbeitet und nichts gefunden, was nicht ausschließt, dass da später ggf. Schenkungen gemacht wurden.
(Eine andere lokale Familie (de Gontard) ist da allerdings erwähnt mit einem Vertrag, dass die Frau und Kinder gesichert werden sollten mit Schenkungen, falls der Ehemann vom letzten Kreuzzug nicht zurückkehren würde – aber erst viel später als 1000 n. Chr..-wieso dann nicht die de Podio?)
- Wieso findet man die angegebenen Heiraten selten oder gar nicht genau z. B. mit Nachnamen angegeben, d. h. die Damen der männlichen Familienmitglieder in den anderen Stammbäumen oder im Archiv oder gar in den Burgen und Orten, die ich alle besucht habe? Und wenn, dann anfangs meist ohne Daten oder Ortsbezeichnungen, einmal ganz abgesehen von den vielen Namensübereinstimmungen in allen Adelsfamilien (Hugues, Evrard, Falco, Raymond, Aymar). Also steht da anfangs nur z. B. ein Hugues heiratet eine Evrarde – wann, wo, aus welchen Familien?)
Zudem ist zu beachten, dass jeder Adlige damals mehrere Besitzungen hatte, er lebte somit nicht unbedingt in der Stammburg der Familie, sondern ggf. sogar im Ausland!

2. Überlegungen und Fazit:

a) Ungesichertes?
Also steht da Manches, allerdings mehr zu Beginn des Stammbaumes, nur auf recht wackeligen Beinen? Immerhin schreibt ein Familienmitglied (Baron de Coston oder COTTON Anfang 20.Jh.), der sich als Historiker mit dem eigenen Stammbaum auseinander setzte, im vorigen Jahrhundert bereitst, dass man mindestens vor 1300 / 1400 alles als Märchen und Sagen betrachten müsse oder gar als bewusste Fälschungen und somit glatt streichen sollte.
(In den Archiven fand ich sogar einen namentlich genannten beauftragten Kleriker, der eigens dazu eingestellt worden war, um die Akten und Stammbäume der großen Adelsfamilie der Adhémar aus Narbonne, von der ein Zweig die obersten Lehensherren in der südlichen Dauphiné waren, so geschickt korrigierte, dass die Familie damit hohe Titel und enorme Reichtümer erwerben konnte.)

b) Einige sichere Fakten und Daten:

Dennoch stimmen viele Angaben wie dass Vaison-la-Romaine in der südlichen Dauphiné zu
Den Grafen von Toulouse (Languedoc) gehörte und sich eine Seitenlinie der Adhémar von
Narbonne in Grignan niederließ (Grafen von Monteil bei Montélimar ).
Es ist richtig, dass die du Puy und de Gordes mehrfach verwandt waren und einander halfen noch in den Religionskriegen, wo sie auf der jeweils anderen Seite kämpften. (So ließ de Gordes bei Tournon an der Rhône nach der Niederlage in Jarnac den besagten Charles mit dessen erschöpften Truppen heimlich mit Schiffen nachts übersetzen und hat so gar nichts davon bemerkt angeblich! (Dazu hängt ein großes Gemälde im Museum in Cannes).

Die Erfassung der genaueren Stammbäume und Wappen kann man in Frankreich relativ genau datieren, weil es erst unter Ludwig XIV. einen königlichen Erlass gibt, der die Adelsabstammungen regelte: vor einem der Historiker des Hofes (Guy Allard, d’Hozier u.a.) mussten alle Adligen, die als solche anerkannt werden wollten, ihre Stammbäume offen legen – (davon hingen die Standes- und Besitzrechte ab) also begann da der Aufschwung mit den gross angelegten , schön gemalten Genealogien ( und vermutlichen Fälschungen).
In kleinerem Maße war das zuvor auch schon üblich, da man ja für jeden Titel und Rang einen Nachweis erbringen musste, bes. schön gestaltet wie gesagt in Malta, wo man die Handschriften gegen Sondergenehmigung des Ordens einsehen kann. - .
(Aber auch da meine Frage: da die Unterlagen über Jahrhunderte relativ einheitlich gestaltet sind (gleiche Wappengröße und Wappenbilder (HAND - Schriften! Gleiche Schrift, gleiche Farben etc.). Daher könnte man schon auf die Idee kommen, dass sie nicht authentisch sein könnten bzw. eben dann bei Eintritt der Kandidaten oder erst viel später erstellt wurden von der dortigen Kanzlei!
Die Familien, die ein großes Interesse hatten an der Aufnahme ihrer jüngeren Söhne zur Ausbildung in solch einen berühmten Orden, ließen die Urkunden ggf. dort gegen Bezahlung anfertigen, d.h. natürlich auch fälschen. (Es ist trotzdem ein wahrer Schatz wegen der handgemalten Wappen und Stammbäume des gesamten europäischen Hochadels).

c) Andere Aspekte:

Noch ein weiterer Aspekt bei Genealogien außer dem Abstammmungsnachweis:
Viele Urkunden dienten auch der Rechtfertigung wie z. B. die Briefe und Akten, die noch vorhanden sind zur Hinrichtung von Charles. Naturgemäß hatte die Familie ein vitales Interesse daran, das Bild zu korrigieren und den König (Heinrich III.) zu belasten, um den Vorfahren zu entlasten und die Rehabilitation vor dem Parlament in Grenoble, (damals die königlichen Provinz-Gerichtshöfe), zu erzwingen. Da machte sich natürlich auch ein Stammbaum, der wie der von Königen ganz weit in die Vergangenheit zurückreicht, sehr gut als Beweis der Loyalität und Abstammung aus einer angesehenen alten und früher ja angeblich schon immer katholischen Adelsfamilie mit Bezügen zu den Kreuzrittern und diversen Orden und Klöstern.
In der Neuzeit wurde da genauso getrickst, indem man sich ein Wappen zulegte z. B. eines, das an berühmtere königliche Wappen erinnerte – das der Montbrun z. B. an die schottischen Könige, was sogar der Ursprung sein kann, da nicht nur Maria Stuart in jener Epoche Französische Königin war, sondern auch in der Dauphiné eine schottische Ehefrau des Dauphins ihre Truppen mitbrachte. Zudem war im Hundertjährigen Krieg halb Frankreich „britisch“!
Oder man hängt sich mit ähnlichem Wappen und Namen (eine Linie heißt dann de Saint-André – das gibt es –zigmal!) – einfach an diese berühmte Linie an und „erbt“ dann sozusagen deren weit zurückreichenden Stammbaum gleich mit. (Dazu ausführliche Beispiele im Grand Armorial de France).

Oder auch wie im Falle des Schloßgründers in Königsbach: Man gibt vor, dass man vom Schwedenkönig Gustaf Adolph ein neues Wappen als Auszeichnung erhalten hätte auf einem Degengehänge und setzt es zu seinem Wappen angeblich der Dupuy-Montbrun hinzu – . Aber die Urkunden ist nicht da, das Degengehänge auch nicht (nur ein Porträt). Es ist in etwa das Wappen von Stargart in Mecklenburg, wo er als junger Obrist der Dragoner in preußischen und dann in schwedischen Diensten tätig war nach 1625. Darüber gibt es einen Briefwechsel mit seinem Vorgesetzten, dem schwedischen Kanzler Oxenstierna in Stockholm, den mir der Archivar freundlicherweise kopierte.
Das Wappen ist bis heute in der Familie üblich und wie ein Allianzwappen dann mit einem seitenverkehrten Löwen dargestellt. D.h., es könnte auch eine frühere Heirat des Daniel sein, die nicht mehr nachzuweisen ist. Er war dann noch zweimal verheiratet und hatte drei Kinder aus der letzten Ehe, einen Sohn und zwei Töchter, wie aus seinem erhaltenen Testament hervorgeht. (Darin ermahnt er sie, sparsam zu sein und den Besitz getreulich zusammen zu halten, da er ihn gegen alle Übergriffe der badischen Markgrafen bewahrt hätte.)

