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THEMA: "Judensau"

"Judensau" 28 Nov 2018 13:15 #11628

Vielleicht verfolgen ja einige hier dieses Thema:

www.mdr.de/sachsen-anhalt/dessau/wittenb...ste-instanz-100.html

Als ob jetzt weltliche Gerichte für religiöse Streitigkeiten zuständig wären.
Da könnte man ja auch klagen, dass sämtliche Heiligen Bücher verbrannt werden,
mit samt ihrem Hass gegen Andersgläubige, Ungläubige zumal.

Aber nicht darum geht es mir jetzt.
Tuisto rekonstruiert die Jesusfigur ja im Prinzip aus Zahlen, Buchstaben und Kalenderdaten,
kabbalistisch, sozusagen.

Ich habe von Anfang an bedauert, dass dem großen Kino der Vergangenheit,
nämlich dem Sternenhimmel, so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Vor langer Zeit hielt ich deswegen mal einen völlig folgenlosen
Vortrag über "Jesus am Himmel", in Potsdam war es (oder Berlin?,
Gott, es ist so lange her...).

All die rührenden Szenen, wie der Judaskuss, oder die jungfräuliche Geburt,
sind da oben schön zu sehen.
Hat natürlich (!) selten jemand aufgegriffen oder gar begriffen.

Jetzt also mal die Judensau astronomisch:
wer sich auskennt oder belesen mag - als älteste ihrer Art
gilt die im Kreuzgang des Doms zu Brandenburg an der Havel.
Neuerdings steht dort - gemäß Anweisung von ganz oben -
ein Hinweisschild, wie arg man den Juden mitgespielt habe,
mit solchen anrüchigen Darstellungen. Das mag in Bezug
auf die Judensau an der Wittenberger Marienkirche sogar stimmen.

Aber das Urbild lässt sich astronomisch ganz glatt auflösen
und hat mit Juden überhaupt nichts zu tun.

Darum mal im Anhang die beiden Bilder:
1) in Brandenburg
2) am Himmel.

Der angewinkelte Arm ist also Cassiopeia,
der spitzhütige Kopf - Cepheus,
der Mann hinter dem Schweinekörper - Herkules
(dem fliegt der Hut vom Kopf, weil das Schwein furzt - ja die hatten Humor, damals),
das Tier ist der Drache mit aufgerichtetem Schwanz.
Die nuckelnden Ferkel sind im Schwan zu suchen und zu finden.

Jetzt noch ein bisschen Werbung in eigener Sache:
mehr dazu hier:
www.amazon.de/unverstandene-Dom-zu-Brandenburg/dp/374674217X

Na gut, 8 € ist schweineteuer, zumal die Benzin- und Dieselpreise schwanken.
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Letzte Änderung: von prusak2.

"Judensau" 02 Dez 2018 11:27 #11648

Gerade lese ich, wie es der inexistente Zufall so will, einen Beitrag auf Philosophia Perennis, der 1 : 1 die von mir geschilderte Situation bezüglich 2018 und der zu erwartenden näheren Zukunft auf philosophischem Niveau wiedergibt.

Ich hätte ihn eigentlich auch im Thread 2018 eingestellt, wären Prusak2 und ich nicht zufälligerweise wegen der astronomisch-sternbildlichen, nebst inhärenter sprachlich-antagonistischer Bedeutung der Sau und dem Drachen in privatem Austausch auf Leviathan gekommen:

philosophia-perennis.com/2018/12/02/die-rueckkehr-des-behemoth/

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Letzte Änderung: von Tuisto.

"Judensau" 03 Dez 2018 07:31 #11652

Und ich hatte mich immer gefragt, warum auf dem Tierkreisrelief von Denderah an Stelle des Drachens so ein Nilpferd-ähnliches mythologisches Wesen zu sehen ist.
So ergibt das natürlich Sinn. Daher Danke schön.

In der Wikipedia gibt es eine Bilderserie zu den erhaltenen "Judensau"- Darstellungen.

