Der 800-Jahres-Takt in der Geschichte, und Verschiebungen um 753 und 776 Jahre PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Basileus   
Mittwoch, den 15. Dezember 2010 um 03:26 Uhr

1. Der 800-Jahres-Takt in der Geschichte
1.1. Von Julius Caesar zu Karl V.

Eine Reihe von wichtigen Ereignissen der offiziellen Geschichte ist im 800-Jahres-Takt angeordnet.
Offensichtlich ist damit ein Grundgerüst der heute gültigen Chronologie im 800-Jahres-Abstand erzeugt worden.

Im Jahre 800, und zwar genau 800 Jahre nach der "Fleischwerdung des Herrn" am 25.12.,
entsteht mit der Kaiserkrönung Karls des Großen das römische Kaisertum im Westen "neu".

Die Lebensdaten der beiden wichtigsten römischen Herrscher der Antike, Julius Caesar und Augustus,
sind mit denen der beiden bedeutendsten römischen Kaiser des Mittelalters und der Neuzeit eng verknüpft,
Karl I., auch der Große genannt, und Karl V., "in dessen Reich die Sonne nie unterging",
und in dessen Amtszeit das westliche Christentum in seiner heutigen Form durch Reformation und Gegenreformation entstand.

2 x 800 Jahre nach Julius Cäsar wird Karl V. geboren, im Jahre 1500 AD,
und beendet seine Allein-Herrschaft 2 x 800 Jahre nach diesem.

Karl der Große verweist auf Augustus, da er exakt 800 Jahre nach dessen Tod stirbt, im Jahre 814,
und sich weitere biographische Details nach genau 800 Jahren sehr ähneln.
Z.B.:
Im Jahre 32 v.Chr. ließ sich Oktavian zum "Führer Italiens" und damit des gesamten Westens ausrufen.
Karl der Große wurde exakt 800 Jahre später, im Jahre 768, König des Fränkischen Reiches.

Im Jahre 27 v.Chr. wird in Rom der Bürgerkrieg offiziell beendet.
Der römische Senat verlieh Oktavian den Titel Augustus.
Genau 800 Jahre später, im Jahre 773, wird Karl der Große vom römischen Papst nach Italien gerufen, wegen der Langobarden wieder einmal.
Ein Jahr später sind die Langobarden dann besiegt, es ist Ruhe eingekehrt, und Karl läßt sich in Italien zum König der Langobarden krönen.

Die offizielle Geschichte meint zu diesem Phänomen, der Karls-Biograph Einhard habe sich an Sueton, dem antiken Kaiserbiographen, orientiert,
der u.a. auch über Augustus geschrieben hatte.

Karl V. verweist auch ganz klar auf Karl I., den Großen.
Sowohl Karl der Große als auch Karl V. wurden im Jahre 1500 geboren.
Der eine ab urbe condita (747 AD), der andere Anno Domini.
Somit werden ihre Lebensdaten auch über die Ära ab Gründung der Stadt Rom miteinander verknüpft - sehr passend für einen römischen Kaiser.
Karl V. war auch tatsächlich Karl I., nämlich als König von Spanien, Erzherzog von Österreich und König von Sardinien.

Hier noch ein Bild der ersten gedruckten Ausgabe der "Vita Caroli Magni" von Einhard aus dem Jahre 1521.
Rechts Karl V. und links Karl der Große: [Vita]
Das Bild, das man sich von Karl dem Großen machte, muß zu dieser Zeit gerade im Entstehen begriffen sein,
da hier noch keinerlei Merkmale erkennbar sind, die sein Bild später prägten.
 

1.2. Von Troja über Rom nach Konstantinopel

Rom in Italien wurde das erste Mal im Jahre 390 (andere Quellen 387) v.Chr. erobert und geplündert, von den Kelten (die zu dieser Zeit von den Autoren noch nicht von den Germanen getrennt worden sein sollen).
Danach gab es die nächste Eroberung Roms genau 800 Jahre später, im Jahre 410 durch die Westgoten.

Die erste Eroberung Neu-Roms (das griechische Konstaninopel) erfolgte 1204, genau 796 Jahre darauf, durch die Franken bzw. Lateiner aus Westeuropa.