Mit so einem honorigen Wappen aus der Hand eines Königs war er hier sofort hoch angesehen und ohne Auflagen in die Kraichgauritterschaft aufgenommen worden.
Diese Story kann dennoch richtig sein, denn er hat auch eine noch erhaltene Ehrenurkunde des Bruders des Königs von Orange-Nassau aus Holland hinterlassen, die ihn als Militär in Breda auszeichnet und die Landgräfin von Hessen soll gesagt haben: „Wie schade, dass er Franzose ist!“ (sonst hätte sie ihn dauerhaft eingestellt, nicht nur zur Verteidigung der belagerten Städte Lippstadt und Hamm, wo er die Lippe aufstauen ließ nach seinen Erfahrungen aus Holland und die Kaiserlichen unter Tilly dann abziehen mussten. Dieser Daniel de Saint-André kommt mit solchen Geschichten übrigens im „Simplicissimus“ vor.)

3. Was bleibt dennoch nachweisbar?

a) Trotz Kritik m. E. eine ganze Menge:

Z. B. die Abfolge der Zugehörigkeit des Gebietes:
- eine Herkunft aus germanisch - keltischen Wurzeln (Burgunder, Alemannen, Alanen, Goten?) lässt sich anhand der Namen feststellen: Adhémar ist Waldemar, Evrard ist Eberhard, Fulcher ist Falk oder Falco, Hugues natürlich Hugo, Guigues Wido usw. , s. auch Familiennamen wie d’Alleman, Furmeyer (Schweizer) – sie sollen mit Burgundern und Alemannen im 5. Jh. unter Aetius in Burgund / Savoyen südlich von Genf angesiedelt worden sein und unterstanden später den burgundischen Lokalkönigen,
- zeitweise gehörten sie kurz unter den Saliern zum Deutschen Reich (Sitz Vienne und Arles an der Rhône) – noch ersichtlich an den Resten der Lex Salica, einer „germanischen“ Legislation (bes. bezüglich des Erbrechts, aber auch Bestätigung des Gaufürsten im Amt - sogar mit weiblicher Besetzung, falls der Gaufürst gefallen war und die „Freien“ zustimmten, sowie Ansätze zu Widerstandsrechten, alles dokumentiert in den sog. Délibérations der Syndics und Consuls = Beratungsrechten etwa wie in der Magna Charta) – was noch in den Notariatsakten sogar der Dörfer zu finden ist:
- ferner eine Vorstellung von germanischem Eigenkirchenrecht gegen die Bevormundung durch das Papsttum (bes. in der Phase des Sitzes in Avignon). Diese Rechtsvorstellungen bestanden hier noch wie im Languedoc bis in den Absolutismus hinein.
- Und besonders erstaunlich: verbriefte Rechte für Ehefrauen, z. B. behält sie auch bei Verstoßung oder Scheidung ihre „Trousse“= Truhe, also Mitgift, die allerdings auch an ihren Vater zurückfällt, so die Frau umkommt.
- Sehr gut nachzuweisen ist die Zeit der sog. Dauphins mit wechselnden Herrscherfamilien wie de la Tour-du-Pin bis zu jenem verschuldeten Humbert II., der die Provinz dann an Frankreich verkaufte.(s.o.)
- Man kann trotz aller Fälschungen herauslesen, auf welcher Seite die Familie stand, zu welcher „Parteiung“ sie gehörte, also pro Salier und contra Grafen von Toulouse z.B., pro Adhémars von Monteil contra lokale Grafen wie die von Forcalquier oder der Provence.
Es ist sogar an den lokalen Einzelfehden und bes. Heiraten erkennbar, mit wem sie verbündet waren – das war bei der damaligen Flickenteppich-Situation von Miniatur-Einzelherrschaften ganz wichtig und bedeutete zugleich Kampf gegen die andere Seite. (Fehde= guerroyer war damals ein verbrieftes Privileg) u.v.a. wie die epochalen Einschnitte der Pest, der schlimmen Überflutungen oder der sog. Sarazeneneinfälle – wobei immer die genaue Datierung problematisch bleibt.

- Also, falls das alles im Nachhinein gefälscht und zeitlich vorverlagert wurde, dann ist es wieder Rechtfertigung im Sinne der Aussage, dass die eigene Adelsfamilie ja schon immer zur richtigen Seite gehalten hätte. Und Loyalität machte sich ja schon immer bezahlt. Illoyalität bedeutete dann aber auch Ruin und Flucht, Galeere oder Hinrichtung! (Nebenbei: Die Familie musste den Henker bezahlen!! Sie wurde enteignet, deklassiert (zu „Roturiers“) und geächtet! So durfte sich jene Justine des Champs, verheiratete du Puy de Montbrun dann nach der Hinrichtung ihres Mannes in Grenoble nur noch Justine Champs nennen und verlor ihren gesamten Besitz, fand aber Zuflucht bei Verwandten!
Auf diesem Hintergrund versteht man auch, dass die Exekution jenes Charles nicht wie behauptet aufgrund von Majestätsbeleidigung erfolgte – diese adlige Soldateska war nicht gerade zimperlich im Ton damals untereinander – sondern als Versuch der zentralen Königsmacht, diesen Staat im Staate im Keim zu ersticken und ein Exempel zu statuieren, zumal für die Krone auch die Durchgangswege über die Pässe der Hautes Alpes nach Italien strategisch von entscheidender Bedeutung waren.