Hier einer mit einer lustigen Mütze:
de.wikipedia.org/wiki/Judensau#/media/Fi...-_St_Marien_(08).jpg

Und hier hatte sich offenbar einer als keltischer Druide verkleidet:
commons.wikimedia.org/wiki/Judensau?usel...ftskirche-judens.jpg

Es ist doch interessant, dass ausgerechnet die Franzosen im Zuge des aufkommenden Archäologie- Interesses im 19. Jhd. solch Affinität zu den ägyptischen Altertümern erkennen ließen.
Ob die einfach nur ihre alten Hüte wiederhaben wollten?

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"Judensau" 03 Dez 2018 22:21 #11660

Das Nilpferdähnliche Wesen und der Fuß des Seth sind eindeutig die Merkmale des Behemoth, wodurch er sich als das Sternbild des großen Bären ausweist. Hoch im Norden ist "individuelle" Weisheit.

Warum lebt er dann in der Wüste?

Wegen der Doppeldeutigkeit und der Einsiedelei.

Leviathan hingegen ist die sumerische Wasserschlange Mush, bei uns Hydra genannt. Sie lebt unterhalb des Ekliptik und steht für das Kollektive, den Staat.

Manche meinen auch, dass die zirkumpolaren Bilder Großer Bär und Draco die beiden spiegeln.

de.wikipedia.org/wiki/Leviathan_(Mytholo...a/File:Behemoth3.jpg


"Im babylonischen Schöpfungsepos Enūma eliš wird erzählt, dass Marduk die als gehörnte Seeschlange dargestellte Göttin der Salzwasser Tiamat besiegt, ihren Körper längs teilt, eine Hälfte biegt und so den Himmel formt. Aus der anderen Hälfte des Drachen erschafft er die Erde. Bei dieser Version spannt sich der Drache über den Himmel, wobei Kopf und Schwanz einander diametral gegenüberliegen.[1]"

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Letzte Änderung: von Tuisto. Begründung: Fehler berichtigt

"Judensau" 08 Dez 2018 09:13 #11674

Im Zuge unserer Diskussion hat Prusak2 einen Beitrag über die Urbanoglyphe des mecklenburgischen Städtchens "Dargun" geschrieben.
Sehr lesenswert!

Den Beitrag habe ich soeben auf meiner Website aufgeschaltet:
sinossevis.de/dargun/

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"Judensau" 12 Dez 2018 22:07 #11683

"8 € ist schweineteuer" - nun ja, "schweineteuer", also schon fast eine "Schweinesteuer" waren die Versandkosten in die Schweiz!
Und ganz ehrlich: "unter aller Sau" ist die allgemeine Qualität der Abbildungen, von der "besonderen" einiger (ich nenne nur "Das Domportal") ganz zu schweigen...

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"Judensau" 12 Dez 2018 22:44 #11684

*CD schrieb: "8 € ist schweineteuer" - nun ja, "schweineteuer", also schon fast eine "Schweinesteuer" waren die Versandkosten in die Schweiz!
Und ganz ehrlich: "unter aller Sau" ist die allgemeine Qualität der Abbildungen, von der "besonderen" einiger (ich nenne nur "Das Domportal") ganz zu schweigen...


Ich kann zwar nichts für die Versandkosten, wohl aber für die Qualität der Abbildungen.
Möglich, dass da die schweizer Norm nicht eingehalten wird.
Ich muss da mit dem Verlag und Lektorat ein ernstes Wort reden.
Die werden mir sagen: "wir liegen jetzt bei Amazon auf Rang 780.000,
haben also 10 verkauft und 10 verschenkt, das ist doch super.
Der Mann aus der Schweiz soll mal 12 Jahre zurückdenken,
da wurde ihm vor Ort in Zürich ein so ein Buch für nichts aufgedrängt.
Aus bloßer Sympathie für seine Synochen. Und wenn er mal was
über das Großmünster schreibt, kaufen wir das gern."