Und da die Römer ihre Herkunft von Troja herleiten, können wir Troja sozusagen als Ur-Rom mit einbeziehen. Nach den Daten von Eratosthenes wurde Troja im Jahre 1184 v.Chr. von den Griechen erobert, also genau 794 Jahre vor der Einnahme Roms durch die Kelten.

Wir haben also 4 die weitere Geschichte verändernde Eroberungen Roms, die jeweils genau 800 Jahre (Abweichung < 1 %) auseinanderliegen, die erste beginnt mit einem Sieg der Griechen und einer Niederlage der Trojaner (von denen das Rom in Italien gegründet worden sein soll, und die Franken abstammen wollen). Die letzte endet mit einem Sieg der Franken und Lateiner (mit dem römischen Papst) über die Griechen.

1.3. Drei Kriege im und um den Teutoburger Wald

Es gibt auch alle 800 Jahre einen Krieg mit Bezug zum Teutoburger Wald.
Im Jahre 9 findet die in Quellen sogenannte Schlacht im Teutoburger Wald statt, als Teil der Kriege zwischen Römern und Germanen um das Jahr 1 herum.
800 Jahre später finden die Sachsenkriege Karl des Großen (772-804) statt, die im Teutoburger Wald beginnen.
Und 800 Jahre darauf gibt es den Achtzigjährige+Dreißigjährige Krieg (1568-1648), der durch den Westfälischen Frieden in Osnabrück (Teutoburger Wald) beendet wird.

Aber es gibt noch weitere bedeutende Ereignisse,
die ziemlich genau 800 Jahre auseinanderliegen.


1.5. Von Russen, Schweden und Goten

Ca. 800 Jahre liegen auch folgende Ereignisse auseinander:
Zwischen 1655-1661 fand der 2.Nordische Krieg, vor allem auf dem Territorium Polen-Litauenss, statt. Dazu gehörte damals auch Weißrußland und die westliche Ukraine bis weit östlich von Kiew.
Der polnische König (Urenkel des schwedischen König Gustav I.) erhob zeitweise Ansprüche auf den schwedischen Thron, zwischen 1592-1599 gab es tatsächlich einen schwedischen König auf dem polnischen Thron. Dieser Krieg wird in Polen auch "Schwedische Sintflut" genannt.

In der "Nestorchronik" über die Ereignisse genau 800 Jahre zuvor lesen wir Folgendes:
seit ca. 750 skandinavische Siedlungen auf dem Gebiet des heutigen Rußland/Ukraine
854: Fürst Rurik aus Schweden kommt in Kiew an.
862: Einheimische und Waräger kämpfen miteinander. Die Waräger werden vertrieben. Es gibt aber keinen Frieden.
Danach reist eine Delegation der Slawen nach Schweden und lädt die Waräger dazu ein, über die zerstrittenen Stämme zu herrschen.
882 wird die Kiewer Rus von Helgi/Oleg gegründet.
Danach gibt es weitere Kämpfe bis in die 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts.

Auch nach dem 2. Nordischen Krieg, 800 Jahre später, hören die Kämpfe nicht auf.
Zwischen 1700 und 1722 folgt der Große Nordische Krieg.
Dabei besetzen die Schweden Teile der Ukraine und Rußlands.
Im Jahre 1709 kommt es dort zu Volksaufständen gegen die schwedische Besetzung.

Geht man vom Anfang des 10. Jahrhunderts wiederum 800 Jahre zurück, also zum Beginn des 2. Jahrhunderts, so sieht man in der Zeit Goten aus Polen in die Ukraine vordringen. Ursprünglich sollen die Goten aus Schweden stammen.
Der schwedische König nannte sich bis 1973 auch offiziell "König der Schweden, Goten und Vandalen".

1.6. Auf der Iberischen Halbinsel

Auch die iberische Halbinsel kennt den 800-Jahes-Takt:
Sieht man sich die Geschichte der Halbinsel von 1500, 700 und 100 v.Chr. an, so sieht man:
1500: Die Reconquista wurde vor 8 Jahren, 1492, abgeschlossen.
Im selben Jahr wurden die Juden durch das Alhambra-Edikt vertrieben, es sei denn, sie ließen sich zwangstaufen.