Man begreift, dass das Französische Königtum hier im Süden auch nach den Erfahrungen mit den Katharrern und vielen Kriegen und obwohl es aus derselben germanischen Rechtstradition der Franken herkommt, eine Art freier Republik zusammen mit Schweiz und Savoyen, dem Languedoc bis Barcelona und womöglich oberitalienischen Stadtstaaten mit dem erstarkenden Bürgertum nicht dulden konnte. u.v.a. m..
- Ersehen kann man an den vermeintlichen und dokumentierten Schenkungen, auch wenn sie vorverlagert und gefälscht wären, zu welcher religiösen Richtung und auch politischen Seite der damals mächtigen Klöster man sich zählte, also St. Victoire in Marseille war da berühmt, Cluny natürlich u. v.a., denn diese Klöster hatten alle Dependancen in dieser Provinz wie überall und damit enormen Einfluss ebenso wie die Templer und Johanniter, die dort überall ihre Kommandanturen und Besitzungen hatten, welche straff durchorganisiert und ganz modern mit einer Art doppelter Buchführung verwaltet waren. (In Arles konnte ich das einsehen). Und noch heute sind die Departements nach Diözesen eingeteilt!
- An der Heiratspolitik kann man wie bei den Habsburgern („Tu Felix Austria Nube“)ganz genau ablesen, welche Ziele die Familie im Auge hatte: Diese erfolgen weniger nach Sympathie als nach genau festgelegtem strategischem Plan: Entscheidend sind die Durchgangsstraßen, die damals nicht entlang der Flüsse verliefen zur Sicherheit, sondern über die Pässe – bes. die Fluchtwege in die Schweiz und nach Italien. Somit werden zuerst diese Töchter und noch lieber Witwen (!) geehelicht, deren Besitz irgendwo an Pässen oder Einschnitten zur Rhône oder Durance liegen, dann diejenigen, die sich hintereinander wie die Perlen an der Schnur auf den gefährlichen einzigen Verbindungswegen zu den Handelsstraßen befinden. Dies gilt besonders nach dem sog. Übertritt zum Protestantismus – da hätte ja sonst jeder Katholik dazwischen alles blockieren können. Somit bleibt das in protestantischer Hand und es werden die Töchter mit den Offizieren verheiratet.
- Sodann bei Erfolg dieser TU FELIX DE PODIO NUBE-Politik Ausbau durch weitere Heiraten zu einem Flächenkleinstaat aufgrund verwandtschaftlicher und religiöser Beziehungen gegen die katholische Gegenseite, die natürlich dasselbe auf ihrer Seite tut und sich somit alle jeweils die Pläne gegenseitig durchkreuzen.
Man erkennt die im Konfliktfalle dann katastrophale Lage für die Bevölkerung, die ständig wechselnde Belagerungen zu erdulden hat und total verarmt bzw. nahezu ausgerottet wird. (Just die Einwohner von Peyrins schreiben an den König, dass sie im Walde hausen müssten und nichts mehr hätten – dieser schickte jedoch die Steuereintreiber und ließ noch recht wenig sozialstaatlich auch noch die letzte Ziege konfiszieren!)
- Deutlich sichtbar ist die strategische Absicht bei den vielen Belagerungen und Teileroberungen, nämlich die der Sicherung der Heereswege, bes. über die Pässe nach Oberitalien und der Schweiz (damals auch Savoyen) und die Absicherung der Handelswege zwischen Rhône und Durance, wo es schon „péages“ gab wie heute die Autobahn-Maut und man da gut verdiente mit den Zöllen usw. Bei Verstößen, also Errichten einer eigenen Mautstelle mit Brückezoll wie ein Seigneur de la Roche in Romans-sur-Isère es versuchte, rollten dann aber auch die Köpfe!

IV. Meine Schlussfolgerungen und Ausblick:

Da diese Genealaogie wie die anderen auch viele auch bereits bekannte Fehler enthält und Manches unsicher bleiben wird, fragt man sich schon, was man mit älteren Angaben machen soll.
Nach meiner Auffassung könnte wie dargelegt sicher vieles falsch und aufgebläht, auch stark in die Vorzeit zurück verlagert sein, um die dynastischen und territorialen Interessen durchzusetzen in jenem Feudalstaat, der ja ursprünglich noch ein Personenverband mit gegenseitiger Treueverpflichtung (Lehenseid) war und damals in die Brüche ging durch Kriege und Katastrophen und dann die Zentralisierung des Königtums im aufkommenden Absolutismus mit Ansätzen zu Nationalstaatenbildung sowie Durchsetzung der religiösen Einheitlichkeit des Katholizismus als Staatsreligion, die für Frankreich im Kampf gegen Spanien politisch
lebensnotwendig erschien, obwohl das Königshaus selbst stark zu calvinistischen Ideen neigte und Richelieu gar Bündnisse mit den protestantischen Deutschen Fürsten schloss, um Habsburg zu schwächen. Das nennt man dann bekanntlich Staatsraison oder Realpolitik!

Was bleibt, ist für mich die Begegnung mit ganz realen Menschen in ihrer Zeit, die sich herumschlagen mussten mit den fatalen Gegebenheiten einer Auflösung ihrer Weltordnung und die daran in der Auflehnung scheiterten oder sich bereicherten unter Anpassung.
So haben mich besonders die erhaltenen Briefe jener Justine, der Ehefrau des 1555 „geköpften „ Charles betroffen gemacht, die noch verzweifelt und aber sehr diplomatisch mit ihren Schreiben bis an den Königshof versuchte, ihren Mann und ihre Familie zu retten und die spätere Rehabilitation eingeleitet hat, die sie leider nicht mehr erleben durfte. Andere sind emigriert unter schwierigsten Bedingungen und waren gezwungen, von vorne anfangen, haben sich integriert im Ausland oder sind in den vielen Kämpfen, oft in ganz zartem Alter, gefallen.


Die weitere Entwicklung ist rasch erzählt:

a)Für die deutsche Linie
ist immer noch umstritten, ob dieser Daniel Rollin de Saint-André, Marquis de Montbrun ein echter MONTBRUN ist und in welchem Verwandtschaftsverhältnis er zu den anderen Linien und bes. zu dem Alexandre mit demselben Familiennamen steht – sie müssen einander gekannt haben, weil sie zur selben Zeit unter Gustaf Adolph dienten....
Dieser Ahnherr jener Baronin von Königsbach hat dann das Mini-Wasserschlösschen gekauft und quasi dreimal bezahlt – es bestand aus 4/7 preußischem (!) Lehen und 3/7 badischem Lehen und brachte nur Ärger und Verdruss mit den Streitereien mit den „gierigen“ Markgrafen von Baden – wie er in seinem Testament schreibt- , die sich das gerne einverleibt hätten! Zwei Linien gibt es heute noch mit Adoptivnachkommen in Königsbach und noch mehreren Nachfahren bei Tübingen.
Da er verfolgt war als emigrierter calvinistischer Franzose, hat er nicht einmal seiner eigenen Familie verraten, woher er stammt. Ich denke , aus einer jüngeren weiblichen Linie( ausgehend von Jaques de la Roche et de Rochefort) , die sehr früh – bereits nach 1572- aus der Principauté d’ Orange nach Hessen-Kassel auswanderte und sich in den holländischen Kriegen profilierte unter den Prinzen von Oranien und von Hessen-Nassau. Dabei müssen Beziehungen zu den Luxemburgern von Rollingen bestanden haben, was aus dem Namen Rollin hervorgeht, also ursprünglich kein zweiter Vorname, sondern der Familienname seiner Mutter oder Großmutter).