Mir war aber wichtig die alten Abbildungen aus dem XIX. Jahrhundert zu nehmen,
und die sind wie sind.
Auf modernen Fotos sieht man oft nicht recht was.

Ja, die Vergangenheit ist mitunter unscharf und die Zukunft erst recht,
könnte man philosophisch versuchen zu trösten.

Zum echten Trost hier noch zwei Bilder vom Domportal.
Das eine musste des Goldenen Schnittes wegen beschnitten werden.
Anhänge:

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Letzte Änderung: von prusak2.

"Judensau" 13 Dez 2018 23:09 #11686

Die Qualität des Bildmaterials wäre für diese Publikation halt schon wichtig gewesen!
Ich könnte natürlich auch selber nach Brandenburg reisen, wenn dort dichter Nebel herrscht und ich auch noch gleich meine Brille verlegt habe, um mir vor Ort ein Bild zu machen...
Ansonsten vermute ich hier mal ein Qualitätsverlust infolge brutaler Kompression der originalen Bilder auf ein Word-kompatibles Format.
Schade!

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"Judensau" 14 Dez 2018 15:03 #11687

Ganz ehrlich: wer gern bunte scharfe Bilder sieht,
kann sich einfach den virtuellen Rundgang durch das Gebäude antun.
Im Netz leicht zu finden.
Leider findet man da gar nichts zu dem, was mir dort wichtig erscheint.

Beides zu verknüpfen - übersteigt meine technischen Möglichkeiten.
Meine Vorlagen finden sich hier:
digital.ub.uni-potsdam.de/content/titleinfo/2261

Aber wie auch immer: ich habe das dumme Gefühl,
dass dies mein letztes Machwerk für die Mottenkiste war.
Ab Sommer wird es nicht mehr lieferbar sein.

Ja, und dann: ab in den Abgrund des Vergessens!

Wer ein Buch mit besseren Bildchen sucht:
www.amazon.de/Stufen-Weisheit-geheime-Bo...dralen/dp/349960759X
von Christian Jacq.

Ich habe es vor Jahren gelesen und wer Vergleiche mag,
wird feststellen, daß die Unterschiede kaum größer sein können.

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Letzte Änderung: von prusak2.

"Judensau" 15 Dez 2018 09:36 #11694

@CD:
Nix gegen Syntax - bei Frauen. Da wird die scharfe Form zum Inhalt.
Im Buch spielt aber doch die Semantik eher die geile Rolle.
Wie war denn der Inhalt unter der unscharfen Sicht, Deiner goutierenden Meinung nach?

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"Judensau" 15 Dez 2018 12:59 #11695

Also, bevor die Sau im Dreck versinkt, noch etwas, was in dem Buch natürlich fehlte
(es wächst ja immer noch was nach, wie Unkraut, diese ewigen Ideen).

Natürlich nur für die, welche die Unschärfe der Bildchen nicht abschreckt.

Also mitten in der Sau, also im Drachen, liegt der Mittelpunkt des Himmels, der absolute Himmelsnordpol.
Den sieht man natürlich nicht, weil kein Polarstern in der Nähe ist.

Der Drache steht also für "Feuerfurze", Sonne, Brand,
die Sau für Suhle, Wassermodder, Strand (Mond=Gezeiten), Brandung.

Da das Ganze in Brandenburg abgeht, der "Brandburg in der Brandung",
entspricht dieser Ort also - für die dortigen Eingeweihten natürlich -
auf Erden dem Himmelsnordpol, also dem Mittelpunkt der Welt.

Für die Blindgänger ist es nur ein Dreckloch im Osten.

Die Länge des Bauwerks (67,8 m) entspricht nicht nur 1/1000 von einem Grad
auf dieser geografischen Breite, sondern auch - als Zahlenfolge 678 -
den christlichen Protagonisten: Sohn-Maria-Heiliger Geist.

Na, wenn man's scharf betrachtet, wird es eine unendliche Geschichte,
darum jetzt Punkt.

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