700: Seit einigen Jahrzehnten sind die Oströmer von der Halbinsel vertrieben - von den Westgoten.
Diese hatten noch lange Zeit fast dasselbe Gebiet (Granada) besetzt, das den Moslems auch vor dem endgültigen Sieg der Spanier noch verblieben war.
Und fast genau 800 Jahre vor dem Alhambra-Edikt fand das Konzil von Toledo 694 statt, auf dem der westgotische König die Auslöschung des Judentums mit Vetreibung und Versklavung forderte, was dann auch so umgesetzt wurde.

Noch einmal 800 Jahre zurück, im Jahre 100 v.Chr., haben die Römer gerade den größten Teil der iberischen Halbinsel
erobert. Noch nicht besetzt ist lediglich ein kleiner Teil des Nordens der Halbinsel.
Kurioserweise ist das gerade der Teil der Halbinsel, der später von den Moslems nie besetzt werden soll, und zum Ausgangspunkt der Reconquista werden soll.
 

1.7. Von Pestseuchen, Hunnen und Mongolen

Die größte Pestseuche der Antike, die Justinianische Pest, begann im Jahre 542 in Konstantinopel. Danach gab es in den folgenden 150 Jahren immer wieder Ausbrüche der Pest.

Die größte Pestseuche des Mittelalters bricht genau 805 Jahre später, im Jahre 1347, in Konstaninopel aus, und verbreitet sich dann über fast ganz Europa.
Es folgen in den nächsten 150 Jahren weitere Ausbrüche.

Die Hunnen werden 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern besiegt.
Die Mongolen kommen 790 Jahre später angeblich nicht ganz so weit - an der Adria soll nach einem Jahr schon Schluß gewesen sein.

Auch stimmen die Eroberungszüge der Hunnen und Mongolen, die 800 Jahre auseinanderliegen, geografisch gut überein. Sie fallen neben in China und in Europa auch in Indien und Persien ein. Von älteren Historikern werden auch die Hunnen der "Antike" noch Mongolen genannt.

2. Verschiebungen um 753 und 776 Jahre
2.1. Die größte Pestseuche in der griechischen Antike

Die Jahreszahlen einer Reihe von auf den ersten Blick sehr ähnlichen Ereignissen lassen sich mit Hilfe der Olympischen Ära (776), der Ära seit Gründung der Stadt Rom (753/754) und der Zahl 1000 ineinander umrechnen. Zwangsläufig ist dann zumindest ein Teil der Beschreibungen zu den Ereignissen falsch. Und dies sind keine unbedeutenden Ereignisse, sondern sie gehören zu den die weitere Geschichte prägenden.

Zuerst ein paar Beispiele zur griechischen Antike:

Wir haben ja gesehen, wie die Geschichtskonstrukteure eine Pestseuche in der Spätantike erzeugt haben, die sogenannte Justinianische Pest in den 550er Jahren, indem sie einfach die Pest um 1350 herum in der Zeit um 800 Jahre zurück verschoben haben.
Haben sie dies etwa auch in der griechischen Antike getan ?

Wenn man sich die offizielle Geschichte so ansieht, so gab es ab 430 v.Chr. die mit Abstand größte Pestseuche in der griechischen Antike, bei der ein Drittel der Bevölkerung Athens starb - so wie auch beim "Schwarzen Tod" des Mittelalters. Dies dürfte also dann der Pest um 1350 herum entsprechen.
Der zeitliche Abstand zum "Schwarzen Tod ab ca. 1347 sind 1777 Jahre.

Man hat also so gerechnet, mit "falscher" Verschiebung nach Olympischer Ära:
1347 - 1000 - 776 = -429
Der Wert stimmt exakt: 430 v.Chr..

Diese Seuche ist mit ziemlicher Sicherheit identisch mit der spätmittelalterlichen.

2.2. Erdbeben in Sparta und Athen

Auch die Gleichsetzung des schweren Erdbebens, das 464 v.Chr. Sparta heimsuchte und Zehntausende Tote forderte, mit dem oder den schweren Erdbeben, die um 1303 das östliche Mittelmeergebiet und auch den Peloponnes heimsuchte/n, weicht nur um 10 Jahre, d.h. weniger als 0.6 % ab.