Wie man hierbei sehen kann, ist auch später eine Menge verheimlicht worden(z.B. Stammbaum, Name der Eltern, Geburtsort und sogar Geburtsdatumdatum des Daniel de St.André, angeblich so „ca. 1602 geboren in Holland“, aber wo?) oder vieles könnte etwas frisiert sein wie der schön gemalte Stammbaum im Schloss mit den deutsch geschriebenen , also falschen Ortsnamen z. B.). Über ihn gibt es dann aber doch eine komplette Dokumetation in Akten der Kraichgauritterschaft, dem Reichskammergericht in Ansbach , in seinen Kriegsakten und in den Familienarchiven, wo auch die erste Heirat mit Johanna van Eicken (auch van Hoykens) bezeugt ist.
Diesen Daniel hat es zweifelsfrei gegeben, er ist auch privat mit vielen Beschlüssen, Hilfsmaßnahmen nach dem Dreißigjährigen Krieg und in den Gemeindeakten gut dokumentiert. Sein Standbild nebst zweiter Gattin(von Beckermandt) steht in der Kirche von Königsbach.


b)Für die französische Linie
ist noch aus dem 19. Jahrhundert jene Ehrenurkunde von Napoleon III. erhalten, wonach die heutige Familie ‚Rochier de la Baume‘ (Labaume) dieses berühmte Dupuy-Montbrun anhängen darf. Ob die Urkunde echt ist, lässt sich nicht sagen, ob und wieviel dafür bezahlt wurde, auch nicht.
Umstritten ist die Tatsache, dass sich dieser Zweig MARQUIS und Comte nennt (Marquis für den ältesten Sohn u. Comte = Graf für den jüngeren, die Töchter führen keine Titel), aber:
- ist das ein Ehrentitel und kein Rechtstitel, bes. da ja de la Baume (auch de LABAUME geschrieben wurde ursprünglich) kein echter Adelstitel ist und deren Herkunftsgegend keine Grafschaft
- ist der Ehrentitel auf jenen Charles bezogen, der sich DUPUY-MONTBRUN nannte und schrieb – dies wird nun als du Puy heute geschrieben in Anlehnung an jenes de Podio , um sich als Adelstitel abzuheben von gewöhnlichen Leuten, die z.B. Dubois oder Dupont heißen. (Die Umstellung lateinischer Namen auf französische erfolgte für alle in der Ordonnance von Villers-Cotterets unter Franz I.)
Falls die Ursprünge aus der Narbonensischen (z.B. der Septimania) und Provenzalischen, also einst römischen Provinzen stimmen würden, wäre es ein alter echter NOBLESSE d’EPEE - Titel (Schwertadel) und damit ein hoher Feudaltitel. Falls es aber doch nur ein kleiner lokaler Provinztitel ist wie man auch vermuten kann, wäre der Titel völlig unbedeutend. Es konnten sich sogar reich gewordenen Bürger einen Landbesitz kaufen und damit einen Adelstitel erwerben ohne politische Vorrechte, was dann NOBLESSE DE ROBE (Amtsadel) genannt wurde.
Für einen höheren Titel und Rang dagegen spricht die Tatsache, dass Aymar du Puy, der Vater von Charles (so das sein Sohn war) Königlicher Provinzgouverneur war und Charles selbst als calvinistischer Heerführer der protestantischen Provinz-Truppen in hohem Ansehen stand. Nach seiner Hinrichtung weigerten sich auch die Offiziere, einem anderen Adligen von niedererem Rang die Führung anzuvertrauen und bestimmten den noch unmündigen Sohn von Charles zum Anführer, nominell natürlich, denn tatsächlich führten dann die getreuen Offiziere die Truppen an.
Zur weiteren Entwicklung der religiösen Frage in Frankreich
braucht man auch nur die calvinistischen Nachkommen des Charles Dupuy-Montbrun zwei Generationen weiter zu verfolgen: Alexandre, Jean, Daniel, Jacques, die alle auswandern und sich überall verdingen mussten in Militärdiensten, einige bei der Republik Venedig, obwohl diese katholisch war, einige in der schwedischen Armee, viele in den Niederlanden, in Hessen, Württemberg, Preußen usw. oder den ganz wenigen protestantisch gebliebenen französischen Adligen. (Nevers z.B. oder Montbéliard, das wie gesagt lange Zeit württembergisch war).
Später, also dann im 17. Jh. übernimmt der wieder zum Katholizismus übergetretene Lesdiguières (François de Bonne) die Führung und unter Ludwig XIV. wird das Toleranzedikt von Heinrich IV. aufgehoben, so dass ein Exodus von ca. 2 Millionen Hugenotten stattfindet, viele umkommen und Frankreich letztlich geschwächt wird.
(Darüber gibt es eine sehr kritische Schrift an den König vom Festungsbaumeister VAUBAN und ironischerweise trug der Zuzug so vieler Hugenotten ausgerechnet zum Aufstieg Preußens bei, denn in der Armee gab es mehrere französische Regimenter und es heißt, dass jeder vierte Berliner damals Franzose gewesen sei! Da sie im Tuchhandel, in der Seidenindustrie und in vielen anderen Gewerben sehr tüchtig waren, stützen sie auch die Wirtschaft des Landes und waren den Fürsten willkommen (Edikt von Potsdam, s. Hugenottenmuseum in Berlin).

Im Gegensatz zu Deutschland, wo eine vorläufige Einigung im Augsburger Religionsfrieden 1555 erreicht wurde („cuius regio, eius religio“), so dass der Landesherr über die Konfessionszugehörigkeit seiner Untertanen bestimmte und dann 1648 im Westfälischen Frieden nach dem Dreißigjährigen Krieg auch die Reformierten einbezogen wurden, erreichten die REFORMIERTEN in Frankreich erst mit der Französischen Revolution von 1789 eine rechtliche Gleichstellung.
Heute gibt es ca. 4 Millionen Protestanten in Frankreich, die z. T. hohe Posten (wie der Ex-Minster Rocard) innehaben – „la Haute Société Protestante“ genannt (die hohe protestantische Gesellschaft)– was aber in dem offiziell laizistischen Staat Frankreich (seit 1903/4) keine Rolle mehr spielen dürfte..

Sieht man die Politik jenes Charles z. B. als eine Art FRONDE (Adelsrevolte gegen das Zentralkönigtum), also eine Opposition gegen das als ausländsich und verbrecherisch betrachtete Königtum in Paris im Verein mit dem Katholizismus, so erkennt man auch mehrfach separatistische Bewegungen des französischen Südens, getragen von jenen starken Fürstentümer der Grafen von Foix, Toulouse, Poitiers, der Provence, des Languedoc sowie den schon früh bedeutenden Städten wie Bordeaux, Marseille, Lyon, Avignon, Narbonne, Nîmes und von der Durance her den Zugang zu den Mittelmeerhäfen wie Toulon. u.v.a.
Aber alles wurde im Keim erstickt vom französischen Zentralismus (s. Albigenserkriege), dem Absolutismus, der Französischen Revolution und der napoleonischen Politik.
Heute haben die sog. „Régions“ Ansätze zu einer relativen Selbstverwaltung seit 1981, natürlich unter der Ägide von Paris. Ob aber die Traditions- und Mentalitätsunterschiede des Südens gegen den Norden im modernen EU-Bereich dann weniger eine Rolle spielen werden, ist die Frage angesichts der wirtschaftlichen Probleme gerade der mediterranen Regionen mit enorm hoher Arbeitslosigkeit und der Verarmung der ländlichen Gebiete durch die Landflucht (exode rural).

Somit hätte man sich im Prinzip auch gut einen SÜDSTAAT vorstellen können südlich der Loire dann von Spanien bis Italien mit ggf. republikanischeren Formen, reformierter Konfession (bzw. Wahrung der älteren Form) und einheitlicher Sprache (Okzitanisch ist eine eigene romanische Sprache und kein Dialekt des Französischen!). Aber solche Zwischenreiche hatten auch nie lange Bestand wie man aus der Geschichte weiß – und man soll ja nie fragen, was wäre gewesen wenn. Es zeigt aber, dass die nordfranzösische Zentralregierung diesen Separatismus nicht hinnehmen wollte oder konnte, was man an dem brutalen Vorgehen gegen das ursprünglich verbriefte Recht der Protestanten auf „befestigte Plätze“ zeigt, dessen Letzter dann mit der verlustreichen Belagerung von La Rochelle fiel.

Die Rolle dieser Occitanie in der französischen Geschichtsschreibung ist recht dürftig.
Nachdem der Französische Staat zentralistisch strukturiert war und wohl noch immer ist, bewegt sich auch die traditionelle Historiografie überwiegend auf dem Gebiet der Herrscherhäuser und ist bes. auf Paris bezogen. Die einstigen unabhängigen Gebiete und spätere Provinzen sind da unterrepräsentiert und meist eher touristisch erfasst mit Ausnahme einiger Zentren wie Avignon, Nîmes oder Toulouse, Provence oder Aquitaine.
Daher ist mein Thema ein anderer Ansatz, einmal von einer Provinzial-Adelsfamilie aus die Implikationen mit der großen Politik zu studieren. Ich hätte auch den Vorteil, dass „meine Provinz“ nicht sehr bearbeitet ist im Gegensatz zu den Cevennen und dass ich die religionsgeschichtlichen Aspekte in einer früheren Phase betrachte, nicht erst unter Ludwig XIV., sondern gleich nach dem Aufkommen der sog. Reformation als Schwerpunkt.
Dabei ergeben sich auch erstaunliche Erkenntnisse über die ursprünglichen Strukturen der vormals nicht zu Frankreich gehörenden südlichen Provinzen mit eigener Sprache (wie gesagt kein Dialekt!!), sowie noch vielen eher „germanischen“ Rechtstraditionen trotz der Abhängigkeit von der königlichen Politik und Wirtschaft. Andererseits zeigen sich die furchtbaren Auswirkungen der konfessionellen Spaltung auf dem Hintergrund der vorhandenen feudalen Zersplitterung, aber eben auch erste großbürgerliche Ansätze zu republikanischeren Formen wie in der Schweiz, die dann brutal unterdrückt wurden von den nordfranzösischen Baronen und der Krone.
Diese Tendenz findet bekanntlich dann später im 17. und 18. Jh. ihren Höhepunkt in der absolutistischen Politik:
- in der Innenpolitik durch Schaffung eines straff durchorganisierten Zentralstaates mit Intendanten (einem königlichen Beamtensystem in den Provinzen) und der Ausschaltung der vormals starken lokalen Feudalherren bis hin zu lächerlichen Hofämtern des entmachteten Provinzadels und dessen Aufstände (z. B. la Fronde) sowie deren massive Unterdrückung. (Die Hofgeschichten dazu s. die Briefe von Madame de Sévigné, derenTochter mit dem Grafen von Grignan verheiratet war).
- Außenpolitisch dem Habsburgerreich gegenüber dann gegen die Umklammerung Spanien-Deutschland-Holland die vielen Eroberungskriege und Hegemoniebetrebungen, vor allem die Forderung der Rheingrenze, d. h. territoriale Erweiterung mit allen Tricks und Kämpfen noch bis zum Ende des 19. Jhs, was dann nach außen mit der Sicherheit des Landes begründet wurde.
Zusammen mit der Überhöhung der Rolle der Franzosen als Heilsbringer demokratischer Ideen nach 1789 ergibt sich dann jenes Gefühl der nationalen Überlegenheit Frankreichs als der „Grande Nation und als „porte-flambeau de la civilisation“ (Fackelträger der Zivilisation), die dann nach 1870 in den Hasstiraden eines Léon Gambetta und der „Rückforderung“ des Elsass gipfelt und mit zum Auslöser für den Ersten Weltkrieg wird.

In all diese Wirren und politische Verwicklungen werden die Mitglieder der Dupuy-Montbrun hineingezogen, erlangen einmal im 18. Jh. das Privileg, mit dem König in der Karosse zu fahren und sind dann wieder angefeindet, verlieren ihre Hofämter, werden in den Revolutionen verfolgt, enteignet, ermordet oder ziehen sich in die Provinz zurück. Früher zudem ganz ohne eigene Einnahmen aus körperlicher oder geistiger Arbeit – das war ja dem Hochadel verboten!
In den Kriegen des 20. Jhs sind dann einige hohe Militärs, z. B. 10 Jahre in Indochina engagiert, nach dem Rückzug Frankreichs dann wieder „aus dem Dienst entlassen“ bzw. in Algerien eingesetzt usw. bis hin zu lebensgefährlichen Bedrohungen und Gefahr der Internierung, wenn man nicht, wie der alte Marquis, den ich noch kennen lernte, dann den deutschen Truppen gegenüber zurief: „ich spreche Deutsch“ – und so sein Leben rettete.

So spiegelt sich trotz aller möglichen Fälschungen doch die große und kleine Politik in der Provinz und an Einzelschicksalen wider und vor allem lässt sich das bei Adligen leichter nachzeichnen, weil da viele ältere Akten meist noch vorhanden sind, sogar in den Familienarchiven.


Geändert von ErbsenPrinzessin am 6.Sep.2008 18:06 


V. Noch offene Diskussionspunkte:

Nach Autoren der Chronologiekritik könnten aber vielfach nicht einmal die traditionellen Epochendaten oder sogar die moderneren Datierungen stimmen aufgrund von Parallelen aller Art, Kritik an den üblichen Auffassungen von sog. Kreuzzügen und späteren Feldzügen, der Echtheit von Relikten aller Art aus der sog. Antike oder des sog. Mittelalters und der Frage, ob viele Texte und Hinterlassenschaften nicht erst seit der Renaissance oder dem Humanismus auf uns gekommen seien (oft als „Abschriften“), also erst so nach 1400 entstanden wären.
a) Chronologische Fragen, stellen sich letztlich fortlaufend:
Nicht nur weil die ersten Ahnherren nur schlecht nachzuweisen sind, sondern auch
weil man nicht zu allen Personen alle Nachkommen hat –( meist nur die ältesten 1-3 Söhne werden aufgeführt, die Töchter ohnehin nicht! – )
weil in älteren Schriften nur Vornamen stehen und ohnehin in allen Zweigen alle ähnliche Namen haben, so dass evtl. einiges parallel läuft und nicht immer nacheinander zu sehen ist,
weil viele emigriert sind und man da keine Angaben mehr in Frankreich findet, manche zurückkehrten und man nicht weiß, in welcher Beziehung sie zu den verbliebenen Verwandten einmal standen und
weil man vieles aufgewertet hat mit Titeln und Besitzungen und ggf. berühmten Familienmitgliedern, wozu uns dann die exakten Belege fehlen.

Zu diskutieren wäre also anhand von Adelsstammbäumen, wie man all diese Angaben bewerten soll.
Falls die traditionellen Datierungen überhaupt nicht stimmen sollten und es keine verlässlichen Angaben für die Völkerwanderung und das Mittelalter gibt, dann würden alle diese Listen von Bischöfen in Vienne z.B. bis in die Römerzeit, alle diese Kreuzritter und alle Großmeister, alle benannten Feudalherren von Montbrun z. B. wegfallen und wir könnten evtl. erst die Zeit von Charles so um 1500 herum akzeptieren als Fakten.