1303 - 1000 - 776 = -473

Für das 2. schwere Erdbeben (aber weniger schwer als das in Sparta) der griechischen Antike, 425 v.Chr. in Athen, findet man eine Übereinstimmung mit dem schweren Erdbeben 1354 in Hexamili - so nannte man damals den Isthmus von Korinth, ganz in der Nähe von Athen.

1354 -1000 - 776 = -422
Das ist also nur zwei Jahre (0,1 %) vom exakten Wert entfernt.

2.3. Die verdoppelte Schlacht bei den Thermopylen

Auch die schon von Gregorovius [Gregorovius 1889] beschriebene Schlacht bei den Thermopylen 1275 paßt fast exakt: Im Jahre 1275 war es der französische Herzog von Athen, Jean de la Roche, mit seinen 300 Rittern gegen eine oströmische Armee.

1275 - 1000 - 776 = -501
Laut offizieller Geschichte war es Leonidas mit seinen 300 Spartanern gegen die Perser an der gleichen Stelle im Jahre 490 v.Chr.
Das sind nur 12 Jahre später. d.h. weniger als 0,7 % Abweichung.

2.4. Drei weitere Schlachten in Griechenland, oder war es nur eine ?

Ebenso lassen sich die Jahreszahlen folgender drei Schlachten an der selben Stelle, in Böotien/Kephissos/Chaironeia in Griechenland, ineinander umrechnen, und sind daher als identisch anzusehen:
a) 338 v.Chr.: Die Griechen verlieren gegen die Makedonier unter Philipp II. und Alexander(später dem Großen)
b) 86 v.Chr.: Die Römer unter Sulla siegen über den König von Pontus Mithridates
c) 1311 : Niederlage des französischen Herzogs von Athen Walter von Brienne gegen die Katalanen

Die ersten beiden Rechenschritte sind hier identisch - beim dritten erhalten wir die beiden gewünschten Daten.
-1311 + 1000 - 776 + 1000 = -87
Dies liegt nur zwei Jahre daneben.

-1311 + 1000 - 776 + 753 = -334
Zwar 5 Jahre Unterschied, aber das sind weniger als 0.5 % Abweichung im Gesamtzeitraum.
Man darf nicht vergessen, daß überlieferte Daten von Schlachten, Herrschern usw. nicht immer exakt sind. Bei Seuchen und Naturereignissen paßt es meistens genauer, wie auch bei den Vulkanausbrüchen des Vesuv.

2.5. Vervielfachte Vesuvausbrüche

Die Jahreszahlen mehrerer Vesuv-Eruptionen lassen sich mit Hilfe der Olympischen Ära (776/777), der Ära seit Gründung der Stadt Rom (753/754) und der Zahl 1000 ineinander umrechnen. Sie sind daher mit großer Wahrscheinlichkeit als identisch anzusehen.

Am sichersten ist dies noch bei den Jahreszahlen 79 und 1631, den nach offizieller Geschichte wichtigsten Ausbrüchen. Im Jahre 79 soll dabei u.a. auch Pompeji untergegangen sein.

Zieht man von 1631 2 x 776 ab, so erhält man 79, so daß die Ereignisse wohl mit Sicherheit identisch sind.
1631 - 776 - 776 = 79

Und so hat man wohl mit der Ära seit Gründung der Stadt Rom gerechnet.
1631 - 1000 - 1000 + 754 + 754 = 1139
Das paßt auch genau. Der Ausbruch des Vesuv soll im Jahre 1139 gewesen sein.

Andere Eruptionen sind wohl eigenständige Ereignisse - ich habe allerdings nicht alle durchgerechnet.
Für 512 und 1500 ist jedoch keine direkte Umrechnung über die beiden Ären möglich.

Das ist alles kein Zufall, sondern es sind Indizien für eine falsche Chronologie.

 

Literatur:

- Fomenko, Anatoly T. (2003-2006): History: Fiction or Science; Paris/London/New York
- Gregorovius, Ferdinand (1889): Geschichte der Stadt Athen im Mittelalter; Stuttgart
- Pfister, Christoph (2006): Die Matrix der alten Geschichte; Norderstedt
- Vita = http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f3/Einhard_1521.jpg
- wikipedia-Artikel

 

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