Wie steht es aber dann mit bisher unumstößlichen Dingen wie:
den BAUTEN, die z.T. auf früheren Fundamenten Renaissance-Elemente aufweisen
den Funden von Vaison-la-Romaine aus der „Römerzeit“ oder erst der Renaissance, die aber meterhoch verschüttet sind , dagegen das „Mittelalterliche“ gut erhalten ist wie die starken Wehranlagen und „antike Säulen“ in die Kirche eingearbeitet sind wie in Rom und Syrakus
oder mit der Entstehung des Christentums als Arianismus oder Katholizismus (Ostrom, Rom, Avignon, Italien, Gallien?) sowie dessen Ausbreitung. Auffallend sind die Bewegungen der Katharrer, der Waldenser (les Vaudois), der Bogomilen und anderen religiösen Gruppen bes. im Lubéron sowie der engen Verflechtung der Dauphiné mit Oberitalien und mit dem Languedoc in Richtung Nord Spanien (der einstigen Septimania).
dem angeblich so raschen Fußfassen des Protestantismus, begründet oft mit der Nähe zur Schweiz (Jean Calvin,Théodore de Bèze, s.o.) und / oder bes. wegen der Tatsache, dass der Lehensherr im Protestantismus selbst die Kirchenleitung innehatte und somit vom Papsttum (und dem „Zehnten“) unabhängig war?(s. auch Gallikanische Artikel)
der These, dass jene kirchlichen Auseinandersetzungen, die so oft ins Mittelalter übertragen werden, womöglich erst in der Neuzeit stattfanden? (Polarisierung, Glaubenskriege, Gräuel) und gerade in diesen Rückzugsgebieten am Rande der Großen Politik sozusagen so brutal ausgefochten wurden?
der Auffassung, dass die eventuellen Katastrophen zu irrealen hysterischen Ausbrüchen und Verfolgungen führten – dazu gäbe es viele Beispiele gerade in dieser Region mit Scheiterhaufen, Galeeren, Kämpfen ohne Ende, Judenausweisung, Sündenbocksyndrom, Hinrichtungen, Inquisition, Hexenverbrennungen, Denunziation, Bigotterie und extremem Aberglauben, Wahnvorstellungen, fanatisierten Volksbewegungen, Laienpredigern, Morden, Ängsten und Jenseitserwartungen aller Art.
aber auch den Ansätzen zu humorvollen Erzählungen, Troubadourlyrik, Legenden und Sagen (Raymond des Beaux oder eine Troubadourin Alix de Die) mit vielen historischen und geografischen Hinweisen?)
( Die Briefliteratur von Madame de Sévigné und größere künstlerische Werke liegen zeitlich später)

b) Zum Schluss noch ein gewisser Verdacht:( Ich darf ja auch einmal spekulieren:)
Wie gesagt, entstamme die Familie Dupuy angeblich aus Italien und jener sagenumwobene und bisher nicht fassbare RAFFAELO de Podio sei Schatzmeister (Chambellan =-Kämmerer) und Kanzler von Konrad dem Salierkönig gewesen, hätte den König von Italien nach Burgund begleitet, dort mit ihm gegen die aufmüpfigen burgundischen Barone gekämpft (was besser zu König Heinrich passen würde) und dann als Belohnung PEYRINS erhalten – wo er aber nicht nachzuweisen ist.
PEYRINS , es gibt noch PEYRUS in der Nähe der Durance – aber beide Orte zeigen keinerlei Spuren der Dupuy, auch nicht im dortigen Kloster St. Bernard in Romans-sur-Isère. Kein Grab, keine Medaille, keine Urkunde - wie im Familienarchiv beschrieben– ich fand nur einen Hugues de Podio, der mal einen Hühnerstall ans Kloster verkauft hätte, aber erst später und dieser hat zudem ein völlig anderes Wappen.
Einziger Bezugspunkt: die Burg in Peyrins gehörte zeitweilig einem Adhémar, den Lehensoberherrn auch der de Podio-Dupuy.

Aber beim Stichwort Templer kommt einem da ein Verdacht:
Der Gründer und erste Großmeister heißt HUGUES de PAYANS (Payns) und ist aus der Auvergne oder Champagne wie angeblich viele der Kreuzfahrer des 1. Kreuzzuges.
Nun würde ja eine so berühmte Familie wie die de PODIOS doch sicher gerne einen Templer in ihrem Stammbaum haben wollen – oder?

Läge es dann nicht nahe, ursprünglich mal jenen Hugues de PAYANS „integriert“ zu haben (?) Aber wie man weiß, endeten viele Templer auf den Scheiterhaufen unter Philippe le Bel und wurden als Orden verboten / aufgelöst. Kann es da nicht sein, dass man dann schnell jenen Ahnherrn wieder loswerden wollte, ihn aber nicht ganz streichen konnte oder wollte, dann aber den Ort einfach veränderte mit einem –R- in der Mitte, also PEYRINS statt PEYANS oder PAYANS (die Schreibung war früher nicht festgelegt).
Da die Güter der Templer per Edikt an die Johanniter fallen sollten, war es da nicht viel geschickter, sich einen Raymond, den ja fast jede Familie im Stammbaum hatte (im Falle der Montbrun eher auf der Seite des Languedoc, woraus diese Nachfahren ihre Ansprüche ziehen) , dann als Johanniter-Ritter und warum nicht gleich als Großmeister zu übernehmen, um damit unverdächtig und dem König gegenüber loyal dazustehen!?
(Jedenfalls werden diese heutigen Nachfahren noch immer zu Zeremonien der Johanniter eingeladen und bei deren Bestattungen ist eine Abordnung der Ritter anwesend. Daran kann man gut erkennen, wie sehr - selbst wenn alle Angaben unrichtig wären - , die heutige soziale Stellung und das Prestige davon abhängen und noch immer ihre Bedeutung haben.

c) Was also im Sinne der Chronologie-Diskussion zu hinterfragen bleibt, sind eben diese für uns bisher festen Datengerüste z. B. der Kreuzzüge und der Religionskriege, die Ahnentafeln von Feudalherren, die langen Papst-, Kardinals-, Bischofs- und Abtslisten, die ganz alten Prozessakten, Testamente, Briefe u. v. a., was ja noch überliefert ist in den Archiven.

Was kann man davon übernehmen, was nicht, wie ist das zeitlich zu sehen, wenn die sog. Kreuzzüge anders interpretiert werden könnten und z. B. erst sehr viel später angesetzt werden und diese Auseinandersetzungen, die es ja zweifellos gegeben hat, ganz anders abgelaufen wären? Besteht da nicht u. U. ein Zusammenhang zum Fall Konstantinopels 1453 und dem Einbrechen der Völker aus dem Osten nach Westen? Aber wieso geben dann auch arabische Quellen ein ähnliches Bild wie die Chronisten der christlichen Kreuzfahrer? In älteren Geschichten Athens im Mittelalter wird ausführlich von einer Invasion der Franken berichtet, die in Griechenland (Morea) und Kleinasien Eroberungen Baronnien eingerichtet hätten, so wie wir das von Zypern unter der Familie de Lusignan kennen. ( Dazu eine private Anmerkung: Auf einer Genealogie-Tagung in Besançon erzählte ein in Izmir (vormals Smyrna) lebender Monsieur Lusignan, den ich mit de Lusignan ansprach, dass noch heute, wenn Besuch aus Westeuropa käme, die Familie ausrufen würde, „Hilfe, die Franken kommen!“)

Dann könnten das auch langwierige Abwehrkämpfe (im Süden als Sarazeneneinfälle) gewesen sein, zumal in den Werken zu den Militärorden die Besitzungen einzeln aufgeführt sind, die in Kleinasien z. B. über lange Zeiten hinweg zum Eigentum der „fränkischen“ Adligen gehörten, nicht nur unter der kurzen Zeit der „Könige von Jerusalem“.
Unerklärlich erscheint mir übrigens, weshalb die ersten Kreuzfahrer Konstantinopel einnehmen, wenn sie Jerusalem befreien wollten oder ist das deckungsgleich gewesen damals?

d) Durch diese sog. „Protestanten“ kam ich auf eine andere Überlegung:
Wieso sind sie von Anfang an gut durchorganisiert, legen auf Synoden Form und Inhalte ihre Glaubens fest, haben Spitäler und ihre gewählten Vertreter flächendeckend – und das zumeist dann auffallend in diesen sog. „Rückzugsgebieten“ der Gebirge – übrigens ebenso wie in Deutschland. Die Abwehr beginnt mit dem unseligen Albigenser-„Kreuzzug“ (angeblich Christen gegen Christen!) von nordfranzösischen Baronen gegen Languedoc und dann Provence-Dauphiné parallel zu den Päpsten in Avignon und den Templer-Prozessen, bes. dann aber vor 1572 (Bartholomäusnacht) in mehreren Schüben und als letztes Aufbäumen dann unter Ludwig XIV. .
Angesichts solch umfangreicher Dokumentation dieser Katharrer, Waldenser (Vaudois), auch der genau dann auftretenden Judenausweisungen (angeblich nur wegen Wuchers) drängt sich die Frage auf, ob diese sog. „Protestanten“ nicht die ÄLTERE Form von Religion im weitesten Sinne gewesen ist, die sich gegen die sich den Flüssen entlang ausbreitende Katholizierung vehement zur Wehr gesetzt hat. Es ging dabei ja nicht nur um Religiöses, sondern um die gravierenden politischen und wirtschaftlichen Folgen, die das nach sich zog:
Unterordnung unter vom Papst eingesetzte Bischöfe (den ehemaligen vom Fürsten eingesetzten Gouverneuren der Gaufürsten, die nahezu allesamt dann exkommuniziert und ermordet wurden s. Konzilsakten) und was sich in dem uns bekannten Investiturstreit widerspiegelt,
ferner sind zusätzliche Abgaben zu leisten (Kirchensteuern) und ist
insbesondere der Verlust von Hoheitsrechten der Gaufürsten ersatzlos hinzunehmen (z. B. des Eigenkirchenrechts) u. v.a. m. ..
Dazu sind Schriften von Irenicus, Bischof von Vienne, interessant, der die ach so „barbarischen“ Burgunder z. B. mit Prozessionen zu Schäfchen Gottes erziehen will. Übrigens zogen anfangs diese Bischöfe mit in den Kampf. So wird von einem aus Die an der Drôme berichtet,“ il a manié la crosse comme l’épée“ – er hat den Bischofsstab genauso gut gehandhabt wie das Schwert!
Dagegen habe jener Charles Le Brave in Montbrun den Missionär der Kurie zu Avignon gefangen genommen, ihm die Folterwerkzeuge zeigen lassen, so dass der ältere Herr einen Herzanfall erlitt und wieder abzog – allerdings belagerten dann die offenbar an der Rhône schon früher katholizierten provenzalischen Standesgenossen seine Burg, so dass er kurz in die Schweiz floh über die Schleichwege via Mont Cénis, wo seine Offiziere schon vorsorglich eingeheiratet hatten. Später führte das zu Verhaftungen und Hinrichtungen, auch Bürgern und Bauern gegenüber, wo dann die „Angepassten“ die Mitbürger denunzierten, da ja das Gut der Delinquenten versteigert bzw. konfisziert wurde. (Kommt einem auch bekannt vor, nicht wahr?) Und aus dem Kloster, das just am einzigen Handelsweg unter seiner Burg lag, soll er bei seiner Siesta einen Klosterbruder erschossen haben (wie eine Amsel: comme une merle) und der Archivar schrieb dazu, die Familie hätte dafür bis zur Französischen Revolution Entschädigngen bezahlt. (Letzteres kann nicht so ganz sein, da sie schon lange nicht mehr in Montbrun lebte!)

„Quoi qu’il en soit! - Wie dem auch sei“...das sind natürlich Geschichtchen um den „Helden“ Charles-Le-Brave, der dem König getrotzt hatte (braver), aber er war zu Predigten von Théodore de Bèze in Genf gewesen – um seine abtrünnige Tochter zu holen – er sei „bekehrt zum Protestantismus“ zurückgekehrt und hätte sich dann an die Spitze der sog. Hugenotten gestellt. Nun denn, das kann alles auch andersherum gewesen sein, nämlich dass er schweizerische Truppen für seinen Abwehrkampf gegen das sich ausbreitende Avignoneser Papsttum im Verbund mit dem nordfranzösischen Königtum organisierte, was er später nochmals in Bern versucht haben soll, wie mir der dortige Archivar mitteilte.

e) Eine letzte Reflexion betrifft das Wort, bzw. ursprünglich ein Schimpfwort, Hugenotten, das immer noch ungeklärt ist – von Hugo Valdès, von dem Wort Eidgenossen, von Hausgenossen oder von Jan Hus (wie Herr Dr. Schweistal vermutet), der angeblich als Ketzer verbrannt wurde in Konstanz, also HUS-Genossen? (Müßte sich dann aber nicht rein linguistisch das -s- erhalten haben?).
Nun, da JUIF Jude (Adj. juif, juive)heißt auf Französisch, kann man auch auf den Gedanken kommen, dass das „Judengenossen“ heißen könnte, denn aus den Synodalakten (im Musée du Protestantisme in Poet – Laval bei Dieulefit) geht hervor, dass die Inhalte der protestantischen Predigten fast ausschließlich alttestamentarische Texte auflisten. Auffallend auch manche der Adelswappen, die Tiere der sog. israelitischen Stämme aufweisen ( Den Eber, auch den Löwe der Montbrun mit der Devise Vicit Leo Juda usw.) und vor allem sind mir Ausweisungen von Juden in den protestantischen Gebieten dort nicht begegnet.
f) Es bedürfte noch längerer Forschungen zu all diesen kritischen Aspekten, die allerdings auch für Deutschland und ggf. europa-oder sogar weltweit wichtig sein könnten und manche Gräben zuschütten würden, die nicht zuletzt die einseitige Geschichtsschreibung, wie ich meine insbesondere des 19. Jhs, mit verursacht hat.

Falls alles erfunden und gefälscht wäre, wäre es jedenfalls unerklärlich, wie sich vieles ergänzt
z. B. in der schon erwähnten Vita Caroli IV schreibt der Autor von einem Traum dieses WENZEL aus Böhmen und späteren KARL IV., der in Luxemburg aufwuchs, in welchem er den Tod des Dauphin aus dem weit entfernten Tour–du-Pin sieht – wie konnte er das wissen über so riesige Entfernungen hinweg? Alles nur geschickt manipulierte Legendenbildungen? Möglich, aber selbst wenn da viel kopiert und neu verfasst wurde, so manche Quelle auch einer späteren Rezeption ergeben dann oft ein erstaunlich reales Bild der Zeit der Autoren wie ich am Beispiel einer „mittelalterlich anmutenden“ Aeneis-Übernahme gerade wieder fand, die ein Beispiel weniger für die Antike als für die Feudalzeit erschließt, konkret aufgezeigt an der Niederlassung der „Trojaner“ bei Rom.

Somit wäre die interne Frage, die wir wie bei anderen Themen noch zu lösen hätten:
WAS ist heutzutage WIE zu bewerten, denn HI-STORIA ist immer eine Fiktion, immer subjektiv und epochenabhängig, dazu wie man weiß zielgerichtet für Sonderinteressen meist der Herrschenden. In den Bewertungen wäre eine Gesamtschau aller Interessierten in Ost und West, Nord und Süd wünschenswert, nicht zuletzt i. S. einer Aussöhnung und womöglich eines friedlicheren Miteinanders.

Denn natürlich gibt es Anhaltspunkte, die uns weiterführen könnten , jedoch leider “erfordert das die mühsame Suche nach der „Stecknadel im Heuhaufen“, wenn man seriös „AD FONTES“ (zu den Quellen, Ursprüngen) schürfen will.

Aber es erschließt sich einem dann eine Fülle von „Histoires Vraies“, mehr oder weniger echten Begebenheiten und bei einem Ortstermin vor allem eine vom Tourismus fast unberührte Gegend zwischen Rhône und Durance, Tournon und Die, Avignon und Forcalquier, d. h. zwischen Weinbergen und Hochalpen im Rücken des „Götterberges“ Mont-Ventoux (s. Petrarca) mit grandioser Natur, aber (zum Glück noch) nur wenigen bis gar keinen Hotels! (bes. Vallée du Toulourenc und die Route des Princes d’Orange z. B. )
– aber bitte nicht weitersagen, ist ein echter Geheimtipp! -


Karin Wagner, 1. 9. 2007





Anmerkungen:
Literaturangaben in allen Standardwerken zu Frankreich und den Hugenotten
Kurzübersicht zu den Daten und Fakten, d t v-Atlas zur Weltgeschichte Band 1 u. 2
Montbrun-les-Bains liegt in Süd-Frankreich im Département SEDERON, Drôme Provençale / Hautes Alpes, also nördlich der Provence
Königsbach-Stein liegt zwischen Karlsruhe und Pforzheim, das Schloss ist bewohnt und offiziell nicht zu besichtigen.
Archivmaterialien in Frankreich, z.B. in VALENCE, Archives Départementales Série E, ebenso in GRENOBLE, in Avignon (im Papstpalast) und Bibliothèque de Ceccano u.a. , Paris Bibliothèque Nationale und Archives Nationales (in gedruckter Form), Insel MALTA, Kreuzritter –Archive (Handschriften) öffentlich in der Bibliothek für alle zugänglich in La Valetta, usw.
In Deutschland Generallandesarchiv Karlsruhe und Archive in Stuttgart z.B..
Stammbaum und Karten s. Internet und Bilder als Anlage
Für Ihre eigene Forschungen hugenottischer Ahnen gibt es im Internet mehrere Ahnenforen, Geschlechterbücher, Hugenottenvereine (z.B. in Bad Karlshafen), die Mormonen im Internet und Büros in allen Großstädten, z.B. in Karlsruhe und viele Cercles généalogiques der betr. Regionen in Frankreich (immer in der Departementshauptstadt), die auch Auskünfte erteilen an Ausländer gegen Rückporto und Internet unter den Links www.généa.fr oder einer französischen Suchmaschine www.nomade.fr dann unter ‚Recherche’ das Stichwort oder en Namen eingeben. Für alte Akten und Dokumente hat die Bibliothèque Nationale de France eingerichtet unter www.gallica.fr und bei den Mormonen kann man per Internet nachforschen (s. Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage)
Für die Suche in Archiven die ARCHIVES DEPARTEMENTALES anschreiben und bei Arbeit vor Ort die Série E verlangen, da stehen die Familienangaben, zwar heute meist gedruckt, aber leider auf Französisch, Latein oder Altprovenzalisch. (kopieren und später übersetzen lassen).

(Auf nähere wissenschaftliche Anmerkungen, Bibliografie und Karten / Bilder wurde in diesem Rahmen verzichtet.
Aber zur Klärung einige Bilder aus www.google.de s. u. angegebene Inernet-Links

upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a4/Armoiries_Dauphins_de_France.png/180px-Armoiries_Dauphins_de_France.png
www.les-plus-beaux-villages-de-france.org/IMG/ruboff85.gif
www.hameaudessources.com/image/plan-acces-montbrun.gif
www.drometourisme.com/preparer-sejour-drome/beaux-villages/img-village-classe/MONTBRUN_LES_BAINS.jpg
wiki.geneanet.org/images/thumb/a/aa/26193_-_Blason_-_Montbrun-les-Bains.png/150px-26193_-_Blason_-_Montbrun-les-Bains.png
web.tiscalinet.it/emmcoisson/ciclo/vimi/montbrun-a.jpg
www.drome-provence.com/villages/img/carte2.gif
www.collet-immobilier-provence.fr/images/villages/mont-ventoux.jpg
www.ville-tournon.com/patrimoine/scupltures/satue%20cardinal%20fran%E7ois%20de%20tournon.jpg
www.lsg.musin.de/Geschichte/!daten-gesch/MA/bouillon.gif
www.michaelmaxwolf.de/bilder/mittelalter/kreuzzuege/kreuzzugsgedanke.jpg
www.netpages.free-online.co.uk/gms/01gm.jpg
upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2e/JPDV.jpg/180px-JPDV.jpg
content.answers.com/main/content/wp/en-commons/thumb/c/c2/220px-Gustav_II_of_Sweden.jpg
www.gymnasiumhorn.de/Schulseite/Bilder2/LOUIS-XIV.jpg
www.about-france.de/frankreich/modules/My_eGallery/gallery/orte/paris/Denkmaeler/coligny_01.jpg
leschallenges.free.fr/LaDrome_html_m78b0790c.jpg
( Poet laval)
www.histoire-en-ligne.com/IMG/gif/conde_grand.gif
claix.gerelli.fr/lesdiguieres.gif
www.antique-prints.de/shop/Media/Shop/henri%20iv.jpg
Henri IV)
www.hugenottenmuseum.de/Bilder/Heinrich_IV.jpg
www.ac-strasbourg.fr/pedago/lettres/victor%20Hugo/Notes/Francois_d_Alencon.jpg
Henri III
www.weltchronik.de/ws/bio/m/mediciKV/mk01589a-MediciKatharinaVon-15190429b-15890105d-02.jpg
www.hugenotten-uckermark.de/images/Hugenottenflucht.jpg
www.koenigsbach-stein.de/homepages/koenigsbach/Foto/andrroll.jpg
www.bb-evangelisch.de/extern/frz_reform_potsdam/images/PicGrKuFueEmpfaengtHugsVorPtdSchlo.jpg
www.koenigsbach-stein.de/homepages/koenigsbach/Foto/schloss1.jpg

Geändert von ErbsenPrinzessin am 10.Oct.2007 16:46



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